Fussball

Taulant Xhaka und seine Doppelrolle

Taulant Xhaka (rechts) spielt, Fabian Frei (links) muss zuschauen.

Taulant Xhaka (rechts) spielt, Fabian Frei (links) muss zuschauen.

Beim FC Basel wird ein Spieler zum Fixpunkt der Defensive, den eigentlich niemand auf der Rechnung hatte. Taulant Xhaka. Leidtragender ist derzeit Fabian Frei.

Als er von einem Reporter als Sergio Busquets von Basel beschrieben wird, muss Xhaka unweigerlich lachen. Der Vergleich mit dem defensiven Mittelfeldspieler des grossen FCB, des FC Barcelona, ist ihm dann doch etwas zu hoch gegriffen. «Ich bin immer noch Taulant. Ich vergleiche mich nicht mit anderen Spielern.» Aber man spürt, der Vergleich schmeichelt ihm.

Vielleicht hat Taulant Xhaka nicht ganz die brillante Übersicht und die spielerische Klasse eines Busquets, aber seine Position auf dem Feld ist der des Barça-Spielers zum Verwechseln ähnlich: Ist die eigene Mannschaft in Ballbesitz, lässt sich Xhaka tief zwischen die beiden Innenverteidiger fallen und baut das Spiel aus dieser Position auf. Genau das fordert der Trainer von ihm: «Ich soll die Bälle kurz und flach so schnell als möglich nach vorne spielen», beschreibt er seinen Aufgabenbereich. Ist das gegnerische Team im Ballbesitz, rückt Xhaka ins defensive Mittelfeld vor. Dort soll er «meine Zweikämpfe gewinnen».

Ein Spieler, zwei Positionen

Es sind also sozusagen zwei Positionen die Xhaka in einem Spiel bekleidet. In allen bisherigen drei Spielen der Saison war Xhaka der zentrale Mann in Paulo Sousas Defensivkorsett. Dies behagt ihm durchaus: «Ich fühle mich sehr wohl auf dieser Position», schwärmt er. Auch sein Trainer ist zufrieden mit ihm: «Er kann viele Positionen spielen, gibt mir verschiedene Möglichkeiten. Es ist sehr zufriedenstellend, was er momentan leistet.»

Während Spieler wie Serey Die, Davide Calla oder Giovanni Sio nicht einmal im Aufgebot waren, ist Taulant Xhaka momentan nicht wegzudenken aus der ersten Elf. Diese Wandlung zum unangefochtenen Stammspieler beim FCB ist doch ein wenig erstaunlich. Lange stand der ältere Bruder von Nati-Star Granit Xhaka in dessen Schatten. Er galt als rechter Aussenverteidiger und konnte sich auf dieser Position beim FCB nicht durchsetzten. So folgte zur Saison 2012/13 eine Ausleihe zu den Grasshoppers. Auch da war er unter Uli Forte kein Stammspieler. Er war der 12. Mann, der Stellvertreter, wenn in der Defensive ein Spieler ausfiel. Innenverteidiger, Aussenverteidiger, defensives Mittelfeld. Xhaka bekleidete jegliche Defensivpositionen.

Durchbruch unter Murat Yakin

Zur grossen Überraschung wollte ihn Murat Yakin vor der letzten Saison zurück beim FCB. Xhaka kam vorwiegend als defensiver Mittelfeldspieler zum Einsatz und war eine positive Überraschung. 23 Einsätze in der Meisterschaft und fünf in der Champions League hatte er Ende letzter Saison vorzuweisen. Kaum einer hätte ihm das zugetraut.

Ein Leidtragender von Xhakas guten Leistungen war Fabian Frei, der nicht zum Einsatz kam. Ein FCB ohne Frei war letzte Saison undenkbar. Im diesjährigen breiten Kader trifft es aber sogar den Allrounder, der aufgrund seiner Fähigkeiten ebenfalls für Xhakas Position prädestiniert wäre. Etwas ungewohnt war es für Frei schon, nicht zum Einsatz zu gelangen. Entsprechend angesäuert reagierte er nach dem Spiel: «Nein, nein, heute sage ich sicher nichts! Ich hab ja nicht gespielt. Warum? Das müsst ihr herausfinden». Ein Grund könnten die Leistungen des Basel-Busquets sein.

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