Eishockey
Sharks-Trainer Stecher vor Saisonstart: «Müssen weg vom Minimum»

Dino Stecher steht am Freitag in Martigny erstmals in einem Pflichtspiel an der Basler Bande. Nach einer intensiven Vorbereitung sind die Sharks bereit für die neue Herausforderung und die Wiedergutmachung für die letzte Saison.

Jonas Burch
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Hat sich bestens mit seiner Chefrolle angefreundet: Dino Stecher gibt Training in der St.-Jakob-Arena die Richtung vor. Martin Töngi

Hat sich bestens mit seiner Chefrolle angefreundet: Dino Stecher gibt Training in der St.-Jakob-Arena die Richtung vor. Martin Töngi

Martin Toengi

Das Warten hat ein Ende. Nach monatelangem Tüfteln, Schwitzen und Rotieren ist der Tag X gekommen. Bei Red Ice Martigny starten die Basel Sharks ins neue, ungewisse Abenteuer. Was sind die Resultate aus der Vorbereitung wert? Greifen die Automatismen? Fragen, die sich in den nächsten Wochen nach und nach klären werden. Dino Stecher ist zuversichtlich. In vielen Belangen:

Vorbereitung: «Die Zeit seit meiner Ankunft im Mai war intensiv. Sehr intensiv. Aber immer positiv. Letztlich war die Vorbereitungszeit fast zu kurz. Hätten wir noch einen Monat länger zu Verfügung gehabt, würden dann auch die letzten Automatismen greifen. Diese kommen ohnehin nur durch Spielpraxis und Ernstkämpfe. Aber so geht es allen Teams.»

Testspiele: «Von den acht Testspielen haben wir vier gewonnen, drei verloren und ein untenschieden herausgeholt. Eine solide Bilanz. Gut gefallen hat mir, dass wir gegen die deutschen Teams aus Schwenningen (Anm. d. Red.: neu in der DEL) und Ravensburg (2. Bundesliga) gut mithalten konnten. Vor allem vom Tempo und der Physis her, waren wir phasenweise überlegen. Negativ in Erinnerung bleibt die Partie gegen Etoile Strasburg, die wir im Penaltyschiessen verloren haben. Vor allem wegen mentalen Mängeln. Ein paar Spieler müssen sich klar werden, dass sie endlich raus aus dieser Komfortzone müssen. Es gibt keine Ausreden mehr.»

Kader: «Unsere Mannschaft hat ein enormes Entwicklungspotenzial. Andere NLB-Teams stellen bereits ‹fertige› Spieler, die man nicht mehr formen kann. Das kann für uns ein Vorteil sein. Grundsätzlich habe ich bewusst darauf geachtet, eine Mischung aus Erfahrung und Talent zu finden. Von Bern kamen drei Nachwuchshoffnungen mit einem 94er-Jahrgang (Anm. d. Red.: siehe Artikel unten) und auf der anderen Seite stösst mit Michel Riesen ein Routinier ins Team. Einen positiven Eindruck habe ich auch von den beiden Kanadiern Brandon Buck und Kyle Greentree bekommen. Sie sind ehrgeizig, engagiert und haben sich mehr und mehr in der Schweiz eingelebt. Für das Duo beginnt die Saison erst jetzt, deswegen weiss ich, dass sie noch eine Schippe drauflegen können. Grundsätzlich muss sich aber jeder einzelne bewusst sein, dass Talent allein nicht reicht. Alle müssen hart arbeiten, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.»

Philosophie: «Ein Trainer kann kein neues Spielsystem erfinden. Aber er kann unterschiedliche taktische Elemente kombinieren. Also haben wir ein Stück Davos, Bern oder Biel in unserem Spiel (lacht). Ich bin ein Coach, der sein Hauptaugenmerk auf das Tempo legt. Wir wollen vorwärtsspielen, Torgefahr ausstrahlen und damit die Zuschauer begeistern. Im Gegenzug erwarte ich von allen Spielern auf dem Eis ein schnelles Umschalten bei einem Scheibenverlust. Was sich simpel anhört, sind Mechanismen, die über Monate erarbeitet werden müssen.»

Saisonziel: «Es wäre unangebracht einen bestimmten Platz als Ziel auszurufen. Das verunsichert und setzt die Mannschaft unnötig unter Druck. Aber ich habe sicher höhere Erwartungen als meine Spieler und der Vorstand hat höhere Ambitionen als ich. So muss es auch sein. Wir müssen weg vom Minimum.»

Die Gegner in der NLB: Die Entwicklung dieser Liga ist erstaunlich. Ich würde sogar sagen, dass wir in der besten NLB Europas sind. Wenn man sich anschaut, welche ehemaligen NLA-Profis auch in der NLB keinen Abnehmer finden, wird der Stellenwert der Liga nochmals überdeutlich. Ein bisschen aufs Eis gehen und auf die Routine setzen, reicht in der NLB schon lange nicht mehr. Entsprechend drängen sich viele Teams auf, die um die Spitze mitspielen wollen: Langenthal, Olten, Langnau, Visp oder auch Ajoie, die im letzten Jahr Qualifikationssieger wurden. Sie sind stark besetzt, was nicht heissen soll, dass wir chancenlos wären. Auch wir kennen unsere Stärken.»

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