Basketball
Probleme über Probleme – Starwings verlieren in Lugano gegen Massagno klar mit 47:68

Verletzungen, ein undisponierter Spielmacher und ein konfuser Auftritt prägten die Sonntagsfahrt in «die Sonnenstube der Schweiz», welche für das Birstaler Basket-Kombinat nur Schatten brachte.

Georges Küng
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Die dezimierten Starwings verlieren in Lugano gegen Massagno klar mit 47:68 (28:38).

Die dezimierten Starwings verlieren in Lugano gegen Massagno klar mit 47:68 (28:38).

Juri Junkov

Wenn vom Stammquintett, das in der 1. Runde gegen Titelanwärter Lugano einen Sensas­tionerfolg (81:76) geschafft hatte, 40 Prozent fehlen, dann läuten im Unterbaselbiet bereits die Alarmglocken.

Allyn Hess, dieser begnadete Werfer und Mann, der skoren soll, erlitt im Training eine Fussblessur. Die gleiche Verletzung, die ihm schon im Sommer bei den EM-Ausscheidungsspielen mit Armenien gehindert hatten.

In Lugano kam er, symbolisch, für zwei Freiwürfe aufs Feld (die er verwarf) – und nach 36 hinkenden Sekunden war Ende. Der Amerikaner wird auch beim Cupmatch am Dienstag in Frauenfeld fehlen – und ob er bis Sonntag (Erzrivalen-Duell gegen das Schlusslicht Luzern) fit ist, muss bezweifelt wer­den.

Kader dünn besetzt

Brunelle Tutonda ist krank – und wenn dieser Athlet nicht im Vollbesitzt seiner Kräfte ist, verliert er seine physischen Tugenden. Eigentlich hätte der Romand ins Bett gehört – aber das Kader ist schon jetzt, nach drei Wochen, gar dünn. Und dann gibt es noch den «Fall Petar Babic». Insider wissen, dass der Kroate mit seiner Wohnsituation unzufrieden ist.

Be­reits in Freiburg, gegen Olympic, war er ungenügend. In der «Sonnenstube der Schweiz» war er gar nichts mehr – weder Denker noch Lenker, auch nicht Taktgeber – und Skorer schon gar nicht. Was er nicht unbedingt sein muss, wenn er die Equipe führen würde.

So blieben Branislav Kostic, der zum dritten Mal interner Topskorer war (was für ihn, aber noch mehr gegen die Teamkameraden spricht). Björn Schoo (37) musste 37 Minuten spielen, weil Hess und Tutonda, dann auch Babic (Trainer Roland Pavloski liess ihn ab dem 3. Viertel auf der Bank) fehlten.

Und der «weite Anzug» ist, wie seit Jahren, sehr be­müht. Aber damit hat es sich auch. Eine Wurfquote von 14 Prozent bei den Dreiern (drei von 21 Versuchen) zeigt wenig Talent. Das Zulassen von 19 Offensivrebounds für den Ri­valen ist schrecklich – und auch die anderen Bilanzen sind mehrheitlich ein Graus.

Dass die Unterbaselbieter im zweiten und dritten Viertel ganze zwölf Punkte erzielten, dies hat es in der langen Geschichte der Nationalliga A wohl noch nie gegeben. Das ist Leuten, die Nationalliga A spielen wollen, schlicht unwürdig.

Mehr Möglichkeiten

Massagno hat mehr Möglichkeiten, jongliert mit einem doppelt so hohen Budet – und hat Bank- und Kaderspieler, die minimale Akzente setzen können. Denn bei den Tessinern fiel nach sechs Minuten und 37 Sekunder der US-Spielmacher Justin Roberson (ex-Fribourg) verletzt aus.

Nur bewirkten der Amerikaner in einem Angriff mehr als Antipode Babic in der gesamten Spielzeit. Somit spielte SAM nur noch mit zwei «richtigen» Profispielern weiter, denn Jules Aw gilt als «naturalisierter Schweizer».

Bedenkt, dass die Tessiner einen ver­letzten Nationalspieler hatten und einen 4. ausländischen Profi noch engagieren werden, so muss man befürchten, dass die Dikrepanz noch grösser wird.

Die Starwings müssen hoffen, dass der Hess'sche Fuss nicht zur Achillesferse wird. Und das Problem mit dem Spielmacher lösen. Und hoffen, dass niemand kränkelt oder sich verletzt. Dann wird es wieder besser. Ob das gut genug ist, um die Playoffs zu erreichen, muss allerdings nach dem Auftritt in Lugano stark angezweifelt werden.

Telegramm

SAM Massagno – Starwings 68:47 (38:28)

SE Nosedo. - 400 Zuschauer. - SR: Herbert/Tagliabue/Emery.

Massagno: Roberson (5), Martino, Aw (9), Moore (20), Jankovic (10); Bracelli (2), Magnani (8), Appavou (9), Hüttenmoser (5), Veri, Mäusli, Strelow.

Starwings: Babic (1), Kostic (12), Verga, Calasan (9), Schoo (15); Tutonda (4), Devcic, Herrmann (5), Grédy (1).

Bemerkungen: Massagno ohne Nationalspieler Andjelkovic (verletzt). – Starwings ohne US-Profi Hess (verletzt). - Viertelsresultate: 20:20, 18:8 (38:28); 15:4 (53:32) und 15:15 (68:47).- 7. US-Profi Roberson (Massagno) scheidet verletzt aus und kann nicht mehr ein­gesetzt werden. - Fouls: Massagno 17, Starwings 16.

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