Eishockey
Sharks mit Transfer-Coup: Michel Riesen wechselt ans Rheinknie

Die EHC Basel Sharks verpflichten mit Michel Riesen eine grosse Nummer. Im NLB-Team wird vom Neuzugang der Rapperswil-Jona Lakers vor allem eine Leaderfunktion erwartet. Mit 609 NLA-Partien auf dem Buckel erfüllt der 34-Jährige jede Voraussetzung.

Marcel Kuchta
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Diskutiert in Zukunft in der NLB mit den Schiedsrichtern: Michel Riesen.

Diskutiert in Zukunft in der NLB mit den Schiedsrichtern: Michel Riesen.

Keystone

Damit durfte man nun wirklich nicht rechnen. Michel Riesen, einer der talentiertesten Stürmer der Schweizer Eishockey-Geschichte, wird ab der kommenden Saison für den EHC Basel spielen. Der 34-Jährige, der zuletzt während vier Spielzeiten bei den Rapperswil-Jona Lakers im Einsatz stand, unterschrieb bei den Sharks einen Zweijahresvertrag.

Vor seinem Engagement bei den Lakers spielte Michel Riesen für Biel (1994 bis 1997) und Davos (1997 bis 1998 sowie 2001 bis 2009), wobei er es in 609 NLA-Partien auf 414 Skorerpunkte (230 Tore/184 Assists) brachte. Mit dem HCD holte er viermal den Meistertitel. Zudem gewann er mit der U18- und der U20-Nationalmannschaft die WM-Bronzemedaille. Durch seine herausragenden Auftritte mit den Junioren-Nationalteams galt er als einer der weltweit besten Stürmer seines Jahrgangs. 1997 sicherten sich die Edmonton Oilers Riesens Rechte in der ersten Runde des NHL-Drafts. Der Goalgetter war damit der erste Schweizer Eishockeyspieler, dem diese Ehre zuteil wurde.

Zu mehr als zwölf NHL-Spielen (1 Assist) reichte es Riesen jedoch nicht. Den Grossteil seiner drei Jahre in Übersee verbrachte der Flügelstürmer bei Edmontons Farmteam, den Hamilton Bulldogs, in der AHL. Den Durchbruch auf NHL-Niveau schaffte er allem Talent und aller Vorschusslorbeeren zum Trotz nie, machte jedoch nach seiner Rückkehr in die Schweiz beim HC Davos als kongenialer Partner von Reto von Arx eine erfolgreiche Karriere.

Diese Karriere wird er nun aller Voraussicht nach beim EHC Basel ausklingen lassen. Laut Sharks-Trainer Dino Stecher «wussten wir zwar, dass Michel auf dem Markt ist. Wir hätten jedoch nicht geglaubt, dass wir eine reelle Chance haben, ihn zu holen.» Doch da täuschten sich die Basler Verantwortlichen. Nachdem sich Riesen und sein Stammklub, der EHC Biel, nicht einig wurden, waren die Basler plötzlich im Geschäft und konnten den unerwarteten Transfer unter Dach und Fach bringen.

«Michel kann in Basel eine wichtige Rolle spielen. Er fühlte sich von uns verstanden. Und er spürt, dass er uns helfen kann», beschreibt Dino Stecher den Findungsprozess. Von seinem prominenten Zuzug, der gemäss gut unterrichteten Quellen bei weitem nicht der bestbezahlte Schweizer NLB-Spieler sein wird, erhofft sich Dino Stecher vor allem eine Leaderfunktion. «Er soll unseren Jungen Support geben, so wie er das schon zu seiner Zeit in Davos gemacht hat. Er mag gegen aussen ein introvertierter Typ sein. Aber wenn es um Eishockey geht, dann ist er ein Spieler, der wertvolle Tipps geben kann. Sein Erfahrungsschatz ist riesig, sein Sinn fürs Eishockey sehr ausgeprägt.»

Riesens Engagement ist gemäss Dino Stecher nicht an weiterreichende, berufliche Perspektiven nach seiner Aktivkarriere geknüpft. «Es ist logisch, dass er sich in seinem Alter Gedanken über die Zeit nach seiner Karriere macht. Wir werden entsprechende Bemühungen seinerseits bestimmt nicht einschränken.» Sicher ist: die NLB-Torhüter werden sich in Acht nehmen müssen.

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