NLA - Basketball
Für die Starwings dürften die Playoffs wohl ein Wunschtraum bleiben

Die Starwings verloren ein kapitales Spiel in Pully mit 77:69 (44:36). Nach fünf Minuten führten die Baselbieter mit 16:0 (!) - und gerieten erst in der 37. Minute erstmals in Rückstand. Dennoch war die bittere Niederlage, aufgrund der „Kadergrösse“ nichts als logisch.

Georges Küng
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16 Punkte Vorsprung reichten nicht zum Sieg aus

16 Punkte Vorsprung reichten nicht zum Sieg aus

Kenneth Nars

Ein geglückter Auftakt mag oftmals eine Partie in „richtige“ Bahnen lenken. Und einer Mannschaft für die Fortdauer Mut und Zuversicht geben. Man könnte meinen, dass ein 16:0 nach fünf Minuten bereits einem Erfolg gleichkommt.

Sekunden können lang sein

Aber im Basketball können Se­kunden lang werden. Dies mussten die „Wings“ beim „fusionierten“ Aufsteiger Pully (der sich mit Lausanne verbündet hat) erfahren.

Während Lausanne-Trainer Randoald Dessarzins, der einstige Baumeister des BC Bon­court wusste, dass er mit Tyran De Lattibeaudière einen Mann bringen konnte, der Akzen­te und Impulse, sowie Punkte, bringen würde.

So ein Bankspieler fehlt dem „Wings“-Chef­trainer Roland Pavloski; der Birsfelder muss hoffen, dass sein Stammquintett so lange wie möglich gut spielt, sich wenig Fouls einhandelt (und dafür in der Defense legerer verteidi­gen muss) und keiner ausfällt. Das sind viele Faktoren, die nicht immer spielen können.

Der absolute Anachronismus

Im heutigen Basket sind nur in der Schweiz Einsatzminuten von 35 bis 40 Minuten die Regel – ein absoluter Anachronismus.

Gestern Abend spielte das Quintett Petar Babic (gut in der Offensive, mangelhaft in der Verteidigung), Branislav Kostic (das Punkten fällt ihm seit Wo­chen schwer), Allyn Hess (bemüht, teils forcierte Distanzwürfe), Brunelle Tutonda (ein Ag­gressivleader mit vielen technischen Mängeln) und Nemanja Calasan (solide Partie, aber der „Exploit“ blieb aus) sagenhafte 182 von 200 Minuten durch.

Die Lüft wird immer dünner

Dass die Luft in der zweiten Halbzeit immer dünner wurde, ist verständlich.Nach 34. Minuten stand es 61:69 für die Baselbieter – dann gab es den totalen Filmriss und in den nächsten sechs Minuten punkteten nur noch die Waadtländer.

Auch sie setzten ein 16:0 – und dieses war halt matchentscheidend und hatte Folgen aufs Resultat und die Resultate.

Das Team ist inferior

Dass just der unverwüstliche Tony Brown (37), der einstige grosse Captain der Starwings, den entscheidenden Dreier zum 70:69 platzierte, ist bitter. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war Brown inexistent gewesen und hatte null Punkte auf seinem Konto...

Noch ist Rang 8 nicht gänzlich entrückt. Aber das Schlusstrio ist, aus diversen Gründen, den anderen Teams inferior. Winterthur, das am Mittwoch in Liestal zum Nachtragsspiel gegen die Starwings gastieren wird, lag gegen Genf nach 30 Minuten mit 44:83 in Rück­stand – und kann anführen, dass mit Alex Welsh (USA) der Liga-Topskorer fehlte.

Wenn...

Vevey, das vor 14 Tagen zuhause gegen die Starwings hauchdünn (62:63) verloren hatte, konnte wieder mit damals verletzten zwei Schweizer Nationalspielern und dem serbischen Tops­korer antreten – und verlor in Monthey mit 40 Punkten Differenz.

Nicht auszudenken, wenn beim Birstaler Kombinat ein Mann aus der Stammfünf ausfallen sollte...

Pully Lausanne – Starwings 77:69 (36:44)

Salle Arnold-Reymond. – 300 Zuschauer. – SR: Novakovic/Sani/Emery.

Pully Lausanne: Wade (11), Brown (8), Rodriguez (1), Top (27), Cleare (9); Moke (4), Latti­beaudière (15), Wälti (2), Asase; Petignat, Poli, Wilkerson.

Starwings: Babic (18), Kostic (2), Hess (15), Tutonda (9), Calasan (21); Schoo (4), Verga, Gredy.

Bemerkungen: Pully Lausanne komplett. – Starwings ohne Devcic, Herrmann (beide ver­letzt) sowie U18-Nationalspieler Streich (Junioren). – Viertelsresultate: 16:25, 20:19 (36:44); 21:15 (57:59) und 20:10 (77:69). – Fouls: Pully Lausanne 17, Starwings 20.