Super League
Immer wieder mittwochs: Basel erleidet in Sion den nächsten Auswärtsschock

Wie vor Wochenfrist fährt der FCB auch bei Sion eine historische Pleite ein - und ist raus aus dem Meisterrennen. Auch eine numerische Überzahl konnte gegen Sion nicht helfen.

Céline Feller
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Die FCB-Spieler sind nach der neuerlichen Pleite konsterniert.

Die FCB-Spieler sind nach der neuerlichen Pleite konsterniert.

Freshfocus

Es ist selten ein gutes Zeichen. Erst rund 20 Minuten sind gespielt, da schickt Marcel Koller bereits die ersten Ersatzspieler zum Aufwärmen. Es ist ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an jene Spieler, die auf dem Platz stehen. Ein Wink, der bedeuten soll: Was ihr da fabriziert, das reicht nicht. Vor allem nicht, wenn der Gegner der Zweitletzte der Tabelle ist.

Tatsächlich kommt der FCB alles andere als gut in dieses Spiel gegen den FC Sion. Es ist ein ähnliches Bild wie letzten Mittwoch, welches der FC Basel abgibt. Damals auswärts bei Lugano, jetzt zu Gast in Sitten. Und sangen die Schlagerstars Cindy und Bert früher davon, dass immer Sonntags die Erinnerung komme, dann kann man dies beim FCB auf den Mittwoch adaptieren. Denn: Immer wieder mittwochs kommt die Erinnerung, dass diese Mannschaft kaum mehr im Meisterrennen mitreden kann. Zwar gewann der FC Basel vor 14 Tagen und damit an einem Mittwoch - ebenfalls auswärts - bei Neuchâtel Xamax. Aber eben auch nur, weil Unterschiedsspieler Arthur Cabral von der Bank kommend den Siegtreffer erzielte. Wenn aber ein Cabral in seinem sechsten Spiel in Serie (wobei er nur in Neuchâtel von der Bank kam) mal gewisse Müdigkeitsanzeichen aufweist, dann reicht es eben nicht. So war es vor einer Woche, so ist es gestern. Dann ist die Kreativität des FCB zu klein, sind die Ideen zu berechenbar und vor allem: ist die Genauigkeit in der dritten Zone schlicht nicht da.

So verliert der FC Basel also wie vor Wochenfrist auswärts. Mit einer Leistung, die einmal mehr nicht überzeugen kann. Er unterliegt erstmals seit 35 (!) Meisterschaftsspielen dem FC Sion. Und er braucht immer mehr ein Fernglas, um die enteilenden YB und St. Gallen an der Tabellenspitze nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Neun Punkte Vorsprung haben die Berner nach deren 4:0-Sieg gestern Abend gegen Thun. Deren 11 Punkte könnten es sein, die St. Gallen als Vorsprung hat, sofern sie heute gewinnen.

Fehlende Ruhe und fehlende Zeit

Dass die Basler eine neuerliche, historische Pleite einfahren,hat nichts mit der jungen Abwehr der Basler zu tun. Sowohl Elis Isufi als auch Jasper van der Werff machen einen guten Job. Vorwürfe an ihre Adresse wären fehl am Platz. Es liegt auch nicht an mangelndem Willen oder Chancenarmut. Vor allem ab Minute 55. Ab da spielt der Gast in Überzahl, nachdem Briama Ndoye die überfällige zweite, gelbe Karte sieht. Und ab da geht es fast nur noch in eine Richtung. Der FCB versucht viel - kann aber nur wenig. Das scheinbar einzige Mittel sind lange Bälle auf die beiden langen Stürmer Cabral und den eingewechselten Kemal Ademi. «Diese langen Bälle waren nicht erfolgreich, hinter den Rücken der Sion-Abwehr kamen wir auch nicht. Irgendwann hat dann die Zeit gegen uns gespielt und uns die Ruhe gefehlt», resümiert Silvan Widmer nach Abpfiff. Der frühe Sittener Führungstreffer sei genau das gewesen, was aus Basler Sicht nicht hätte passieren dürfen, meint der Aussenverteidiger. «Weil sie ab da die Räume eng gemacht haben.» Die Chancen, das gibt Widmer aber zu, die hätte man gehabt. Chancen, ein Tor zu machen. Immerhin zu einem Remis. Auch wenn schon das zu wenig gewesen wäre. So setzt es aber die zehnte Liga-Pleite im 29. Spiel ab für den FCB. Zu viel für einen Meisterkandidaten. Und so bleibt nur der Trost, dass der FCB nächste Woche nicht mittwochs spielen muss.

Sion – Basel 1:0 (1:0)

1000 Zuschauer. - SR Schnyder. - Tor: 29. Kasami (Ruiz) 1:0.

Sion: Fickentscher; Maceiras, Bamert, Ruiz (85. Kabashi), Facchinetti; Kasami, Ndoye, Grgic, Lenjani (67. Toma); Uldrikis, Stojilkovic (56. Zock).

Basel: Omlin; Widmer, Isufi (81. Marchand), Van der Werff, Petretta; Frei, Ramires (61. Oberlin), Campo (81. Ademi), Pululu (81. Riveros); Stocker, Cabral.

Bemerkungen: Sion ohne Baltazar (gesperrt), Raphael, Cavaré und Luan. Basel ohne Zuffi, Cömert, Xhaka, Van Wolfswinkel (alle verletzt) und Alderete (gesperrt). 55. Gelb-Rote Karte gegen Ndoye. Verwarnungen: 34. Ramires (Foul). 36. Uldrikis (Foul) 42. Ndoye (Foul). 56. Stojilkovic (Spielverzögerung). 65. Zock (Foul). 88. Toma (Foul).

Die Noten:

Jonas Omlin: Note 4 Beim 0:1 von Kasami ist er chancenlos. In Halbzeit 2 steht er dann meist allein in seiner Hälfte und schaut dem FCB-Powerplay aus der Ferne zu.
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Silvan Widmer: Note 3,5 Nach seinen Oberschenkelproblemen noch auf der Suche nach der Topform. Vor allem seine Flanken sind alle zu lang.
Elis Isufi: Note 4 Ist als gelernter Innenverteidiger gemäss Koller die «sicherere Variante» gegenüber Marchand. Solide Vorstellung.
Jasper van der Werff: Note 5 Der 21-jährige FCB-Abwehrchef macht seine Sache sehr gut. Antizipiert viele Zuspiele und hat deswegen viele Ballgewinne.
Raoul Petretta: Note 3,5 Ein unauffälliges Spiel ohne offensive Akzente, aber auch ohne defensive Patzer.
Eric Ramires: Note: 4 Sucht immer die offensive Lösung. Das führt zu ein paar Ballverlusten, aber auch zu ein paar guten Anspielen in die Spitze. Dazu enorm laufstark.
Fabian Frei: Note 4,5 Ist bemüht, den Angriff anzukurbeln. Oft auch an Torchancen beteiligt, doch Sion klärt seinen Schuss und seinen Assist gleich zweimal auf der Linie.
Valentin Stocker: Note 3,5 Er will, aber es will nicht. Seine Schreie sind zu hören, wenn er aus guter Position über die Kugel tritt oder einen Sion-Spieler statt das fast leere Tor trifft.
Samuele Campo: Note 3,5 Gute Standards. Doch die Kollegen halten den Kopf nicht hin. Nur Ndoye hält seinen Schädel in einen direkten Freistoss, doch der spielt beim Gegner.
Afimico Pululu: Note 3 Will zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Das klappt selten und darum verebben viele Angriffe.
Arthur Cabral: Note 3,5 Die Gegner prallen an ihm ab wie die Römer, wenn Obelix durch ihr Heer prescht. Doch die Chance zum 1:1 versemmelt er kurz vor Schluss. Dazu träumt er beim 0:1 vom Zaubertrank, als er Kasami einfach ziehen lässt.
Yannick Marchand: Note - Ersetzt Isufi in der 81. Minute und ist damit zu kurz im Einsatz für eine Note.
Kemal Ademi: Note - Ersetzt Campo in der 81. Minute und ist damit zu kurz im Einsatz für eine Note.
Blas Riveros: Note - Ersetzt Pululu in der 81. Minute und ist damit zu kurz im Einsatz für eine Note.

Jonas Omlin: Note 4 Beim 0:1 von Kasami ist er chancenlos. In Halbzeit 2 steht er dann meist allein in seiner Hälfte und schaut dem FCB-Powerplay aus der Ferne zu.

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