Obwohl die Basler kämpfen, kratzen und beissen – um es in den Worten von FCB-Trainer Raphael Wicky zu sagen –, wird das Spiel zur Lehrstunde für den Schweizer Serienmeister. 4:0 fertigt der souveräne Leader der Premier League den FCB ab.

Dabei beginnen die Basler gar nicht allzu schlecht. Zwar lassen sie sich zu Beginn bis Mitte der eigenen Platzhälfte zurückfallen, um nicht ins offene Messer der Citizens zu laufen. Doch immer wieder gelingt es dem FCB, Nadelstiche zu setzen.

Basels Goalie, nach dem Spiel sichtlich Niedergeschlagen.

Basels Goalie, nach dem Spiel sichtlich Niedergeschlagen.

Vor allem dem pfeilschnellen Oberlin, dem auffälligsten Spieler im Team der Rotblauen. Schon zu Beginn läuft er allein auf Ederson, legt den Ball vorbei, wird aber in letzter Sekunde abgefangen. Er ackert weiter, wird im Strafraum grenzwertig vom Ball getrennt. Er sprintet, schiesst, versucht alles, auch in der zweiten Hälfte, als dieses Spiel längst gelaufen ist. Aber Oberlin trifft nicht.

Balanta fällt verletzt aus

Ganz anders die Engländer: Mit grausamer Effizienz entscheiden sie das Spiel schon Mitte der ersten Halbzeit mit drei Toren in nur neun Minuten.

14. Minute: Kevin De Bruyne mit einer Laser-Ecke, Gündogan mit dem Kopf – 1:0. Fabian Frei ist zu weit weg vom Mann, Tomas Vaclik chancenlos.

19. Minute: Ein Pass des Belgiers in die Tiefe: Raheem Sterling prescht über die Seite, Lacroix versucht, mit dem Kopf zu klären, Bernardo Silva steht bereit und schiesst über Vaclik zum 2:0 ein.

23. Minute: Einwurf Basel, der Ball geht verloren, Lacroix grätscht in Fernandinho rein, Sergio Agüero erbt, fackelt nicht lang und hämmert den Ball aus über 20 Metern in die Maschen. Peng, peng, peng – 3:0.

Auftaktniederlage und Muskelprobleme

Aber was will man dem FCB schon vorwerfen? Manchester City ist die derzeit wohl beste Mannschaft der Welt, der grosse Favorit auf den Sieg in der Königsklasse. Der FCB selbst hatte im Winter einen weiteren Umbruch zu verkraften.

Mit Manuel Akanji und Renato Steffen verliessen zwei zentrale Figuren der Vorrunde den Klub. Zwar holte man ansprechenden Ersatz, verpflichtete Valentin Stocker, Fabian Frei, Léo Lacroix und Samuele Campo. Doch das Team hatte gerade einmal zwei Spiele, um sich einigermassen zu finden.

Die Basler umkreisen einen Spieler von Manchester City.

Die Basler umkreisen einen Spieler von Manchester City.

Es gelang nur mässig. Da war zum einen die Auftaktniederlage gegen Lugano. Ein völlig unerwarteter Ausrutscher des Serienmeisters. Zudem die Verletzung von Eder Balanta, der gegen Thun vorzeitig mit Muskelproblemen vom Platz musste und gegen City fehlte.
So sah sich Raphael Wicky gezwungen, eine neue Lösung zu finden.

Er entschied sich, das System mit drei Innenverteidigern beizubehalten, wie er das immer tat in der Champions League, und beorderte Taulant Xhaka nach hinten. Zudem setzte er auf schnelle Gegenstösse und liess Dimitri Oberlin anstelle von Ricky van Wolfswinkel in der Spitze laufen und Blas Riveros für Raoul Petretta.

Am Samstag muss ein Sieg her

Es bringt alles nicht. In der zweiten Hälfte geht Fabian Frei in die Dreierabwehr zurück. City baut ab, Basel kommt zu mehr Möglichkeiten, aber Gündogan schlenzt den Ball schon bald ins Kreuz – 4:0. Dabei bleibt es. Auch dank einer Willensleistung der Basler entgehen sie der Schmach, noch einmal mit 0:5 gegen ein Team von Pep Guardiola unterzugehen wie damals 2008, als der Katalane mit Barcelona mit ebendiesem Resultat aus Basel abreiste.

City kann den Viertelfinal planen. Der FCB dagegen muss diese Lektion möglichst schnell verdauen. Schon am Samstag geht es in der Meisterschaft weiter gegen St. Gallen. Ein Sieg ist Pflicht, sonst dürfte die Königsklasse nach dem Rückspiel in Manchester lange kein Thema mehr sein in Basel.