FC Basel

Nach Indien kommt Argentinien: Der FCB präsentiert den nächsten Partnerklub

San Lorenzo ist der neue Partnerklub vom FCB. In den Farben sind die beiden schonmal vereint.

San Lorenzo ist der neue Partnerklub vom FCB. In den Farben sind die beiden schonmal vereint.

Der FC Basel und der argentinische Klub Atlético San Lorenzo de Almagro haben eine gemeinsame Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit im Sport-Bereich unterschrieben.

Am heutigen «Deadline Day» vermeldet der FC Basel nicht nur drei Transfers sondern auch eine neue Kooperation. San Lorenzo, ein argentinischer Traditionsverein aus Buenos Aires, wird demnach der neue FCB-Partnerklub. Am vergangenen Wochenende war eine Delegation aus Argentinien in Basel zu Besuch. Eine Absichtserklärung ist bereits unterschrieben. Die Kooperation im Detail ist aber noch zu definieren. Sie wird in den nächsten Monaten ausgearbeitet.

FCB-CEO Roland Heri lässt sich in einer Mitteilung wie folgt zitieren: «Wir freuen uns sehr, mit San Lorenzo einen direkten Ansprechpartner in Südamerika zu haben und gemeinsam diesen Weg zu gehen. In den folgenden Wochen ist es wichtig, dass wir ein gutes Verständnis für die gemeinsamen Bedürfnisse der beiden Klubs entwickeln und ein Kooperations-Modell erarbeiten, das sowohl für uns als auch für San Lorenzo Sinn und Freude macht.»

Der FCB erhofft sich durch die Kooperation, dass in Zukunft San-Lorenzo-Spieler, welche für den europäischen Fussballmarkt interessant sein könnten, frühzeitig erkannt werden und – wie in der Mitteilung zu lesen ist – «zu Vorzugskonditionen» nach Basel wechseln. Dort sollen sie reifen, um später teurer weiterverkauft zu werden. Im Gegenzug könnten die Argentinier in Sachen Nachwuchsarbeit vom FCB lernen und im Falle eines Weiterverkaufs der zum FCB transferierten Spieler finanziell beteiligt werden.

Nicht nur in den Farben und in der Tabellenposition vereint

Mit San Lorenzo hat der FC Basel einen der fünf grossen argentinischen Vereine als potenziellen Kooperationspartner gewonnen. Auch Papst Franziskus soll ein grosser Fan von San Lorenzo sein. Anders als bei der Kooperation mit den Indern von Chennai City könnte der FCB in diesem Fall schneller profitieren.

San Lorenzo gehört sportlich zu den besten Vereinen Argentiniens und führt die Tabelle der Superliga nach fünf Spieltagen an. Nicht nur hier befinden sich die beiden Vereine auf ähnlichem Niveau. San Lorenzo und Basel haben jeweils einen Kadermarktwert von rund 60 Millionen Franken, einen Zuschauerschnitt von etwas über 20'000 und eine leidenschaftliche Fankultur. Auch die Vereinsfarben der beiden Partnerklubs passen. Blaurot und Rotblau.

Traditionsklub mit leidenschaftlichen Fans

San Lorenzo ist ein Traditionsverein aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Der Klub wurde 1908 gegründet und gewann seither in der höchsten argentinischen Liga zwölf Titel. Internationaler Höhepunkt war der Gewinn der Copa Libertadores, der «südamerikanischen Champions League», im Jahr 2014. San Lorenzo trägt seine Heimspiele in den Trikotfarben blau und rot im Estadio Pedro Bidegain im Stadtteil Nueva Pompeya aus. Das Stadion fasst knapp 48'000 Zuschauer, welche bei San Lorenzo als ausgesprochen emotional sowie engagiert gelten und dem Klub eine langjährige und leidenschaftliche Fankultur bescheren.

Ein Beispiel dafür: Der Verein musste im Jahr 1979 sein Stadion im Heimat-Stadtteil Boedo für ein während der Militärdiktatur geplantes, aber später nie realisiertes Infrastrukturprojekt hergeben und gegen seinen Willen umziehen; wobei man danach mehrere Jahre «heimatlos» war und seine Heimspiele in fremden Stadion abhalten musste. Doch die San Lorenzo-Fans liessen sich davon nicht unterkriegen und hielten von Beginn weg den Wunsch aufrecht, dereinst an die Stätte des alten Stadions, wo nach dessen Abriss ein grosses Shoppingcenter gebaut wurde, zurückzukehren.

Ab 1998 wurde diese Bewegung immer stärker und die Pläne der Fans sowie der zahlreichen unterstützenden Fanklubs konkretisierten sich mithilfe politischer und juristischer Massnahmen zusehends. Im März 2017 schliesslich wurde nach der entsprechenden Einigung die letzte Rate des Boden-Rückkaufpreises an den Konzern des Shoppingcenters überwiesen, möglich geworden war dies nur dank riesiger finanzieller Unterstützung durch die San-Lorenzo-Fans. Seitdem ist man mit der Planung und Finanzierung des neuen Stadions am ursprünglichen Ort im Stadtteil Boedo beschäftigt. Benannt ist die künftige San-Lorenzo-Fussballstätte – das Estadio Papa Francisco – nach dem argentinischen Papst, der ebenfalls ein grosser Fan des Klubs sein soll.

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