Orientierungslauf
Schweizer Brillanz beim Weltcupfinale in Liestal

Den Weltcup.Gesamtsieg bereits auf sicher, zeigte Daniel Hubmann erneut eine überragende Leistung. In seinem Schatten liefen weitere Schweizer zu Top-Ergebnissen. Für Diskussionsstoff sorgte die einstweilige Disqualifikation von Fabian Hertner.

Von Jörg Greb
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Der nunmehr fünffache Gesamtweltcupsieger Daniel Hubmann läuft auch vor Heimpublikum zum Sieg.

Der nunmehr fünffache Gesamtweltcupsieger Daniel Hubmann läuft auch vor Heimpublikum zum Sieg.

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Langweile kam keine auf während der gesamten Renndauer von rund zweieinhalb Stunden. Auch ohne Waldfeeling. Vielmehr herrschte im Zielraum bei der Schulanlage Frenkenbündt Spannung während eines Grossteils des Mitteldistanz-Rennens.

Hunderte verfolgten den Ausgang auf der Grossleinwand mit den GPS-Einspielungen auf der Karte: diskutierten über Routenwahlen, wunderten sich über Irrwege und staunten über Positionsverschiebungen. Glänzend untermalt, kommentiert und ergänzt wurde das Optische durch das kompetente Speakerpaar: den einstigen Schweizer Nationaltrainer Nik Suter und den Regionalläufer Dominic Hadorn.

Die Stimmung hoch hielten die Schweizer. Sie brillierten, sowohl bei den Männern wie bei den Frauen. Die Ränge 1, 2, 4 und 6 bei den Männern durch Daniel Hubmann, Florian Howald, den Pratteler Fabian Hertner und Andreas Rüedlinger sprachen ebenso für sich wie die Platzierungen 2 durch Judith Wyder, 4 durch Sabine Hauswirth, 5 durch Sara Lüscher und 6 durch Julia Gross.

Hubmann deklassiert Konkurrenz

Eine Klasse für sich war Hubmann, welcher in der an und für sich engen Konkurrenz, allen Widersachern 1:45 und mehr Minuten abnahm - bei einer Siegerzeit von gut 32 Minuten. Und das, obwohl dem 31-jährigen Thurgauer der Weltcup-Gesamtsieg (der insgesamt fünfte) schon zuvor nicht mehr zu nehmen gewesen war.

«Ich hatte mich nochmals sehr seriös vorbereitet, fühlte mich hervorragend und sehr ambitioniert», sagte er. Und er fand wie kein Anderer die Balance zwischen Sicherheit in den diffizilen Abschnitten und «vollem Tempo ohne Studieren» auf Wegabschnitten. «Mir gelang es aggressiv und offensiv zu laufen», betonte Hubmann.

Hertner Diskussionen

Für Diskussionsstoff sorgte Fabian Hertner. Der Baselbieter war vor dem Schlussposten irrtümlich in ein Sperrgebiet hineingelaufen, hatte dieses aber auf demselben Weg rückwärts wieder verlassen. Zuerst wurde er deswegen disqualifiziert.

Nachdem das Schweizer Team Protest eingelegte, bestätigte die Jury seinen vierten Rang doch noch. Nicht unbedeutend, da er heute noch um einen Podestrang in der Weltcup-Gesamtwertung kämpft.

Wyder trotzt den widrigen Umständen

Um neun Sekunden verpasste Judith Wyder den Sieg bei den Frauen. Eine Leistung, die sie «sehr zufrieden stellte», zumal die je dreifache Welt- und Europameisterin in den letzten Monaten durch einen Sturz und durch Krankheit an einer zielgerichteten Vorbereitung gehindert worden war und sie zudem durch die Wiederaufnahme der Teilzeitanstellung als Physiotherapeutin intensiv beansprucht worden war.

Beinahe wäre sogar noch mehr möglich gewesen: Weil die Bernerin rund bei Streckenhälfte vom zehnten Posten in die falsche Richtung lossteuerte, büsste sie rund 40 Sekunden ein. Stärker als sie lief den Schluss des Parcours niemand.

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