Basketball
Starwings gewinnen gegen Winterthur: Ein Sieg des Kollektivs über zwei Wurfmaschinen

Die Starwings gewinnen das Basket-Derby gegen den BC Winterthur mit 82:69 (44:41). Das Birstaler Kombinat wurde seiner Favoritenrolle erst in der Schlussphase gerecht. Mit dem Erfolg über das Schlusslicht rückten die Unterbaselbieter in der Rangliste der Nationalliga A auf den 4. Platz vor.

Georges Küng
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Octavius Brown und die Starwings gewinnen gegen Winterthur.

Octavius Brown und die Starwings gewinnen gegen Winterthur.

Uwe Zinke/sportives

Der Auftakt war seitens der Gastgeber beschwingt und die „Wings“-Stammfünf mit Spiel­macher Chris Jones, Alexis Herrmann, Captain Joël Fuchs, Octavius Brown und Center Darell Vinson zeigte flotte Spielzüge. 7:0 nach 115 Sekunden und 13:3 nach vier Minuten liessen die gutgelaunten Zuschauer glauben, dass der Vergleich mit „Winti“ zu einer Form­sache respektive besserem Sparring würde.

Doch schnell ging der Anfangselan verloren und die Gäste hatten als Antwort zwei Spieler, welche alleine den Gast ins Spiel zurück­brachten und danach in der Partie hielten. Aufbauer Rashad Whack (USA), bis vor zwei Wochen Alleinunterhalter, hat mit Keith Downing einen Landsmann erhalten, der einer Wurfmaschine gleich aus allen Distanzen, Lagen und Positionen wirft. Und zumeist auch trifft. Diese beiden Amerikaner, nahmen zusammen 43 von 63 Würfen der Zürcher; US-Center Sean Sheldon versuchte, jene Bälle zu pflücken, welche nicht in den Korb gingen. Und die Schweizer Spieler, darunter mit dem ex-Starwings-Akteur Stefan Petkovic immer­hin das einstige Jahrhunderttalent, sind maximal Ergänzungsspieler. Gasttrainer Daniel Rasljic darf jedoch mildernde Umstände aufführen. Mit dem Senegalesen Badou Diagne (23, 201 cm) fehlte unter den Brettern ein wichtiger Mann, der eine grössere Rotation er­möglicht hätte.

Als Kollektiv stärker

Natürlich ist bei den Starwings die Stammfünf auch dominant; aber als 6. Mann kam mit Patrik Hauri ein Mann, der erst vor einer Woche in Boncourt zu seinen ersten Minuten in der Nationalliga A gekommen war. Und zuletzt konnte Cheftrainer Roland Pavloski doch neun Akteuren das Vertrauen schenken; während die Bank von Winterthur keinen einzigen Zähler beisteuerte, erzielten Hauri, Björn Schoo, Alessandro Verga und Philippe Sager doch 15 Punkte.

Dass die Starwings nie entscheidend wegkamen, und einige Male mit einem oder zwei Punkten in Rückstand lagen, hatte auch damit zu tun, dass mit Chris Jones der Denker und Lenker vorerst von allen guten Geistern verlassen war. Bereits nach 17 Minuten wies der Mann, der auf seiner Position der wohl kompletteste Spieler der gesamten Nationalliga A ist, drei Fouls auf. Und hatte weder gepunktet (zwei Zähler) noch seine Mitspieler mit Zuspielen bedient. Die Folge war, dass Jones während des ganzen dritten Viertels auf der Bank sass. Und als es nach 35 Minuten und drei Sekunden 65:66 stand, da wusste jeder­mann in der Sporthalle, dass es zu dramatischen Endminuten kommen würde.

Zu diesem Zeitpunkt stand Jones wieder auf dem Feld – und er war es, der mit einen superben Dreier und sicheren Freiwürfen (sechs von sechs) die Starwings zu einem sicheren Erfolg führte. Er erzielte in sieben Minuten 13 Punkte und deutete an, wozu die­ser Mann fähig ist.

Zweimal ein „Double – Double“

Unter den Brettern ackerte und rackerte Darell Vinson. 15 Rebounds und 15 Punkte wer­den seinem Namen „Mister Double – Double“ gerecht. Aber auch Octavius Brown, der nach seinem schwarzen Cupabend gegen Lausanne mächtig aufgedreht hat, zeichnete sich durch 18 Zähler und zehn Rebounds ab. Und in den zweiten 20 Minuten konnte er seinen Antipoden Downing mächtig reduzieren. Hatte der Flügelspieler in der ersten Halb­zeit noch 23 Punkte erzielt, blieb seine Ausbeute bei sieben Zählern überschaubar.

Der gewohnt sichere Wert war Fuchs, der diesmal seine Punkte nicht mit Distanzwürfen erzielte, sondern bewusst zum Korb ging und mit seinen energischen Durchbrüchen die Winterthurer Defense vor Problemen stellte.

Mit einer Bilanz von 4:2-Erfolgen, bei zwei Auswärtssiegen, sind die Starwings blendend in die Saison gestartet. Noch gelingt es der Mannschaft nicht, die guten Phasen über eine längere Periode zu halten. Aber man spürt, dass da eine Mannschaft am Werk ist, die soli­darisch zueinander ist und ein jeder bereit ist, Fehler des Nebenmannes auszubügeln. Bereits am kommenden Samstag gastiert das einst „Grande Lugano“ in Birsfelden. Der Serienmeister aus dem Tessin ist nicht mehr ganz so „grande“, aber weiterhin eine Lan­desgrösse. Würde das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat jedoch auch diesen Vergleich gewinnen, so würden sich die Starwings im ersten Drittel der Tabelle festsetzen – und eini­ge vermeintliche Titelkandidaten (Lugano, Neuchâtel) hinter sich gelassen haben.

Starwings – BC Winterthur 82:69 (44:41)

Sporthalle Birsfelden. - 355 Zuschauer. - SR: Novakovic/Sani/Hüsler.

Starwings: Jones (15), Herrmann (5), Fuchs (14), Brown (18), Vinson (15); Hauri (2), Schoo (8), Verga (5), Sager; Devcic, Pavlovic.

Winterthur: Whack (16), Petkovic (3), Downing (30), Savon (6), Sheldon (14); Marchand, Ra­mirez, Hulliger; Henrici.

Bemerkungen: Starwings ohne Carrara und Thélémarque (beide verletzt). - Winterthur ohne den Senegalesen Diagne und Disanayake (beide verletzt). - Viertelsresultate: 19:20, 25:21 (44:41); 13:14 (57:55) und 25:14 (82:69). - Fouls: Starwings 14, Winterthur 15. - Zu den bes­ten Spielern wurden Brown und Downing (beide USA) gewählt.