Wasserfahren
Paris-Roubaix auf dem Rhein in Basel

Lokalmatador Patrick Borer peilt bei der 60. Austragung der Fischer-Club Classics am Wochenende in Basel das Podest an.

Jonas Burch
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Patrick Borer (links) mit den Früchten seiner Nachwuchsarbeit bei den Wasserfahrern des Fischer-Clubs. zvg

Patrick Borer (links) mit den Früchten seiner Nachwuchsarbeit bei den Wasserfahrern des Fischer-Clubs. zvg

Die Fischer-Club Classics sind so etwas wie der Wallfahrtsort für alle Schweizer Wasserfahrer. Patrick Borer vom Veranstalter Fischer Club Basel schwärmt: «Im Schnitt nehmen 400 Wasserfahrer teil. Anders als an anderen Rennen ist dieser Anlass ein Einzelwettfahren. Jeder startet als Einzelfahrer, deswegen will hier auch jeder gewinnen.»

Seit 32 Jahren am Start

Borer ist Wasserfahrer durch und durch. Seit 1979 startet der 40-Jährige am Event auf dem Rhein. «Zweimal habe ich bei den Junioren gewonnen, viermal bei den Aktiven», erzählt er stolz. In diesem Jahr geht er bei den Senioren an den Start und peilt dort einen Podestplatz an. Als Favorit sieht er sich nicht. Dafür war der bisherige Saisonverlauf für den Sportler aus Metzerlen-Mariastein zu durchzogen. «Ausserdem war ich lange an der Hand und am Rücken verletzt. Deswegen habe ich noch Trainingsrückstand.»

Und das Gedränge an der Spitze ist gross. Nur mit regelmässigem Training kann man als Fahrer mit der Schweizer Elite mithalten. «Zirka 10 Prozent aller Wasserfahrer betreiben den Sport sehr intensiv. Entsprechend sind dann auch die Unterschiede im Leistungsniveau», weiss Borer. Der Solothurner (mit Kleinbasler Wurzeln) beschränkt sich meist auf zwei Trainingseinheiten pro Woche. Fehlende Praxis macht er mit seiner jahrelangen Routine wett.

Abo fürs Fitnesscenter gespart

Überhaupt haben sich Borers Prioritäten in den letzten Jahren stark verändert. Heute ist er im Fischer-Club vor allem als Jugendleiter tätig und fördert dort gezielt den Nachwuchs. Mit grossem Erfolg. Zum Vergleich: Im Schnitt stehen bei den Schweizer Wasserfahrvereinen etwa fünf Junioren im Kader, beim Fischer-Club Basel sind es knapp 30. «Man muss den Jungen Unterhaltung bieten können. Dafür lohnt es sich auch, Zeit zu investieren, schliesslich geht es um die Zukunft unseres Sports.»

Denn Vorzüge bietet das Wasserfahren reichlich. In vielerlei Hinsicht. «Zum einen erfordert der Sport einen hohen technischen Anspruch und zum anderen ist er äussert kräftezehrend. So kann man sich auch das teure Abo im Fitnesscenter sparen», lacht Borer.

Wunsch nach Modernisierung

Was dem Sport aber bis heute fehlt, ist eine professionelle Vermarktung. Wie Schwingen oder Hornussen gilt Wasserfahren als urchiger Schweizer Traditionssport. Nur fehlt beim Wasserfahren die nötige Modernisierung. «Leider nehmen die Teilnehmerzahlen an vielen Rennen immer mehr ab. Alles wird sehr kurzlebig. Um den Sport auch langfristig fördern zu können, müssen wir die Jugend noch mehr ansprechen», so der vierfache Familienvater. Bei den Fischer-Cub Classics hingegen ist die Abnahme der Teilnehmer eher gering. Zu etabliert ist der Prestige-Anlass, den man in Basel liebevoll das Paris-Roubaix auf dem Rhein nennt.

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