Super League
Strahlen im Hagelsturm: Der FC Basel strotzt gegen St. Gallen nur so vor Selbstvertrauen

Der FC Basel gewinnt drei Tage nach dem Einzug in den Cupfinal 3:0 in St. Gallen. Obwohl es für die Basler, die mittlerweile den zweiten Platz in der Liga definitiv für sich beansprucht haben, an sich keine relevante Partie mehr ist, weiss die Mannschaft zu begeistern.

Jakob Weber
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Am Schluss haben Musah Nuhu (r.) und der FC St. Gallen das Nachsehen gegen Kevin Bua (l.) und den FC Basel. Der FCB darf diesmal drei Punkte aus der Ostschweiz entführen.
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Über den Sieg freuen sich nicht nur Kevin Bua (l.) und Valentin Stocker (r.).
In der 82. Minute darf dann auch noch Valentin Stocker (M.) einnetzen: St. Gallens Milan Vilotic (r.) kann das 3:0 für die Basler nicht verhindern.
Acht Minuten später ist die Partie zu Ende, nach dem 1:1 im letzten Spiel gegen die St. Galler, hat der FCB nun eine klare Machtdemonstration gezeigt.
Der Torschütze Campo freut sich über seinen Treffer zum 2:0 - eine optimale Bewerbung für einen weiteren Einsatz in der Startelf.
In der 65. Minute fällt dann endlich das 2:0: Samuele Campo überlistet Nicolas Luechinger und Torhhüter Dejan Stojanovic (v.l.n.r.).
Da hilft auch ein Ziehen und Zerren nichts: Axel Bakayoko (r.) ist einfach schneller als der Basler Taulant Xhaka (l.)
Kein leichter Gegner: Zdravko Kuzmanovic (l.) schreitet energisch ein, als Jordi Quintilla (l.) sich dem Basler Tor nähert.
Gegen den «Kosovo-Messi» Edon Zhegrova (r.), sieht Simone Rapp (l.) alt aus.
Zur Pause führen die Basler noch immer, das freut die ganze Mannschaft.
Jordi Quintilla (l.) liefert sich mit Eray Cömert (r.) ein gefährlich aussehende Kopfballduell.
Wieder geht der FC Basel früh in Führung, nach 21. Minuten erzielt Ricky van Wolfswinkel das 1:0. Blas Riveros (l.) und Zdravko Kuzmanovic (r.) jubeln nach dem Tor.
Torhüter Dejan Stojanovic (l.) im erbitterten Zweikampf mit Ricky van Wolfswinkel (r.). Noch konnte Stojanovic einen Treffer verhindern.
FCSG-FCB (28.04.2019)
Im Schneegestöber beweist Valentin Stocker (r.) gegen Axel Bakayoko (l.) Zweikampfstärke.
Auch Milan Vilotic (l.) bekommt es mit Stocker (r.) zu tun.
Blas Riveros (r.) freut sich über seinen Platz in der Startformation. Diese Freude lässt er sich auch von Jordi Quintilla (l.) nicht nehmen.
Riveros gibt gegen St. Gallen tatsächlich alles und kramt dafür mächtig in der Trickkiste.

Am Schluss haben Musah Nuhu (r.) und der FC St. Gallen das Nachsehen gegen Kevin Bua (l.) und den FC Basel. Der FCB darf diesmal drei Punkte aus der Ostschweiz entführen.

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Es ist ein bemitleidenswerter Anblick. Pünktlich zum Anstoss öffnet der Himmel über der St. Galler Arena seine Schleusen. Haufenweise Eiskörner fallen herab und malträtieren die Frisuren der Spieler auf dem Rasen, noch bevor Schiedsrichter Erlachner die Partie eröffnet. Die Hagelkörner hopsen in den ersten Minuten auf dem immer weisser werdenden Grün, das Thermometer zeigt sechs Grad.

Neben den widrigen Bedingungen geben zu diesem Zeitpunkt zwei weitere Fakten Anlass zur Sorge. Durch die 1:3-Niederlage des FC Thun hatte sich der FCB bereits am Samstag vom Sofa aus Platz 2 und die damit verbundene Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation gesichert.

Sportlich geht es in der Liga seit diesem Wochenende definitiv um rein gar nichts mehr. Und drei Tage nach dem erfolgreichen Einzug in den Cupfinal wäre keiner überrascht gewesen, wenn der FCB gegen St. Gallen aufgrund des Cup-Katers nicht mit der gleichen Intensität zu Werke gegangen wäre. Doch die 13 755 Zuschauer – darunter auch über 1000 Basler – sollten überrascht werden.

Bewerbungen für die Startelf

Der FCB startet furios. Vielleicht liegt es daran, dass FCB-Trainer Marcel Koller sein Team im Vergleich zum Cupspiel auf sieben Positionen verändert hat und Samuele Campo, Valentin Stocker, Zdravko Kuzmanovic und Co. zeigen wollen, dass auch sie im Cupfinal Mitte Mai gegen Thun in die Startelf gehören.

Bereits in der 2. Minute donnert Campo – von Stocker in Szene gesetzt – einen Ball mit dem schwachen rechten Fuss an den Pfosten. Fünf Minuten später verfehlt Stocker selber aus guter Position das Tor. In der 14. Minute rettet dann St.-Gallen-Goalie Stojanovic mirakulös gegen den völlig frei zum Abschluss kommenden Ricky van Wolfswinkel.

Doch der FCB lässt sich von dem Chancenwucher nicht aus der Ruhe bringen. In der 21. Minute lanciert Blas Riveros den nächsten Angriff. Der Paraguayer, der im Cupfinal den gesperrten Raoul Petretta ersetzen soll und deshalb in den nächsten Wochen hinten links Spielpraxis sammeln darf, flitzt an zwei Gegenspielern vorbei und kommt bis zur Grundlinie. Diesmal hat van Wolfswinkel keine Mühe. Per Kopf verwandelt er die perfekt getimte Riveros-Flanke zur verdienten Führung.

Seit 17 Spielen ungeschlagen

Anschliessend nimmt der FCB den Fuss vom Gas und überlässt dem Gegner – sehr zum Ärger von Koller – viele Räume. Die Ostschweizer übernehmen das Spieldiktat, werden aber nur in einer Aktion wirklich gefährlich, als ein Kopfball von Rapp an der Latte landet.

Ansonsten machen die eingespielten Espen überraschenderweise viel mehr Fehler als der neu zusammengewürfelte FCB. FCSG-Trainer Peter Zeidler liefert nach Spielschluss eine Erklärung: «Basel strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Das hat man heute gesehen.» Tatsächlich ist der FCB jetzt seit 17 Spielen ungeschlagen.

In der zweiten Halbzeit sichert sich Rotblau mit der Abgeklärtheit eines Spitzenteams die drei Punkte. Zwei von drei gefährlichen Chancen landen im Tor. In der 65. Minute erzielt Campo nach einem schönen Doppelpass des eingewechselten Kevin Bua mit Stocker das 2:0.

Ein Geschenk für die Fans

Einziger Schönheitsfehler: Bei der Entstehung des Treffers steht van Wolfswinkel im Offside. In der 82. Minute macht Stocker mit dem 3:0 dann den Deckel drauf. Auch diesen Treffer bereitet Bua vor.

Diesmal bricht der Romand nach einem Doppelpass mit dem ebenfalls eingewechselten Fabian Frei zur Grundlinie durch, von wo er den Ball mustergültig auflegt und Stocker – wie zuvor auch Campo – nur den Fuss hinhalten muss.

Als das Spiel wenig später vorbei ist, scheint in St. Gallen sogar die Sonne. Die Gästefans hüpfen und singen euphorisiert: «Ole, Super FCB!» und «Cupfinal! Cupfinal! Cupfinal!» Den FCB-Spielern steht beim Gang in die Kurve ebenfalls die Freude ins Gesicht geschrieben. Denn der Anblick ihrer Fans zeigt ihnen, warum es sich gelohnt hat, auch in diesem eigentlich unwichtigen Spiel alles zu geben.

Die Stimmen zum Spiel:

Die Noten um Spiel:

Jonas Omlin: Note 5 - In der 38. Minute muss der FCB zittern, ober er weitermachen kann. Kann er. Vielbeschäftigt ist er danach nicht. Aber wenn es nötig ist, ist er zur Stelle.
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Silvan Widmer: Note 5 - Rekapituliert man sein Spiel, gibt es kaum Aktionen, in denen er den Kürzeren zieht. Defensiv immer auf dem Posten und vorne mit guten Flanken.
Eray Cömert: Note 4 - Er beginnt gut, nimmt mit zunehmender Spieldauer aber zu oft ein Risiko in Dribblings und verliert die Bälle. Bestraft wird er dafür zum Glück nicht.
Marek Suchy: Note 4,5 - Sein Körpereinsatz in der 58. ist in St. Galler Augen penalty-würdig. Der Schiri sieht dass zurecht anders. Sonst nicht im Fokus, weil fehlerfrei.
Blas Riveros: Note 5 - Seine Vorarbeit vor dem 1:0 betitelt Koller als «hervorragend». Offensiv wirksamer als Petretta, defensiv aber ab und an mit zu wenig Disziplin.
Taulant Xhaka: Note 4,5 - Sein 200. Super-League-Spiel nimmt ein unschönes Ende: Muss in der 61. mit Schmerzen raus. Zuvor der gewohnt zuverlässige Abräumer.
Zdravko Kuzmanovic: Note 4,5 - Spielt erstmals über die ganzen 90 Minuten. Fordert in diesen wie immer stets den Ball, verschenkt diesen aber etwas oft fahrlässig an den Gegner.
Edon Zhegrova: Note 4 - Zum zweiten Mal in der Startelf, schlenzt er in der 31. Minute den Ball etwas zu weit am Tor vorbei. Muss in der Pause aus taktischen Gründen raus.
Samuele Campo: Note 5 - St. Gallen liegt ihm. Nachdem er bereits im letzten Duell treffen konnte, erzielt er dieses Mal das Tor zum 2:0 und leitet dieses auch gleich selber ein.
Valentin Stocker: Note 5 - Er steht am Ursprung des ersten und am Ende des letzten Basler Tores. Ansprechende Leistung. Ist laufwillig und torhungrig.
Ricky van Wolfswinkel: Note 5 - Mit seinem Kopfball-Tor zum 1:0 schliesst er mit Ligatreffer Nummer 12 zu Albian Ajeti auf. Über die ganze Dauer des Spiels ein Aktivposten.
Kevin Bua: Note 5 - Ersetzt in der Pause Zhegrova und wirbelt um einiges mehr als der Kosovare. Bereitet Campos 2:0 sowie Stockers 3:0 jeweils von rechts vor.
Fabian Frei: Note 4.5 - Ersetzt in der 61. Minute den angeschlagenen Xhaka. Mit seinem sehenswerten Chip-Ball auf Bua vor dem 3:0 leistet er seinen Anteil am Endstand.
Luca Zuffi: Note / - Darf ab der 81. Minute auch noch ein bisschen mittun. Er ersetzt Torschütze Campo, ist aber zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

Jonas Omlin: Note 5 - In der 38. Minute muss der FCB zittern, ober er weitermachen kann. Kann er. Vielbeschäftigt ist er danach nicht. Aber wenn es nötig ist, ist er zur Stelle.

ho

Die Highlights im Video: