FC Basel
Marco Streller zur Rückkehr von Albian Ajeti - «Das ist ganz sicher kein Panikkauf»

Der FC Basel reagiert auf die Verletzung von Ricky van Wolfswinkel und verpflichtet Albian Ajeti. Er erhält bei den Baslern einen Vertrag für fünf Jahre.

Markus Brütsch
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Albian Ajeti spielt bald wieder den FCB-Farben.

Albian Ajeti spielt bald wieder den FCB-Farben.

BENJAMIN MANSER

Auf ein Abschiedsgeschenk an den FC St. Gallen hat Albian Ajeti verzichtet. Seine Leistung beim 1:6 gegen YB war genauso schlecht wie hinterher die Laune. Doch der Missmut verflog schnell. Denn als der FC Basel am nächsten Tag die Rückkehr des früheren Juniors bekannt gab, war Ajeti bereits wieder ein glücklicher Mann.

Ausgestattet mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2022. «Ich freue mich, wieder für den Verein meiner Kindheit zu spielen», sagte Ajeti. Er freue sich auf das Stadion mit den Fans in der Muttenzerkurve und könne es kaum erwarten, mit der Mannschaft zu trainieren. «Ich bin reifer geworden, habe aus Fehlern gelernt und werde nun Vollgas geben, um fortzusetzen, was ich beim FCB einst begonnen hatte.»

Albian Ajeti spielte bereits früher für den FC Basel.

Albian Ajeti spielte bereits früher für den FC Basel.

Keystone

Im Alter von acht Jahren hatte er sich diesem angeschlossen. Und weil er talentiert war, spielte er in den Schweizer Nachwuchsauswahlen. Als 15-Jähriger erhielt er zusammen mit seinem Zwillingsbruder Adonis vom FC Barcelona das Angebot, in dessen berühmte Nachwuchsakademie La Masia einzutreten. Albian wäre gerne gegangen, doch Adonis und die Mutter waren dagegen. Mit 16 Jahren nahm Trainer Murat Yakin den vielversprechenden Stürmer mit ins Trainingslager der ersten Mannschaft, und mit 17 Jahren gab Ajeti sein Super-League-Debüt.

Zu ungeduldig

Doch vom Fleck kam er danach nicht mehr, nicht an Offensivspielern wie Marc Janko, Breel Embolo und Shkelzen Gashi vorbei. Weil er bis zur Winterpause nur wenig spielte, wurde er ungeduldig, forcierte seinen Abgang und unterschrieb bei Augsburg. In der Bundesliga aber reichte es lediglich zu einem 36-Minuten-Einsatz, weshalb er im Sommer 2016 an den FC St. Gallen ausgeliehen wurde. In der Ostschweiz gelang ihm eine starke Saison. Er erzielte in 29 Spielen zehn Tore. Er trug seinen Teil dazu bei, dass St. Gallen, das ihn im Frühjahr für eine Million Franken definitiv vom FC Augsburg übernommen hatte, nicht in akute Abstiegsgefahr geriet.

Im Sommer schien dann die Rückkehr zum FCB klar, doch eine Einigung zwischen den Klubs kam nicht zustande. Auch das Interesse von SPAL Ferrrara führte nicht zu einem Transfer. «Unser Interesse an Ajeti erlosch aber nie», sagt FCB-Sportchef Marco Streller, «wir hätten im kommenden Winter einen neuen Anlauf genommen.»

Weil sich nun aber Ricky van Wolfswinkel im Champions-League-Spiel gegen Benfica den Fuss brach und voraussichtlich in diesem Jahr nicht mehr spielen kann, setzten die Basler alles daran, das Stürmertalent jetzt schon zu verpflichten. «Von einem Panikkauf kann jedoch keine Rede sein», sagt Streller, «selten ist sich die Technische Kommission bei einem Transfer so einig gewesen. Albian passt optimal in unser Konzept, auf junge Spieler aus Basel zu setzen.» Er selbe habe ja noch zusammen mit Ajeti gespielt und sei von dessen Winnermentalität, selbst in jedem Trainingsspielchen, beeindruckt gewesen, sagt Streller. Ajeti ist in der Champions League spielberechtigt.

Jubelt Ajeti auch beim FC Basel?

Jubelt Ajeti auch beim FC Basel?

KEYSTONE

Was aber passiert mit diesem, wenn Van Wolfswinkel wieder fit ist, und was mit Cedric Itten, der vor ein paar Wochen von Luzern zurückgeholt wurde? «Keine Sorge, wir haben mit Itten gesprochen und grosses Vertrauen in ihn. Er wird dies auch zu spüren bekommen», sagt Streller. Dass Ajeti einen Fünfjahresvertrag erhalten habe, zeige, wie sehr der FCB auf ihn setze. «Aber klar, ein gewisser Konkurrenzkampf muss vorhanden sein», sagt Streller.

Um die drei Millionen Franken sollen die Basler für den 20-Jährigen an den FC St. Gallen überweisen, wobei ein Teil wohl auch noch an den FC Augsburg geht. «Er hat in unser finanzielles Konzept gepasst, sagt Streller. «Hätten wir einen Spieler vom Typ Ajetis in Südamerika verpflichten wollen, wäre es mindestens so teuer geworden. So aber bin ich sehr happy, dass wir mit Ajeti und Itten nun gleich zwei Basler Jungs im Sturm haben.»