Super League
Mit Biss zur Null: Der FCB erkämpft sich gegen Servette das Glück

Der FC Basel gewinnt gegen Servette Genf 1:0, bleibt nach neun Spielen erstmals ohne Gegentor und wahrt den Anschluss an die Tabellenspitze. Dass dies gelingt, liegt besonders an Heinz Lindner, der mehrmals stark pariert.

Simon Leser
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Der FCB erkämpft sich gegen Servette einen knappen Sieg.
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Fabian Frei in der Rudelbildung nach dem Schlusspfiff.
Pajtim Kasami bejubelt seinen Treffer.
Julian von Moos kann es nicht glauben, dass er diese Chance versemmelt hat.
Kasami steigt am höchsten und trifft.
Von Moos schirmt den Ball ab.
Schiedsrichter Alessandro Dudic stand oft im Mittelpunkt.
Comebacker Raoul Petretta gegen zwei Genfer
Afimico Pululu setzt sich hier nach seiner Einwechslung durch.
Der FCB schwört sich vor dem Anpfiff ein.
Fabian Frei diskutiert mit Schiedsrichter Dudic.
Cabral verteidigt einen Pass.
Kasami gegen Ondoua und Cespedes.
Valentin Stocker mit einem Abschluss.
Edon Zhegrova wird gefoult.
Yannick Marchand spielt erstmals unter Sforza von Beginn an.

Der FCB erkämpft sich gegen Servette einen knappen Sieg.

Keystone

Noch einmal, ein letztes Mal, wirft sich Silvan Widmer in einen Genfer Angriff. Die reguläre Spielzeit ist abgelaufen, die Nachspielzeit beinahe. Nicht noch einmal soll in den Schlussminuten ein Tor kassiert werden. Eines, das in den beiden Spielen zuvor gegen Lausanne erst die Null vermieste und dann gegen Lugano eine bittere Niederlage zur Folge hatte. Auch gegen Servette ist ein neuerlicher, später Nackenschlag möglich. Der FCB führt bis in die Schlussminuten, weil Pajtim Kasami kurz nach der Halbzeit einen Eckball per Kopf vollendet. Aber besser als der Gegner ist das Heimteam nicht.

Doch dieses Mal hält die Null – im neunten Saisonspiel zum ersten Mal. Dass die Premiere gelingt, liegt am Willen, die Führung über die Zeit zu retten. Am «Biss», wie Trainer Ciriaco Sforza nach dem Schlusspfiff sagt. Es liegt aber auch daran, dass der FCB mit Heinz Lindner einen Mann im Tor hat, der im Sommer als Nummer 2 kam, sich gegen Servette aber zum Helden des Spiels emporschwingt. Und der in der 87. Minute auch den letzten Genfer Versuch mirakulös über die Latte lenkt, sich somit eigentlich die «Note Zehn» verdient, verliehen von Torschütze Kasami.

Basel hat zuerst Pech und benötigt dann Glück

Heinz Lindner braucht es an diesem Samstagabend mehrmals. Servette, auch wenn Drittletzter, ist der erwartet spielstarke Gegner. Einer, gegen den der FCB die letzten vier Spiele nicht gewann. Und einer, der mit seinem offensiven Spielstil dafür sorgt, dass besonders die Startphase zum offenen Schlagabtausch mutiert. Schon in der 5. Minute jubeln die Basler über ein Eigentor von Boris Cespedes. Die Freude aber währt nur kurz. Denn der VAR erkennt, dass Kasami, der Cespedes bedrängt und dadurch ins Geschehen eingreift, knapp im Abseits steht. Statt 1:0 steht es kurz darauf fast 0:1. Gleich zweimal. Doch Lindner pariert zuerst Miroslav Stevanovics Kopfball und danach reflexstark einen durch Eray Cömert abgelenkten Schuss Alex Schalks.

Zwar hat Basel öfters den Ball, doch es sind die Genfer, die mit ihm gefährlicher sind. Der FCB greift auf ein Mittel zurück, das er in dieser Saison bisher selten angewendet hat: körperliche Härte. Vor dem Spiel beging das Team von Sforza durchschnittlich neun Fouls in 90 Minuten. Gegen Genf sind es schon nach 20 Zeigerumdrehungen deren fünf. In der 29. Minute kommen die Basler aber dennoch zu spät. Gegen einen Volley von Grejohn Kyei muss die Latte aushelfen. Das Pech aus der Anfangsphase, es ist umgewandelt in Glück.

Lindner liefert Argumente für die Nummer 1

Nach der Pause hat der FCB die Gäste besser im Griff, steht kompakter. Und belohnt sich offensiv mit der Führung. Eine, die sich das Heimteam erkämpft, die aber kurz darauf auf die Probe gestellt wird. Doch erneut rettet Lindner mit einem Reflex gegen Schalk seine Vordermannschaft, die zwar bissig, aber mit den schnellen Gästen zuweilen überfordert ist.

Doch in den letzten 30 Minuten zeigt der FCB eine Ausdauer und Konzentration, die in den Spielen zuvor oft fehlten. Weil aber Widmer, Kasami und Stocker es verpassen, die Führung auszubauen, muss der FCB zittern. Und schaut in der 87. Minute nochmals bange nach hinten, als Lindner auch den sechsten Genfer Abschluss auf sein Tor entschärft. «Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden», sagt dieser. Aktuell ist er schlicht Ersatz für Djordje Nikolic. Doch auch Lindner weiss: Seine Paraden gegen Servette waren ein optimales Bewerbungsschreiben für einen Stammplatz.

Basel - Servette 1:0 (0:0)

SR Dudic. – Tor: 51. Kasami (Stocker) 1:0.

Basel: Lindner; Widmer, Cömert, Klose, Petretta; Marchand (61. Von Moos), Frei; Zhegrova (84. Pululu), Kasami, Stocker (93. Van der Werff); Cabral.

Servette: Frick; Sauthier (69. Diallo), Rouiller, Ondoua, Severin; Cespedes (59. Imeri); Valls, Cognat; Stevanovic, Kyei (59. Koné), Schalk (69. Fofana).

Bemerkungen: Basel ohne Xhaka, Jorge (beide verletzt), Zuffi, Nikolic (beide rekonvaleszent) und Padula (krank). Servette ohne Sasso, Alves, Mendy, Henchoz (alle verletzt) und Clichy (noch nicht spielberechtigt). – Verwarnungen: 11. Widmer, 19. Kyei, 42. Ondoua, 45. Sauthier, 63. Cabral, 74. Klose, 79. Imeri, 79. Frei, 85. Valls.

Heinz Lindner: Note 6 Wegen ihm spielt der FCB erstmals in dieser Saison zu Null. Vereitelt gleich vier hochkarätige Chancen und sammelt kräftig Argumente für einen Stammplatz.
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Silvan Widmer: Note 5 Wirft sich in jedes Duell und gibt dem FCB damit genau das, was während seiner Abwesenheit fehlte. Wille und Biss.
Timm Klose: Note 4,5 Achtet darauf, dass seine Mitspieler diesmal bis zum Abpfiff konzentriert sind. Auch sportlich zeigt die Formkurve nach oben.
Eray Cömert: Note 5 Defensiv ohne Fehl und Tadel. Im Spielaufbau dazu mit zwei schönen Diagonalbällen.
Raoul Petretta: Note 4,5 Hat bei seinem Startelfcomeback Mühe mit dem starken Miroslav Stevanovic. Aber nur in Halbzeit 1. Nach dem Seitenwechsel hat er seinen Gegenspieler im Griff.
Fabian Frei: Note 4,5 Hat als alleinige Absicherung vor der Abwehr vor allem zu Beginn etwas Mühe mit den schnellen Genfern. Auch er steigert sich nach der Pause.
Edon Zhegrova: Note 4,5 Versucht extrem viel, aber bleibt oft hängen. Auch seine Abschlüsse werden meistens geblockt. Seine eine mustergültige schöne Vorlage verweigert von Moos.
Pajtim Kasami: Note 5 Sein Tor bringt den eminent wichtigen Sieg. Dazu mit weiteren guten Offensivszenen. Defensiv geht er aber nicht immer jeden Weg zurück.
Yannick Marchand: Note 4 Wird bei seinem Startelfdebüt in dieser Saison oft hart angegangen. Kann dem Spiel so nicht den Stempel aufsetzen.
Valentin Stocker: Note 4,5 Seine Ecke führt zum 1:0. Es ist das erste Eckballtor der Saison. Hat auch sonst viele gute Szenen, doch Ungenauigkeiten verhindern weitere Skorerpunkte.
Arthur Cabral: Note 4 Sucht aktuell seine Form und hängt im Spiel doch etwas in der Luft. Zwar trifft er gegen Servette wieder, doch Kasami war zuvor im Offside, sodass der Treffer nicht zählt.
Julian von Moos: Note 4 Ist agil und hätte das Tor zum 2:0 verdient gehabt. Doch dann verhaspelt er die Ballannahme und verpasst die Riesenchance.
Afimico Pululu: keine Note Kommt in der 83. Minute für Zhegrova in die Partie und ist deshalb zu kurz im Einsatz für eine Note.
Jasper van der Werff: keine Note Kommt in der 93. Minute für Stocker, bleibt ohne Ballkontakt und Note.

Heinz Lindner: Note 6 Wegen ihm spielt der FCB erstmals in dieser Saison zu Null. Vereitelt gleich vier hochkarätige Chancen und sammelt kräftig Argumente für einen Stammplatz.

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