Handball
RTV Basel verpasst erneute Überraschung und bittet um Solidarität

Die Basler Handballer verlieren gegen den TSV St. Otmar St. Gallen letztendlich deutlich mit 21:29. Zur Pause lag aber ein Sieg gegen den Meisterschaftskandidaten noch drin. Nebst der Niederlage kämpft der Verein auch mit den Folgen der Coronakrise.

Sven Gautschi
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RTV-Topskorer Aleksander Spende war Basels erfolgreichster Torschütze.

RTV-Topskorer Aleksander Spende war Basels erfolgreichster Torschütze.

eh-presse

Zwei Wochen musste der RTV Basel ohne Pflichtspiel ausharren, weil das Spiel gegen den HC Kriens-Luzern coronabedingt verschoben werden musste. Nach der Zwangspause war mit dem TSV St. Otmar St. Gallen gleich ein Meisterschaftskandidat zu Gast. Ein Gegner, an den die Basler mit Freude zurückdachten. Gegen die Ostschweizer holte der RTV im letzten Aufeinandertreffen sensationell einen Punktgewinn. Die Hoffnung auf eine erneute Überraschung wurde dieses Mal aber durch das Coronavirus überschattet.

Obwohl der Basler Traditionsverein gemäss dem Kanton Basel-Stadt 15 Zuschauer zulassen dürfte, verzichtete RTV-Präsident Sven Lüdin darauf. Man stehe hinter dem Entscheid des Kantons und den Schutzmassnahmen des Verbands, teilte Lüdin mit. Trotz den finanziellen Einbussen wegen den fehlenden Zuschauereinnahmen und dem administrativen Aufwand aufgrund der Corona-Schnelltests für das RTV-Team vor jedem Spiel ist der RTV-Präsident froh, dass überhaupt gespielt werden kann.

Der RTV hält in den wilden Startminuten gut mit

Noch ein wenig gewöhnungsbedürftig und auch eher symbolischer Natur bei einer Kontaktsportart sind die neuen Coronasitten. Vor Spielbeginn gibt es kein Handshake mehr und jeder ausgewechselte Spieler muss auf der Bank seine Maske aufsetzen. Dass die Trainer beider Teams fehlten, war jedoch nicht dem Virus geschuldet, sondern deren Meinungsdifferenzen mit den Offiziellen.

Die beiden Assistenztrainer sahen in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel zwischen den Teams der beiden besten Ligatopskorern Aleksander Spende vom RTV und dem St. Galler Andrija Pendic. Trotz der längeren Pause waren die Basler keineswegs eingerostet und hielten in den wilden Anfangsminuten gut mit. Gerade Spende, Basels slowenische Tormaschine, erwischte einen guten Abend und nutzte frech einen Ballverlust der St. Galler zum Halbzeitstand von 12:12 aus.

In der zweiten Hälfte zeigten sich die Schwächen der Basler. Die Verteidigung war meist zu zaghaft und erlaubte den Gästen Würfe aus naher Distanz. Obwohl die Basler nahe am Kreis verteidigten, gelangen dem flinken TSV-Kreisläufer Tobias Wetzel 10 Tore. Diese Hypothek konnte der RTV offensiv nicht kompensieren, da er zu oft an Nationalgoalie Aurel Bringolf scheiterte, der beinahe die Hälfte aller Torversuche abwehren konnte. Nur Luca Engler und Ismael Bela Esono Mangue konnten neben Spende zwei Treffer oder mehr zum Endresultat von 21:29 beisteuern.

Der Vorstand bittet um einen «Solidaritätsbatzen»

Gerade in Spielen wie diesen, in denen der RTV Basel so lange mit einem Spitzenteam mithalten kann, zeigt sich die Abstinenz der anfeuernden Fans schmerzlich. Umso bitterer sind auch die heftigen finanziellen Einbussen, die durch die Abwesenheit der Zuschauer entstehen. Zwar werden die Spiele online auf HandballTV sowie auch auf regioTVplus und Swisscom TV übertragen, dies kann die Verluste für den Basler Handballverein jedoch nicht wettmachen. Der RTV-Vorstand unter der Leitung von Sven Lüdin bittet daher die Unterstützer des Vereins um einen «Solidaritätsbatzen», damit der RTV Basel dank diesem digitalen Eintrittsticket trotz der Coronakrise weiterhin bestehen kann.

RTV Basel - St. Otmar St. Gallen 21:29 (12:12)

10 Zuschauer. - SR: Keist/Winkler. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen RTV Basel, 4mal 2 Minuten gegen St. Otmar St. Gallen.

RTV Basel: Willimann (6 Paraden)/Kühner (2); Basler (1 Tor), Berger, Buob, Engler (3), Esono Mangue (2), Karvatski (1), Khadkevich, Krause (1), Meier, Ramseier, Schärer, Spende (11/3), Stamenov (1), Voskamp (1).

St. Otmar St. Gallen: Bringolf (14 Paraden)/Kindler; Bamert, Fricker, Geisser, Gwerder, Haas, Hörler, Jurca (3 Tore), Jurilj, Kaiser (3), Maros (4), Pendic (9/4), Wetzel (10).

Bemerkungen: Verschossene Penaltys 0:0.

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