Eishockey
Schritt für Schritt in die Eiger-Nordwand

Die Basel Sharks wollen in der kommenden NLB-Saison einen nächsten sportlichen Sprung machen. Das Ziel lautet Playoff-Halbfinal. Um mittelfristig mehr zu erreichen, braucht es in vielen Bereichen vor allem Geduld.

Rainer Sommerhalder
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Neuer Rückhalt: Torhüter Lorenzo Croce ist vom HC Ambri-Piotta zum EHC Basel Sharks gekommen. Keystone

Neuer Rückhalt: Torhüter Lorenzo Croce ist vom HC Ambri-Piotta zum EHC Basel Sharks gekommen. Keystone

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CEO Beat Kaufmann praktiziert eine Politik der kleinen Schritte. «Um die Eiger-Nordwand zu bezwingen, muss alles stimmen: die äusseren Bedingungen, die Ausrüstung und vor allem auch die Kondition.» Kaufmann zieht einen unorthodoxen Vergleich zu den Ambitionen seiner Basler Haie, «die mittelfristig auf jeden Fall in die NLA gehören und dort auch eine gewisse Rolle spielen sollen.» Der mächtige Mann beim B-Ligisten will in seiner vierten Saison weiterhin den Weg der stetigen Verbesserungen gehen und unterstreicht, dass dies in vielerlei Beziehung eine Geduldsfrage sei. «Momentan sind wir noch in keinster Weise fit für die NLA», sagt Kaufmann, «aber die Richtung stimmt.»

Team: Die Ausgabe 2011/12 der Basel Sharks ist auf dem Papier stärker einzuschätzen als das Team der letzten Saison, in welcher man den sechsten Platz belegte und in den Playoff-Viertelfinals an Olten scheiterte. Die Torhüter Mantegazzi, Ciaccio und Osterwalder werden durch Lorenzo Croce und Simon Pfister ersetzt. Den Abgängen der Stammspieler im Sturm – Keller, Bianchi, Isabella und Stefan Mäder – stehen die Zuzüge von Stefan Schnyder, Pascal Marolf und Marvin Frunz gegenüber. Die grössten Veränderungen ergeben sich in der Verteidigung. Dort wurden gleich vier der acht Plätze ausgetauscht. Mit Oliver Schäublin, Julien Bonnet, Hans Pienitz und Louis Heinis ist zweifellos mehr «Wasserverdrängung» an Bord.

«Das ist für uns ein interessantes Projekt»

Zusammenarbeit: Anstatt des gewöhnlichen Partnerschaftsvertrags – letzte Saison mit Ambri-Piotta – hat Beat Kaufmann mit seinem früheren Arbeitgeber HC Lugano eine weitergehende Zusammenarbeit vereinbart. Je ein Verteidiger und ein Stürmer der Luganesi sollen fix während der ganzen Saison inklusive der Playoffs an Basel ausgeliehen werden. «Das ist für uns ein interessantes Projekt», sagt Kaufmann.

Nachwuchs: Für Kaufmann eine Kernaufgabe, um mittelfristig in der NLA erfolgreich zu sein. Nur wer konsequent Spieler aus der Region einbaue, der erreiche auch bei Publikum und Sponsoren Akzeptanz. «Und im Vergleich zum FC Basel fristen wir in Sachen Nachwuchsförderung ein Mauerblümchendasein.» Auch im Verhältnis zu anderen Eishockeyklubs in den grossen Agglomerationen hinke Basel mehrere Schritte hinterher. «Nur in einer von vier Junioren-Stufen messen wir uns derzeit mit den Besten des Landes», sagt Kaufmann. Gemeinsam mit den Partnerklubs Zunzgen-Sissach, Laufen und Rheinfelden müsse die Anzahl der Nachwuchsspieler im Vergleich zum Startschuss der Zusammenarbeit verdoppelt werden.

Publikum und Sponsoren: Weiterhin ein hartes Pflaster für die Sharks. Die Sponsoring-Einnahmen der letzten Saison entsprachen nicht den Erwartungen und Zielen. Von der angestrebten Marke von 1000 verkauften Saison-Abos für die kommende Spielzeit ist man noch um Meilen entfernt. «Aber in beiden Bereichen zeigt die Tendenz aufwärts», sagt Basels CEO.