Boxen
Lockerer K.o.-Sieg für Lokalmatador Martinez gegen Ungaren

Am Meeting in Frenkendorf setzt sich Blas-Miguel Martinez im Profi-Kampf problemlos durch. Es war ein lockerer K.o.-Sieg gegen den im Kickbox-Outfit antretenden Balazs Horvath.

Jonas Burch
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Revier markiert: Martinez (l.) lässt die Fäuste sprechen. Kenneth Nars

Revier markiert: Martinez (l.) lässt die Fäuste sprechen. Kenneth Nars

Kenneth Nars

Gut möglich, dass Blas-Miguel Martinez am Morgen nach dem Kampf ein leichtes Ziehen im rechten Handgelenk verspürt. Nicht wegen seines Gegners, sondern wegen der vielen Glückwünsche nach dem lockeren K.o.-Sieg über Balazs Horvath. Worte und Sätze wie «Super gemacht», «Bravo», «Mach weiter so!», spulte es fast in Endlos-Schlaufe ab. Völlig zu Recht, versteht sich. Der Mehlemer selber will die Lorbeeren und das Händeschütteln nicht überbewerten. «Es war ein Pflichtsieg. Nicht mehr und nicht weniger.»

Eine Standortbestimmung

Nach sechs Monaten Wettkampf-Pause war der Fight gegen Horvath «eine Standortbestimmung». Doch der Ungar – mit einer Bilanz von fünf Profi-Kämpfen, darunter drei Siege und zwei Niederlagen – konnte dem Lokalmatador im Boxkeller von Noble Art Frenkendorf (NAB) nie etwas entgegensetzen. Entsprechend schnell ist der Kampf erzählt: 1. Runde: Fäuste-Hagel Martinez, Horvath torkelt. 2. Runde: Fäuste-Hagel Martinez, Horvath strauchelt. 3. Runde: Fäuste-Hagel Martinez, Horvath liegt. Für Martinez war es im 26. Profi-Kampf bei sieben Niederlagen schon der 19. Sieg. Und wahrscheinlich einer der leichteren Sorte. «Ich liege im Soll und kann mit dieser Leistung zufrieden sein», sagt der angehende Polizist.

«Leistung nicht schmälern»

Trotzdem schüttelte der 31-Jährige im Ring immer wieder den Kopf. Hat er bei seinem Comeback einen stärkeren Gegner erwartet? Auch die Zuschauer wirkten von der Einseitigkeit des Kampfes überrascht. Organisator und NAB-Präsident Gregor Stadelmann relativiert: «Wenn wir in der Schweiz einen Profi-Fight durchführen wollen, muss der Gegner vom nationalen Box-Verband abgesegnet werden.» Sprich: Wäre der Kontrahent zu schwach gewesen, hätte der Vorstand sein Veto eingelegt. «Insofern darf man die Leistung von Miguel keinesfalls schmälern», fügt Stadelmann an.

Für Martinez war es ein weiterer Schritt zu seinem Fernziel: den spanischen Meisterschaften im Frühling 2014. Zuvor geht es aber Schlag auf Schlag weiter: Am 2. November misst sich «El Colorin» («Der Stieglitz») im «Wilden Mann» in Frenkendorf mit dem Albaner Bujar Sejdiu (Fünf Siege, eine Niederlage). Der Kampf soll zugleich die Hauptprobe für Spanien sein. «Mit solchen Meetings wollen wir nicht nur unseren Aushängeschildern eine Plattform bieten, sondern uns schweizweit als renommiertesten Boxklub etablieren», sagt Stadelmann.

Regionale mit starken Auftritten

Neben dem Hauptkampf von Martinez gab es am Box-Meeting neun weitere Duelle in unterschiedlichsten Alters- und Gewichtsstufen. Im Elite-Kampf hinterliess Fabian Hartmann – neben Martinez das zweite Zugpferd des Boxklubs – einen starken Eindruck. Der Kampf gegen den Freiburger Andreas Mazara endete unentschieden. Als vielversprechendes Talent gilt der 14-jährige NAB-Schützling Ismael Camara, der bei seinem Auftritt nichts anbrennen liess. «Jetzt will ich Weltmeister werden», scherzte er nach dem Kampf.

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