EYOF
Fünf regionale Nachwuchshoffnungen schnuppern Olympialuft

Am European Youth Olympic Festival in Utrecht kämpfen 13 - 18- jährige Talente in ihren Sportarten um Medaillen und haben die Chance erste Olympia Erfahrungen zu sammeln. Für die meisten ist es der erste internationale Grossanlass.

Lionel Fend
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Anna Lüber

Anna Lüber

Das nur eine knappe Autostunde von der niederländischen Metropole Amsterdam entfernte Utrecht ist dieses Jahr der Schauplatz der European Youth Olympic Festival, kurz EYOF. Eine Delegation von 41 Nachwuchsathleten vertritt die Schweiz in den Disziplinen Leichtathletik, Rad, Schwimmen, Tennis, Judo und Kunstturnen. Mit 2700 Teilnehmenden aus weiteren 48 Nationen werden die Athleten von morgen Sonntag bis nächsten Freitag in ihren Disziplinen um Medaillen kämpfen, darunter 5 Sportlerinnen und Sportler aus der Region Basel.

Für viele der 13- bis 18-jährigen Talente sind die alle zwei Jahre stattfindenden EYOF der erste internationale Grossanlass. Die Athleten wohnen während der Jugendolympiade wie bei Olympia im olympischen Dorf, die Wettkampfstätten befinden sich alle im Umkreis der Stadt. Dies macht das EYOF zu einem perfekten Warm-up der Jungtalente für die späteren Olympischen Spiele. Auch Radprofi Fabian Cancellara zum Beispiel hat am Jungfestival seine erste Olympia-Luft geschnuppert und holte sich 1997 in Lissabon die Silbermedaille.

Anna Lüber (15), Leichtathletik Sprint

Die amtierende Regionalmeisterin über 100 Meter investiert pro Woche bis zu 12 Stunden in die Leichtathletik. «Ich will natürlich geniessen, ich will aber auch – wie es sich für eine Sportlerin gehört – gewinnen», formuliert sie ihre Erwartungen. In ihrer athletischen Fortbildung kann sie auf die Unterstützung ihres Umfeldes zählen. Die Baslerin sammelt an ihrem ersten Grossanlass Erfahrungen auf internationalem Top-Niveau und macht damit den ersten Schritt zu einer späteren Profi-Karriere. «Es ist eine Ehre, die Schweiz an einem solchen Anlass zu vertreten», erklärt die Sprinterin des LAS Old Boys Basel. Ihren Wettkampf wird Lüber am kommenden Montag bestreiten.

Jonas Munsch (15), Kunstturnen Team und Einzel

Der diesjährige Schweizer Meister am Reck und letztjährige Titelgewinner im Boden, Barren, Reck und Mehrkampf nimmt zum ersten Mal an einem Grossanlass wie dem EYOF teil. Für das Kunstturnen betreibt er jeden Aufwand: Dem Sport widmet er sage und schreibe 28 Stunden in der Woche. «Ich möchte einen guten Wettkampf zeigen und letztlich eine Spitzenplatzierung erreichen», sagt die Nachwuchshoffnung. Nächstes Jahr will Munsch an der Junioren-EM teilnehmen und später an den Olympischen Spielen und der WM im Dress des Schweizer Nationalkaders um Medaillen kämpfen. Sein Wettkampf findet am Dienstag statt.

Salome Lang (15), Leichtathletik Hochsprung

Die mehrfache Schweizer Meisterin im Hochsprung und Mehrkampf trainiert in der Woche etwa sechs Stunden. An einem internationalen Grossanlass teilzunehmen, ist für die Athletin des LAS Old Boys Basel eine Premiere. Trotz starker Konkurrenz strebt das junge Talent den Final und eine Top-7-Platzierung an. «Ich will einmal an den Olympischen Spielen teilnehmen, wie es das Ziel einer jeden Leistungssportlerin ist», sagt Lang. Die Nervosität der Baslerin hält sich momentan noch in Grenzen, was sich aber «spätestens vor dem Wettkampftag», sagt sie, «ändern wird». Lang wird in ihrem Wettkampf am Dienstag um eine Ehrenplatzierung kämpfen.

Michelle Müller (15), Leichtathletik 400 Meter Hürden

Die aktuelle Vize-Schweizer-Meisterin im Weitsprung trainiert in der Woche über acht Stunden für ihre Leidenschaft. «Ich bin schon ein wenig nervös, aber ich bin sicher, dass der Aufenthalt in Utrecht super-toll wird», sagt die Athletin des LV Frenke. Müller will auf jeden Fall in den Final der 400 Meter Hürden einziehen und ein gutes Resultat erzielen. Nächstes Jahr will die Muttenzerin an der weltweiten Jugendolympiade um Spitzenplatzierungen kämpfen und in absehbarer Zukunft an Olympia teilnehmen, denn, wenn man schon an den «kleinen Olympischen Spielen» teilnehmen könne, wolle man auch einmal an den «Grossen» mitmachen, erklärt sie.

Alina Lengweiler (17), Judo bis 70 kg

Die zweifache U20-Schweizer-Meisterin und dreifache U17-Schweizer-Meisterin investiert pro Woche über 15 Stunden in ihr Judo-Training. «Ich freue mich wahnsinnig, am EYOF teilnehmen zu dürfen», sagt die Allschwilerin. Für Lengweiler ist es nicht die erste Teilnahme an einem Grossanlass: Sie hat schon zwei Mal an einer Judo-EM um Medaillen gekämpft. Ihr Ziel ist es, sich auf einem der ersten sieben Rängen zu platzieren. «Ich würde gerne einmal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen und eine Medaille gewinnen, die Olympischen Spiele sind im Moment noch zu weit weg», formuliert die Judoka ihre Karriereziele. Ihren Auftritt am EYOF wird sie am Donnerstag haben.