Fussball
U20-Weltmeister Veljkovic: «Wie auf der Playstation»

Der Basler Fussballprofi und ex-FCB-Junior Miloš Veljkovic feierte mit der serbischen U20-Auswahl den historischen WM-Titel.

Ilan Olstein
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Milos Veljkovic (rechts) umarmt nach dem U20 WM-Titel einen Teamkollegen.

Milos Veljkovic (rechts) umarmt nach dem U20 WM-Titel einen Teamkollegen.

Keystone

In einem packenden Finale gegen die favorisierten Brasilianer fiel der entscheidende Treffer zum 2:1 erst in der 118. Minute. Der serbisch-schweizerische Doppelbürger stand in jedem Spiel über die volle Distanz auf dem Feld und durfte sich nach der Rückkehr aus Neuseeland in Belgrad von 50’000 Fans feiern lassen.

Das Verteidigertalent hat bei den Tottenham Hotspur im Winter seinen ersten Profivertrag Vertrag unterschrieben und hofft nun, unter Trainer Mauricio Pochettino den Durchbruch in der glitzernden Premier League zu schaffen. Von Ilan Olstein

Miloš Veljkovic, können Sie uns einen Einblick geben, wie es ist, nach einer 24-stündigen Reise von 50’000 Fans in Belgrad empfangen zu werden?

Es war schlichtweg atemberaubend. Wir sind früh am Morgen gelandet, konnten uns anschliessend im nationalen Trainingszentrum eine Weile aufs Ohr legen und standen am Nachmittag den Medien Rede und Antwort. Was danach auf den Strassen von Belgrad abging übertraf meine kühnsten Vorstellungen. In einem offenen Bus wurden wir Richtung Rathaus chauffiert. Tausende begleiteten unseren Tross durch die Stadt und jubelten von den Fenstern aus zu. Viele meinten nach der Feier, dass Belgrad so etwas noch nie erlebt habe.

Zurück nach Neuseeland: Sowohl die Gruppenspiele, als auch die K.o.-Runden waren hart umkämpft. Sie mussten dabei in jedem Spiel in die Verlängerung. Wie hielten Sie das kräftemässig durch?

Für mich war es nicht ganz einfach, weil ich aus einer dreimonatigen Verletzungspause kam und das Niveau an der WM sehr hoch war. Der Trainer hat mir aber von Beginn weg sein Vertrauen geschenkt und so konnte ich mich von Spiel zu Spiel steigern. Zudem haben wir als Team über das gesamte Turnier hinweg hervorragend verteidigt. Nur vier Gegentreffer in sieben Partien zeugen von unserer starken Abwehrarbeit.

Und dann war da noch dieses irre Finalspiel, das erst spät in der Verlängerung zu Ihren Gunsten entschieden wurde.

Und das gegen Brasilien! Ich habe noch vor dem Turnier mit dem Physiotherapeuten von Tottenham geflachst, dass Serbien im Final auf Brasilien treffen würde. Das Gefühl nach dem Siegtreffer in der 118. Minute war unbeschreiblich. Serbien schlägt im WM-Final das grosse Brasilien; das ist wie zu Hause auf der Playstation.

Sie sind nicht „nur“ U20-Weltmeister, U19-Europameister können Sie sich seit Sommer 2013 ebenfalls nennen. Diese Titel dürften auch Ihrem Trainer Mauricio Pochettino zu denken geben, ist doch noch unklar, ob Ihre sportliche Zukunft bei den Tottenham Hotspur liegt.

Damit habe ich ihm das Leben sicher nicht einfacher gemacht (lacht). Ich hatte zwar bereits in der vergangenen Saison meine Einsätze in der Championship (bei den Leihclubs Middlesbrough und Charlton Athletic Anm. d. Red.) aber jetzt will ich in der Premier League Fuss fassen. Ich merke, wie sich die harte Arbeit nach der Verletzung auszahlt, denn es kommen immer mehr Vereine auf mich zu. Wo ich in der kommenden Saison spielen werde, ist allerdings noch offen. Ich erhole mich nun ein paar Tage in Basel bei meiner Familie und reise danach zurück nach London, um mit den Verantwortlichen der Spurs die Zukunft zu besprechen.

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