Schwingen
Manuel Hasler schwingt am Eidgenössischen mit

Nach mehr als 20 Jahren steigt wieder ein Muttenzer Schwinger an einem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in die Hosen.

Anita Biedert - Vogt
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Manuel Hasler (rechts) im Einsatz.

Manuel Hasler (rechts) im Einsatz.

HO

«Nie aufgeben», so lautet sein Lebensmotto. Nun hat er das Ziel, welches er sich stets vor Augen gehalten hat, erreicht: Manuel Hasler konnte sich fürs Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2016 in Estavayer-le-Lac qualifizieren. Dank zweier Kränze am Kantonal Basellandschaftlichen Schwingfest 2015 und 2016 ist er nun definitiv im Kader und ergänzt das Team des NWSV.

Manuel Hasler schwingt am Eidgenössischen vor allem für den Schwingklub Muttenz, der ihn auf dem harten Weg Unterstützung war, und zwar so, wie es in Schwingerkreisen üblich ist: Alle für einen, einer für alle! Seinen ganz persönlichen Erfolg hat er sich durch intensives, konsequentes Training selbst erarbeitet.

Endlich wieder ein Muttenzer dabei

Die 18-wöchige Zeit in der Rekrutenschule machte ihm ein optimales Schwingtraining nicht eben möglich, die militärische Lastwagenprüfung sowie die mit Bravour bestandene Bootsprüfung schmälerten auch sein Zeitgefäss zum Trainieren.

Trotzdem: Manuel Hasler reist in die Romandie. Nach über 20 Jahren ist nun wieder ein Aktiver vom Schwingklub Muttenz auf der Schwingerliste eines Eidgenössischen zu finden, was ein Zeichen dafür ist, dass in Muttenz Schwingen immer noch verhaftet ist und für die Jungen an Attraktivität gewinnt.

Den Ausgleich zum anspruchsvollen Trainingsprogramm und zur beruflichen Tätigkeit als Landschaftsgärtner findet Manuel beim Fischen, wo er sich die Ruhe zurückholt. Ein weiteres Hobby, das Zeichnen, lässt ihn seine Kreativität auf subtile Art ausleben, seine tollen Bilder zeigen das.

Manuels bescheidene, höfliche und liebenswürdige Art lässt ihn nicht abheben. Nicht nur ein Eidgenössisches, meint er, sei ihm Motivation, um alle vorhandenen Kräfte im Sägemehl zu bündeln, er sei bereit, immer alles zu geben. Das Schwingen gebe ihm die Chance, sich stets zu verbessern, sich zu messen, untermale seinen Respekt gegenüber der Fairness, der Kameradschaft und der Tradition. Diese bedeute ihm viel, er liebe sein Land und die Bräuche, weshalb er vor einem Gabentempel eine Glocke dem Laptop vorziehe.

Willy Graber als Vorbild

Ebenso liegt ihm die Geschichte seines Schwingklubs, der immerhin mal zu den erfolgreichsten des Landes zählte, am Herzen. Besser könnten die Vorbilder nicht sein; die legendären Gebrüder Vogt, Buser Marcel, der noch bis vor kurzem Trainings leitete, beeindrucken auch Manuel.

Aktuell ist Graber Willy mit seinem «Graber Spezial» und der draufgängerischen Bodenarbeit das sportliche Vorbild. Seinen Technischen Leitern, Schmid Reto und Schneider Markus, windet er einen besonderen Kranz. Sie bekräftigen ihn, haben ihn stark gemacht und an ihn geglaubt.

All diese positiven Faktoren werden durch ein mentales Training komplementiert. Der NWSV hat ein solches in die Vorbereitungsphasen aufs Eidgenössische miteingebaut. Diese Trainingseinheiten lobt Manuel in den höchsten Tönen: »Die Kadertrainings sind eine super Sache. Wir werden sehr gut betreut. Ich bin dem Betreuerstab für ihre Bemühungen sehr dankbar.»

Mitbringen, so Hasler, muss der Schwinger aber vor allem eines: einen starken Willen. Dieser sei für ihn das A und O, wolle man Erfolg haben. «Ohne Wille keine Motivation, ohne Motivation keinen Erfolg», sprach er und setzt sich zum Ziel, am Eidgenössischen acht Gänge schwingen zu können. Dort, wo sein lang gehegter und grösster Traum in Erfüllung geht. Beim Einmarsch der Schwinger am grössten Sportanlass der Schweiz in der grössten mobilen Arena der Welt mit dabei zu sein.

Und weil Manuel sich als Person nicht am wichtigsten nimmt, vergisst er nie den Schulkameraden, welcher ihn fürs Schwingen zu begeistern versuchte, ja, ihn geradezu penetrant bestürmte, Schwinger zu werden. Manuel hofft, dass gemeinter Olivier Schmid das Eidgenössische am TV mitverfolgt und sich still und leise auf die Schulter klopft, nicht des Sägemehls wegen, sondern aus Freude über die Erfolge des Jugendfreundes. Manuels engste Begleitpersonen, seine Mutter Jacqueline und seine Freundin Dolly, drücken ihm vor Ort die Daumen. Die Atmosphäre der Familie ist es, welche auch die Schwinger der Moderne auf der Schulter durchs Leben trägt.

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