FCB-Zahl der Woche
Knipsen für Omas, nach dem Rezept der alten Dame – was der FCB von Hertha Berlin lernen kann

Hertha-Berlin-Trainer Pal Dardai verrät sein Erfolgsrezept fürs Toreschiessen. Was der FC Basel davon lernen kann.

Jakob Weber
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Der FCB hat bisher wettbewerbsübergreifend 32 Tore erzielt.

Der FCB hat bisher wettbewerbsübergreifend 32 Tore erzielt.

ALESSANDRO DELLA VALLE

Hertha-Trainer Pal Dardai schlug vor einer Woche in der Bundesliga die Bayern und zog nach Punkten mit dem deutschen Rekordmeister gleich. Im Siegestaumel erklärt er anschliessend sein Erfolgsgeheimnis für den guten Saisonstart der alten Dame aus Berlin: «Mein Ziel ist es, dass unsere Angriffe immer so ausgespielt werden, dass am Ende immer nur noch einer knipsen muss».

Unter «knipsen» versteht Dardai, dass der Ball nur noch reingeschoben werden muss. Klingt einfach? Ist es auch und müsste vom FC Basel eigentlich schleunigst übernommen werden. «Wir haben doch momentan gar keinen Knipser», werden Sie sagen und daran erinnern, wie Albian Ajeti gegen Luzern und Ricky van Wolfswinkel gegen Lugano reihenweise Hochkaräter liegen liessen.

Doch ein Knipser im dardaischen Sinne muss gar nicht besonders kaltschnäuzig sein. Er muss nur die Lorbeeren seiner Kollegen einheimsen und den Ball als Letzter über die Linie drücken. Die Fans sollen dann später sagen können: «Den hätte meine Oma mit verbundenen Augen auch gemacht.»

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Prozent der Basler Tore wurden in dieser Saison wettbewerbsübergreifend mit dem ersten Ballkontakt des Torschützen erzielt. Das heisst ohne Dribbling oder Ballvorlegen.

Für den FC Basel heisst das im Umkehrschluss: Die Mannschaft muss es ihren Stürmern noch einfacher machen als zuletzt. Dass dieses Konzept erfolgsversprechend ist, beweist nicht nur Pal Dardai, der mit Hertha Berlin auf Tabellenplatz 3 steht, sondern auch die Entstehung der Basler Treffer im ersten Saisonviertel.

26 der bislang erzielten 32 FCB-Tore in Liga, Cup und Europapokal landeten mit dem ersten Ballkontakt im Netz. Nach einem Dribbling erzielte einzig Kevin Bua im Cup gegen Montlingen und Echallens zwei Treffer mit drei beziehungsweise vier Ballkontakten vor dem Abschluss. Gegen Amateure reicht die individuelle Klasse der Basler, doch schon in der Liga wird es mau. Dort traf der FCB nur dreimal, nachdem sich der spätere Torschütze den Ball einmal vorgelegt hatte. International wurden sogar alle sechs FCB-Tore per Direktabschluss erzielt.

Was lernen wir daraus? Klar, der Ball wird nicht gestoppt, sondern direkt geschossen. Damit das aber gelingt, ist der letzte Pass entscheidend. Der muss so präzise gespielt werden, dass sogar die Oma direkt knipsen kann.

9 Fakten zu den FCB-Toren

Wettbewerbsübergreifend hat der FC Basel 32 Tore erzielt.

16 Tore entstanden über die linke FCB-Seite, 8 über rechts und 6 durch die Mitte.


12 verschiedene Spieler haben für den FCB bislang getroffen.


Albian Ajeti führt mit 7 Toren die interne Torschützenliste an.


6 Tore resultierten aus Standards: 2 direkte Freistösse und 4 Ecken führten zum Erfolg.


16 Ligatreffer sind zwei mehr als zum selben Zeitpunkt 2017.


Sechsmal ging der FCB in der Liga 1:0 in Führung, nur dreimal gewann er auch. 7 Basler Tore wurden von ausserhalb des Strafraums erzielt.

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