Sechs Monate später wechselt der 22-jährige Innenverteidiger für rund 25 Millionen Franken vom FC Basel zu Borussia Dortmund. «Manuel hat sich mit seinen Leistungen ins Visier mehrer europäischer Topklubs gespielt, und wir sind glücklich, dass er sich für uns entschieden hat», sagt BVB-Sportchef Michael Zorc.

Neben Dortmund sollen auch Liverpool, Manchester United oder Westham United an der Verpflichtung des Schweizer Neo-Nationalspielers interessiert gewesen sein. Das grosse Interesse aus England und die vollen Kassen Dortmunds – im Sommer überwies Barcelona rund 120 Millionen Franken für Ousmane Dembélé an die Borussen – haben den Preis für Akanji nach oben getrieben.

Für das Interesse aber hat Akanji aber selbst gesorgt. Mit starken Leistungen in der Nationalmannschaft (4 Länderspiele) und in der Champions League. Mit seiner Schnelligkeit, seiner Zweikampfstärke, seiner Spielauslösung – und einer gesunden Portion Selbstvertrauen.

Wicky will gleichwertigen Ersatz Manuel Akanji spricht von einer «Herzensentscheidung», er habe den Fussball von Dortmund immer gemocht. So gross das Glück des Spielers, so schwierig die Suche nach einem Nachfolger für den FC Basel. Er wolle nicht nur mit Marek Suchy und Éder Balanta sowie einem Back-up aus der U21 in die Saison starten, liess Trainer Raphael Wicky Sportchef Marco Streller wissen. «Das wäre zu wenig für unsere Ziele», wie Wicky sagt.

Es ist davon auszugehen, dass er auch in der Rückrunde immer mal wieder mit drei Innenverteidigern in einem 3-4-3 oder einem 3-5-2 spielen lassen wird. Zum andern könnten sich Suchy oder Balanta verletzen. Ein zu grosses Risiko für den FCB und dessen Ambitionen.
Die Basler waren auf den Abgang Akanjis vorbereitet. Entsprechend haben sie eine klare Vorstellung, was sie suchen.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder holt man leihweise einen erfahrenen Innenverteidiger für eine halbe Saison mit einer allfälligen Option auf Verlängerung. Noch lieber aber würde man einen Mann holen, der ähnliche Anlagen mitbringt wie Akanji: jung, talentiert, schnell. Findet man einen solchen, strebt man selbstverständlich einen definitiven Wechsel an.

Derzeit wird heiss darüber spekuliert, wer denn als Ersatz für Akanji geholt werden könnte. Schon letzten Sommer gab es Gerüchte um eine Rückkehr von Timm Klose. Für den Norwich-Profi war immer klar, dass er irgendwann bei Basel spielen will. Denn obwohl er beim FCB den Nachwuchs durchlief, schaffte er den Sprung in die erste Mannschaft nicht. Doch Klose ist derzeit kein Thema.

Genauso wenig wie Léo Lacroix. Der einstige Sion-Verteidiger wechselte im Sommer 2016 zu St-Etienne in die Ligue 1. Ein Wechsel macht weder für den Spieler (er spielte zuletzt regelmässig) noch für den FCB (Lacroix ist tendenziell zu alt und zu teuer für sein Alter) Sinn.

In der Super League gibt es eigentlich nur zwei Spieler, die für den FCB von Interesse sind: Kasim Nuhu von den Young Boys und Eray Cümart, der diese Saison leihweise bei Sion spielt. YB wird Nuhu kaum ziehen lassen, ausser der FCB bietet so viel, dass die Berner nicht Nein sagen können.

Und bei Sion sieht es derzeit ähnlich aus: Christian Constantin beharrt auf dem Vertrag (in dem offenbar keine Ausstiegsklausel enthalten ist), da er keinen Platz auf der Kontingentsliste der Liga verlieren will. Am wahrscheinlichsten scheint daher, dass der FC Basel ein Talent aus dem Ausland holt. Warum nicht aus Südamerika, warum nicht wieder mal einen Argentinier? Wie einst David Abraham. Oder Walter Samuel.