FC Basel

Nach dem 2:0-Sieg gegen Xamax: Die Nachwuchsspieler machen Hoffnung für die Zukunft

Beim 2:0-Sieg gegen Xamax zeigt der FC Basel, dass seine jungen Talente durchaus eine gute Alternative sind. In den kommenden Wochen werden Marchand, Vishi, Isufi und Co weitere Chancen bekommen.

Lirik Vishi und Eric Ramires sind beide 19 Jahre alt. Elis Isufi hat seinen 20. Geburtstag Ende Mai gefeiert. Doch am Samstag feierten alle drei gemeinsam: Und zwar ein äusserst gelungenes Super-League-Startelf-Debüt. Dass FCB-Trainer Marcel Koller gegen Xamax das Projekt «Jugend forscht» ausruft, hat einen einfachen Grund. Im fünften Spiel in den vergangenen drei Wochen fehlen dem FCB einige angeschlagene Spieler. Silvan Widmer plagt der Oberschenkel. Auch Ricky van Wolfswinkel und Afimico Pululu sind nicht einsatzbereit und Taulant Xhaka reicht es ebenfalls nicht für 90 Minuten. «Es ist einer gewissen Müdigkeit geschuldet, dass die Jungen jetzt alle auf einmal ihre Chance bekommen haben», gibt auch Koller zu.

Als nach 15 Minuten auch noch Yannick Marchand – ebenfalls erst 20 Jahre alt – für Eray Cömert eingewechselt wird, beträgt das Durchschnittsalter der FCB-Elf 23,1 Jahre. Zum Vergleich: Gegner Xamax spielt mit fünf über 30-Jährigen und einem Durchschnittsalter von 29,3. Doch im Joggeli merkt man am Samstag keinen Altersunterschied. Marchand erlaubt Xamax-Topskorer Raphael Nuzzolo nur einen einzigen Abschluss. Ramires ist jederzeit anspielbar und stört mit seinem Dauerpressing den Spielaufbau der Xamaxiens. Isufi taucht wie auch Marchand sogar im gegnerischen Sechzehner auf, vergibt aber seine gute Gelegenheit auf ein Tor. Und auch Vishi ist keinerlei Nervosität anzusehen.

«Es geht um Fussball, da ist das Alter egal», sagt Jasper van der Werff. Der Alderete-Ersatz ist mit seinen 21 Jahren plötzlich Abwehrchef. «Ich musste Verantwortung übernehmen. Aber es alles in allem ist ziemlich gut gegangen. Wir haben zu Null gespielt», sagt er mit nach dem Spiel und grinst. Und auch von höchster Stelle gibt es Lob. Koller sagt an der Pressekonferenz: «Die Jungen haben hervorragend gespielt und alles erfüllt, was wir uns erhofft haben.»

Nach der Pause hätte das Spiel auch kippen können

Zwei Minuten nach der Einwechslung von Marchand, der auf der für ihn eigentlich ungewohnten Position des Innenverteidigers spielt, geht der FCB in Führung. Valentin Stocker schlägt eine Flanke, die mit Raoul Petretta am zweiten Pfosten einen alleingelassenen Abnehmer findet. In der Folge dominiert der FCB ein schwaches Xamax. Xamax-Goalie Laurent Walthert oder Leo Seydouxs Rettungsaktion auf der Linie verhindern das 2:0. «Wir haben nicht so gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben», resümiert Xamax-Trainer Joel Magnin.

Doch nach dem Seitenwechsel wird der Tabellenletzte besser. Eine Viertelstunde lang liegt das 1:1 in der Luft. Doch auch Xamax sündigt haarsträubend im Abschluss. «Basel war heute schlagbar, doch bei uns waren nicht alle Spieler voll auf der Höhe», sagt Goalie Walthert.

FCB-Trainer Koller reagiert auf die Gäste-Drangphase mit einem Doppelwechsel. Xhaka und Rückkehrer Dimitri Oberlin sorgen in der Folge dafür, dass das Spiel wieder in die richtige Richtung kippt. Die Spielgenehmigung für Oberlin, der aus Belgien zurück zum FCB kam, traf am Freitagabend ein. 24 Stunden später tut Oberlin das, was er am besten kann. Er sprintet die rechte Seite bis zur Grundlinie runter. Mit letzter Kraft drischt er den Ball in die Mitte, wo Arthur Cabral seinen Fuss zum 2:0 hinhält und die Entscheidung erzielt.

Durch den Sieg hat der FCB die Erkenntnis, dass die Jungen durchaus eine gute Alternative sind. Warum sie ihre Chance nicht schon früher bekamen, wird Kollers Geheimnis bleiben. Doch durch den eng getakteten Spielplan steht fest, dass in den kommenden Wochen weitere Chancen kommen werden. Dann liegt es an Marchand, Vishi, Ramires und Co, den ersten guten Eindruck zu bestätigen.

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