Orientierungslauf
«Haben Sie meine Frau gesehen?»

Der 59.Baselbieter Team-OL lockte trotz Nebel 1300 Teilnehmer ins Laufgebiet «Bloond» bei Bubendorf. Darunter waren auch einige bekannte Persönlichkeiten.

Patrick Pensa
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Am Morgen hing noch Nebel im Wald
8 Bilder
Simone Niggli bei ihrem Comeback
Regierungsrat Urs Wüthrich unterhält sich mit dem Politikerinnen-Trio
Teamwork
Familie Griner unterwegs
Das Familienteam Thommen
Bemerkenswert: Das Kind im Wagen schläft
59. Baselbieter Team-OL

Am Morgen hing noch Nebel im Wald

bz Basellandschaftliche Zeitung

Nebelschwaden hingen noch zwischen den Baumstämmen im Gebiet «Bloond» bei Bubendorf, als bereits die ersten Läufer und Läuferinnen mit Karte und Kompass bewaffnet losspurteten. Trotz morgendlich frischen Temperaturen gab es viele Nachmeldungen, sodass die Teilnehmerzahl auf rund 1300 anstieg.

Zu den ersten Starterinnen zählten die Politikerinnen Maya Graf, Elisabeth Augstburger und Esther Maag. Sie hatten sich extra so angemeldet, dass sie es direkt im Anschluss rechtzeitig nach Liestal schafften, um live die Wahlresultate mitzubekommen. Das Trio demonstrierte, dass überparteiliche Zusammenarbeit perfekt funktionieren kann. Maya Graf, die als Kartenleserin die Gruppe anführte, erklärte im Ziel, dass Politik und OL gar nicht so verschieden wären: «Bei beidem braucht es Ausdauer, Hartnäckigkeit und auch Freude», sagte sie, stellte aber auch fest: «Wir sind nicht mehr die Jüngsten. Eine Stunde brauchen wir halt einfach für die Strecke.»

Nicht ganz so problemlos verlief das Rennen für den ehemaligen Landrat Andres Klein. An einer Weggabelung fragte er etwas verzweifelt: «Haben Sie meine Frau gesehen?» und lief nach rechts. Zwei Minuten später kam seine Frau von links. Im Ziel waren die beiden dann aber wieder vereint anzutreffen.

Mitten im Dickicht tauchte auf einmal eine Jacke mit der Aufschrift «SWEDEN» auf. Es war Anders Holmberg. Der in Sissach wohnhafte Sprint-Vizeweltmeister hatte seine Freundin und drei Kinder im Schlepptau. «Wegen einer Hüftverletzung starte ich nicht bei der Elite. Aber für den Team-OL reicht es. Die Kinder haben Spass», sagte er und erklärte, dass es so etwas in Schweden nicht gäbe.

Erstmals kombiniert mit Elite

Im Anschluss an den Team-OL fand der Finallauf des Echt-Bio-OL-Cups statt. Mit am Start beinahe die komplette Schweizer Elite. Der Prattler Fabian Hertner, der nicht auf seine beste Saison zurückblickt, konnte den Tagessieg erlaufen. In der Gesamtwertung stieg er damit gerade noch aufs Podest. Gesamtsieger wurde Matthias Merz.

Dank eines dritten Platzes bei den Frauen wurde die 17-fache Weltmeisterin Simone Niggli-Luder Gesamtsiegerin. Sie bestritt ihr erstes Rennen seit der Geburt ihrer Zwillinge im Sommer. «Bei dem Abstieg habe ich etwas Zeit verloren, weil ich mich noch nicht traute, voll zu gehen. Aber sonst bin ich sehr zufrieden. Ich wusste nicht, wie viel es braucht, um den Cup zu gewinnen. Deshalb freue ich mich jetzt umso mehr, dass es trotz Babypause noch gereicht hat.»

Sportamt-Leiter Thomas Beugger zeigte sich sehr zufrieden mit dem Anlass und freut sich auf die Jubiläumsausgabe 2012 im Raum Sichtern.

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