Super League
In einer anderen Welt: Der FC Basel bekundet Mühe mit dem Aufsteiger

Es war lange Zeit eine zähe Partie, die sich die Basler gegen Vaduz liefern. Nach einer furiosen Startphase mit zwei schnellen Toren ging lange Zeit gar nichts mehr - Bis Marco Streller den FCB mit seinem Tor zum 2:1 erlöste und Hamoudi noch einen drauflegen konnte.

Etienne Wuillemin (Text) und Adrian Gottwald (Ticker)
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Kein Durchkommen für Derlis Gonzalez gegen Pascal Schürpf (l.)
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Luca Zuffi (l.) im Kampf um den Ball mit Markus Neumayr.
Die Basler gratulieren Luca Zuffi zu seinem Treffer zum 1:0.
Steven Lang trifft per Penalty zum 1:1-Ausgleich.
Schürpf wehrt einen Seitenfallzieher von Schär ab.
FC Basel gegen den FC Vaduz: Die Bilder der Partie.

Kein Durchkommen für Derlis Gonzalez gegen Pascal Schürpf (l.)

Keystone

Lange ist es nur eines: quälend. Die 25 347 Zuschauer sehen einen FCB, der Fehler an Fehler reiht. Einen FCB, der den Aufsteiger aus Vaduz kaum je in Verlegenheit bringt, dafür bei Kontern sogar eine Niederlage riskiert. Einen FCB, der zwar viele Ecken herausspielt, aber keine Torchancen. Immer wieder hallen Pfiffe durchs Stadion.

Doch wer im St. Jakob Park ausharrt, wird dafür belohnt. Marco Streller und Ahmed Hamoudi bei seinem ersten Super-League-Einsatz für Basel sorgen mit ihren Treffern für den späten Sieg.

Streller trifft drei Minuten nachdem er noch eine grosse Möglichkeit ausliess. Hamoudi nähert sich mit seinen tollen Schüssen dem Erfolgserlebnis Schritt für Schritt. Der Ägypter könnte dem FCB noch viel Freude bereiten.

3:1 heisst es am Ende. Das Spiel ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich der Ligakrösus auch an solch tristen Abenden am Ende auf seine Klasse verlassen kann. Genau in solch schwierigen Spielen zeigt sich der Unterschied zur nationalen Konkurrenz. Super League ist, wenn der FCB zum Schluss doch noch gewinnt.

Zumindest über Nacht Leader

Captain Marco Streller sagt: «Wir können nicht immer Hurra-Fussball spielen. In solchen Spielen zählt nur der Sieg – am Ende der Saison wird niemand mehr nach dem Warum fragen.» Und fügte mit Recht an: «21 Punkte aus dem ersten Quartal – viel mehr ist gar nicht möglich.» Mit dem Sieg gegen Vaduz ist der FCB, zumindest für einen Tag, wieder Leader.

Der FC Basel befindet sich dieser Tage auf einer Reise zwischen zwei Welten. Da sind einerseits die Spiele in der Champions League. In dieser Welt sonnt sich der FCB gern, die Gala-Abende gegen Real Madrid oder Liverpool sind der Lohn für die nationale Dominanz. Aber dazwischen rufen Pflichtaufgaben in Winterthur, gegen Vaduz oder Thun – der Kontrast innert nur 16 Tagen könnte kaum grösser sein.

In Madrid hiess das Duell 607 Millionen Umsatz (Real) gegen 88 Millionen (FCB). Nachvollziehbar, dass dieser Unterschied auf dem Platz zu sehen ist. Umso erstaunlicher aber, wenn der FC Vaduz mit seinen gut 5,5 Millionen Franken Budget in Basel lange ziemlich gut mithält.

Doch eigentlich hätte dieser Abend auch ganz anders verlaufen können. Bereits nach 78 Sekunden köpfelte Luca Zuffi den FCB in Führung. Kurz darauf: Erst Streller auf Delgado, aber dieser rutscht aus. Dann Zuffi herrlich auf Gonzalez, aber dieser lobt über das Tor. Zehn Minuten lang spielt nur der FCB.

Penalty oder nicht?

Doch dann folgt die eine fatale Szene, die Basel völlig aus dem Konzept bringt. Fabian Schär schlägt im eigenen Strafraum ein Luftloch, Steven Lang läuft an ihm vorbei und fällt. Der Penaltyentscheid ist sehr hart. Lang trifft zum 1:1 – und plötzlich funktioniert beim FC Basel gar nichts mehr. Als Philipp Muntwiler nach 35 Minuten völlig freistehend zum Kopfball kommt, schrammt Basel knapp am Rückstand vorbei.

FCB-Trainer Paulo Sousa resümiert: «Vaduz machte vieles richtig. Erst nach der Pause begannen wir, wir selbst zu sein.» Offensichtlich war, wie der FCB nach einer Stunde an Schwung gewann. Das hatte auch mit Hamoudi und Elneny zu tun, die für die enttäuschenden Delgado und Diaz kamen.

Sousa veränderte sein Team im Vergleich zum Cupspiel in Winterthur auf sechs Positionen. Das ist logisch, wenn die Partie nur zwei Tage später stattfindet. Interessant ist aber, dass Sousa erneut mit einer Viererkette spielte.

Das zeugt von einem Bemühen, etwas Sicherheit in die Abwehr zu bringen. Das kann dem FCB im Hinblick auf das Duell mit Liverpool in der Champions League nur gut tun. Erst aber wartet am Samstag noch einmal die andere Welt – der FC Thun.
Lesen Sie den Verlauf der Partie von Minute zu Minute in unserem Live-Ticker nach:

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