Eishockey
«Kontinuierliche Aufbauarbeit, keine Schnellschüsse mehr», fordert Stecher

Abkürzungen führen meistens nicht zum Ziel. Diese Weisheit scheint sich bei den Basler Sharks als Motto zu etablieren. «Wir wollen den Erfolg mit einer fundierten Aufbauarbeit anstreben», sagte der neue Trainer Dino Stecher beim ersten Eistraining.

Hans Peter Schläfli
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Dino Stecher gab beim ersten Training auf dem Eis gleich den Ton an. Foto: Schläfli

Dino Stecher gab beim ersten Training auf dem Eis gleich den Ton an. Foto: Schläfli

Hans Peter Schläfli

Das erste Training der Sharks lief bereits recht geschmeidig. Zunächst wurden die Angriffsauslösung und Tempovorstösse geübt, dann 1:1-Zweikämpfe, bei denen die Verteidiger den puckführenden Stürmer am Abschluss hindern sollten, und zum Schluss gab es auch noch ein «Mätchli» Rot gegen Schwarz.

Noch nicht die definitiven Blocks

Zuviel hineininterpretieren solle man aber nicht, meinte Stecher. «Ich habe heute die vier Blocks ganz nach Gefühl zusammengestellt. Das hat den Vorteil, dass die Spieler kommunizieren und sich kennenlernen müssen. Wenn man die Blocks zu früh definiert, sind diese Spieler aufeinander fixiert. Aber ich will flexibel bleiben.»

Bereits guter Rhythmus

Die neuen Spieler sind mit einer guten Grundkondition angetreten, was den neuen Trainer natürlich freute. «Ich bin zufrieden mit dem heutigen Rhythmus», sagte Stecher, «darauf kann ich aufbauen, und bis zum Saisonstart werde ich für eine kontinuierliche Steigerung sorgen.»

Passendes System gesucht

Nun will er anhand des vorhandenen Spielermaterials den Sharks das System auf den Leib schneidern. «Man muss die individuellen Stärken zum Tragen bringen», nennt das der 49-jährige Oltner. «Sie sind läuferisch sehr gut, also will ich sie ständig in Bewegung haben. Auf Kommando soll die Mannschaft je nach Situation aggressiver oder defensiver auftreten können.»

Ein Jahr in den Aufbau investieren

«Nach der schlechten letzten Saison muss man aber vielleicht auch etwas bescheidener werden», ist Dino Stecher vorsichtig optimistisch. «Wenn man ständig versucht, eine Abkürzung zu finden, hat man am Ende länger bis zum Ziel. Wir müssen jetzt einmal den ganzen Weg gehen und kontinuierlich eine erfolgreiche Mannschaft aufbauen. So, wie das der EHC Olten und der SC Langenthal seit Jahren vorleben. Die Zeit der Schnellschüsse ist in Basel vorbei.»

Preiswerk hält sich zurück

«Ich wage nach der letzten Saison keine Prognosen mehr», sagte Matthias Preiswerk, der als Verwaltungsratspräsident der EHC Basel AG das Training verfolgte. Er stimmte den Worten des Trainers voll und ganz bei. Er gibt zu, dass seit dem Abstieg im 2008 Fehler gemacht wurden. «Wahrscheinlich hätten wir schon damals ganz auf den Neuaufbau setzen sollen. Wir sind doppelspurig gefahren und haben auch in Stars investiert, was sich letztlich nicht ausgezahlt hat. Aber jetzt denke ich, dass das Mannschaftsgerippe steht und dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Noch bessere Zusammenarbeit

So setze Basel noch stärker auf die regionale Zusammenarbeit und die Durchlässigkeit. Der richtige Weg sei es, die Talente bei den Elite-Junioren auszubilden, sie dann bei Basel-Kleinhüningen in der 1. Liga an die NLB heranzuführen. «Dieses Konzept war bei auch bei der Wahl des Trainers ausschlaggebend», erklärt Preiswerk, «Dino Stecher arbeitet gerne mit den Jungen zusammen und hat bereits bewiesen, dass er Talente fördern kann.»

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