Orientierungslauf
Hertner erhält Lob von Niggli

Fabian Hertner auf fremdem Terrain – beim Baselbieter Einzel-OL amtete er als Bahnleger. Der Vize-Weltmeister scheint seine Sache gut zu machen. Simone Niggli sagt: «Hinter dieser Bahnlegung steht jemand, der sich auskennt.» OL

Jörg Greb
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Solothurner Zeitung

Fabian Hertner schüttelte ungläubig den Kopf: «Simone Niggli, hier am Start, an diesem kleinen regionalen Lauf?». Soeben war der aktuelle Europameister und WM-Zweite im Sprint aus dem Wald zurückgekehrt. Nicht als Wettkämpfer war er knapp zwei Stunden unterwegs gewesen, sondern als Bahnleger. 63 Kontrollposten platzierte er zusammen mit zwei Helfern an den Posten-Standorten. Zehn «Bahnen», zehn verschiedene Parcours für die 35 verschiedenen Kategorien, ergaben sich daraus.

Als Bahnleger in Aktion trat der 25-Jährige aus Pratteln erstmals. Auf Neuland bewegte er sich indes nur bedingt. «Gerade zur Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft lege ich mir oft Bahnen zurecht», sagt er. Knifflige Aufgaben stellt er sich dabei, «versteckte Posten» platziert er. «Spannend» findet er «dieses Herangehen von der andern Seite». Und ebenso empfand er dies nun beim Baselbieter Einzel-Orientierungslauf in Wenslingen.

«Im Wald ist es grusig»

Hertner hielt sich nicht zurück. Dazu sagt er: «Dieser Wald ist ein wenig grusig.» Von Dickichten sprach er, unübersichtlichen, schwer zu passierenden Abschnitten. Diese nutzte er. Viele Postenstandorte wählte er beispielsweise «in Löchern oder auf Kuppen». Für ihn, den Spitzenläufer, handelte es sich dabei um nichts Aussergewöhnliches. Aber, so überlegte er sich: «Wie ist das für Zehnjährige, wie für 60 oder 70-jährige Seniorinnen?» Keine solchen Überlegungen stellte er für Kategorien der Ambitionierten an. «So anspruchsvoll wie möglich» legte er die Bahnen – will heissen: Querverbindungen, für die kaum auf Wegen zu laufen ist, Routenwahlen mit verschiedenen Anlaufmöglichkeiten, kurze, aber auch lange Wegstücke zwischen den Posten.

Bevor Hertner die Postenstandorte festgelegt hatte, sprach er sich mit den Jägern ab. Tabuzone blieben Hochsitze oder Futterkrippen. Nachdem alle Bahnen festgelegt waren, liess er sie von einem Kontrolleur absegnen. Und Zuspruch erhielt er auch vom finnischen Nationalteam-Läufer Hannu Airila, der für einige Tage bei Hertners zu Besuch weilte und sich für einen Testlauf im Wettkampfgebiet zur Verfügung stellte.

Trotzdem blieb bei Hertner eine «leichte Unsicherheit». Sie legte sich am Wettkampftag rasch. Die Feedbacks der Jüngsten und Ältesten waren «durchweg positiv». Auch Superlative durfte er entgegennehmen. «Die beste Bahn seit langem», lobte etwa eine Seniorin. Und auch Simone Niggli schloss sich diesem Tenor an. Sie anerkannte: «Hinter dieser Bahnlegung steht jemand, der sich auskennt. Die vielen Richtungswechsel, das viele Querlaufen, die lange Routenwahl, das bereitete Spass.» Übrigens, die 17-fache Weltmeisterin belegte Rang 2 – im Vergleich mit den besten Männern. Sie sprach von einem Trainingslauf.

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