Fussball
Soziales Engagement im Krisenherd

In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen bringen der FC Basel, Werder Bremen und Bayer Leverkusen jungen Frauen und Männern aus Palästina bei, wie sie Kindern in Fussballtrainings Sozialkompetenzen und Grundwerte vermitteln können.

Merken
Drucken
Teilen
Taktikunterricht mit Hiba, beobachtet von Basels Willy Schmid. zvg

Taktikunterricht mit Hiba, beobachtet von Basels Willy Schmid. zvg

Das Wetter spielt leider nicht wie gewünscht mit, als die Vorbereitungen auf dem kleinen, noch leeren Betonplatz mit zwei einfachen Toren im SOS-Kinderdorf in Bethlehem beginnen. Es fängt an zu regnen. Dies hält die Ausbildungsteilnehmer jedoch nicht davon ab, die letzten Vorbereitungen für das bevorstehende Kinder-Fussballturnier zu treffen. Für Hiba und Manal ist es ein besonderer Tag. Sie sind beide in diesem SOS-Kinderdorf aufgewachsen. Heute möchten sie etwas Besonderes für die Kinder organisieren, die momentan noch hier leben. Sorgfältig markieren sie das staubige Feld mit den vielen farbigen Hütchen. Ingo Goetze, Trainer vom SV Werder Bremen, beobachtet sie dabei und gibt den einen oder anderen Input.

Ziel der Fussball-Initiative, welche von der gemeinnützigen Basler Stiftung Scort in Zusammenarbeit mit ihren Partnerklubs organisiert wird, ist es, junge Menschen als Übungsleiter und Multiplikatoren für den Kinderfussball auszubilden. Möglichst viele benachteiligte junge Menschen sollen dadurch von gut organisierten Trainings profitieren und eine sinnvolle und stärkende Freizeitbeschäftigung geboten bekommen. «In Krisengebieten ist es wichtig, dass wir die Kinder unterstützen und sie durch gut organisierte Freizeitaktivitäten fördern und stärken», meint Rami Kader vom Diyar-Consortium, dem lokalen Hauptprojektpartner.

Hiba, Manal und die anderen «Young Coaches» begrüssen inzwischen die sechs- bis vierzehnjährigen Kinder und teilen sie für das Turnier in Gruppen ein. Hiba wurde in Gaza geboren, wuchs aber im SOS-Kinderdorf in Bethlehem auf. Bis zu ihrem Ausbildungsabschluss, den sie kürzlich im kaufmännischen Bereich absolviert hat, lebte sie nach dem Prinzip des SOS-Kinderdorfs zusammen mit sechs anderen Kindern und ihrer «Ersatzmutter» in einem der kleinen Häuser. Fast 100 Mädchen und Buben aus den palästinensischen Gebieten wohnen hier heute insgesamt.

Hiba steht nun nach Abschluss ihrer Ausbildung auf eigenen Füssen. Nebst ihrem täglichen Beruf leitet sie zweimal pro Woche Fussballtrainings im SOS-Kinderdorf. «Ich schätze diese Ausbildungsmöglichkeit sehr. Es ist wunderbar, von so tollen Trainern unterrichtet zu werden und zusammen mit den anderen aus der Gruppe zu lernen», berichtet die junge Frau und strahlt. (pd)