Curling
Silvana Tirinzoni gewinnt Schweizer Traumfinal gegen Mirjam Ott

Zum ersten Mal in der Geschichte gewinnt mit dem Team Aarau PwC eine Schweizer Mannschaft das Womens Masters.

Nicolas Bieri
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Impressionen vom Womens Masters in Arlesheim
7 Bilder
Der Zirkelentscheid im Final.
Volle Konzentration: Das Team Aarau um Esther Neuenschwander (mi) bringt den Stein auf seinen Weg, Manuela Siegrist (l.) und Marlène Albrecht.
Hartnäckiger Finalgegner: Das Team Davos mit Alina Pätz (mi), Carmen Schäfer (l.) und Janine Greiner.
Fingerspitzengefühl beim Team Davos.
Unter den wachsamen Augen von Davos Mirjam Ott (re) wird um jeden Milimeter gewischt.
So sehen Sieger aus: Die Aarauerinnen freuen sich über den Sieg.

Impressionen vom Womens Masters in Arlesheim

Kenneth Nars

Sieben Jahre lang dominierten die Schwedinnen das Geschehen am Womens Masters in Arlesheim. Am nächsten dran, dies zu ändern, war im vergangenen Jahr Silvana Tirinzoni mit ihrem Team Aarau PwC. Erst im Final musste sie sich Margaretha Sigfridsson geschlagen geben. «Dann gewinne ich eben im nächsten Jahr!», sagte sie damals kämpferisch voraus. Und sie sollte recht behalten. In einer höchst spannenden Final-Partie besiegte Tirinzoni gestern das Schweizer Curling-Aushängeschild Mirjam Ott mit 7:5 und erfüllte sich so einen ihrer grössten Träume: «Von allen Turnieren dieser Welt, wollte ich dieses am meisten gewinnen».

Kein optimaler Start

Das Spiel begann aus Aarauer Sicht aber alles andere als optimal. Obwohl mit dem Vorteil des letzten Steins im Rücken, liessen sie sich in den ersten beiden Ends gleich drei Steine stehlen. «Da müssen wir nochmals über die Bücher, das war gar nicht gut», zeigte sich Tirinzoni nach dem Spiel kritisch.

So ärgerlich dieser Fehlstart auch war, die Reaktion liess nicht lange auf sich warten: Trotz komfortabler 3:0-Führung spielten die Davoser Frauen um Skip Mirjam Ott weiter munter offensiv. Zu offensiv, wie sich herausstellte. Drei kapitale Fehlsteine, zwei davon von Ott selbst, ermöglichten den Aarauerinnen ein 5er-Haus. «Mirjams Taktik hat mich etwas überrascht», sagte Tirinzoni nach dem Spiel. «Uns hat das voll gepusht. Ich glaube, das war schon der Wendepunkt in der Partie».

Kuriose Szene im vierten End

Auch im vierten End fand die ehemalige Weltmeisterin Mirjam Ott nicht zu ihrem Spiel. Bereits einen Fehlstein gespielt, legte sie auch ihren zweiten und letzten Stein nur derart knapp ins Haus, dass sogar gemessen werden musste, ob es für einen Punkt reicht. Das Kuriose: auch nach dem fünften Messen und dem Herbeiziehen beider Skips konnte man sich nicht darauf einigen, welcher Stein näher zum Zentrum liegt. Schlussendlich erklärte der Schiedsrichter das End zu einem Nuller-End.

«Noch nie passiert»

«Ich spiele seit 25 Jahren Curling, aber das ist mir noch nie passiert», kommentierte Tirinzoni die aussergewöhnliche Szene.

Ott konnte in der Folge nochmals zum 5:5 ausgleichen. Die Entscheidung fiel dann im siebten End, als Manuela Siegrist, die Baslerin ist auf diese Saison hin neu zum Team Aarau PwC gestossen, mit einem starken sechsten Stein die Grundlage zu einem Zweier-Haus und der vorentscheidenden 7:5-Führung legte. Dabei blieb es dann auch.

Speziell beim Team Ott: Da sie das Turnier in Arlesheim als offiziellen Olympia-Test ausgerufen hatten, spielte Ersatzspielerin Alina Pätz, Skip vom Team Baden, mit den Davosern. So spielte man von Spiel zu Spiel mit wechselnden Konstellationen, um für alle Eventualitäten in Sotschi gerüstet zu sein.