Super League

FCB, Sion und YB kämpfen um Platz 1: Warum das ein gutes Zeichen für die Liga ist

Das Spitzenspiel war geprägt von vielen harten Zweikämpfen. Hier drängt YBs Sörensen Basels Ademi zurück.

Das Spitzenspiel war geprägt von vielen harten Zweikämpfen. Hier drängt YBs Sörensen Basels Ademi zurück.

Mit Basel, Sion und YB führt ein Trio die Super League an. Nach Jahren der Langeweile ist die Spannung zurück im Schweizer Fussball. Es könnte mehr als nur eine Momentaufnahme sein.

Am Sonntagabend sind sie alle irgendwie glücklich. Die Basler, weil der FCB durch das 1:1 im Stade de Suisse als Tabellenführer heimfährt. Die Berner, weil YB das Spitzenspiel trotz Rückstand nicht verloren hat. Die Walliser, weil der FC Sion durch das Unentschieden der beiden Grossen punktgleich mit Basel auf Rang 2 liegt. Und auch der neutrale Fussballfan, weil endlich mal wieder Spannung in der heimischen Liga herrscht.

Die Highlights des Spitzenkampfes:

Super League, Saison 2019/20, 7. Runde: Young Boys - FC Basel 1:1

   

Spannung ist einer der Hauptgründe, warum Sport so viele Menschen begeistert. Mitfiebern, Mitfreuen, Mitleiden. Es sind die Emotionen, weswegen die Fans Wochenende für Wochenende in die Stadien pilgern. Doch die Pilgerei lässt nach. Die Zuschauerzahlen in der Super League sinken Jahr für Jahr. Auch in der laufenden Saison liegt der Schnitt – bevor die kalte Jahreszeit überhaupt erst begonnen hat – bereits wieder unter dem der Vorsaison.

Irgendwie ist das verständlich. Dem Schweizer Fussball fehlte zuletzt die Spannung. FCB und YB gewinnen oft. Die restlichen Partien stellen die Buchmacher bei der Festlegung der Wettquoten vor grosse Sorgen. Denn aufgrund konstanter Inkonstanz kann niemand vorhersagen, wie die Direktduelle der Mittelfeldklubs ausgehen. Das birgt zwar irgendwie auch eine gewisse Spannung. Doch aufregend sind diese Spiele erst in der Schlussphase der Saison, wenn sieben Teams gleichzeitig mit einem Bein in Europa und mit dem anderen in der Challenge League stehen.

Ein Teufelskreis, vor allem für die kleinen Ligen

Mit dem Spannungsproblem ist die Super League nicht allein. Die 15 Meister, welche aktuell in der Champions League teilnehmen, haben im Schnitt einen Vorsprung von 8,2 Punkten auf den Zweiten. Die Dominatoren der nationalen Ligen wie Dinamo Zagreb, Roter Stern Belgrad oder Shakhtar Donezk verkommen in der Königsklasse zu Fallobst. Spannung? In allen Wettbewerben Fehlanzeige.

Dieses Phänomen hat sich in den letzten Jahren verschlimmert. Die Meister geniessen durch das Einheimsen der Uefa-Prämien in der heimischen Liga einen enormen Wettbewerbsvorteil. Basel und YB geben deswegen pro Saison mittlerweile drei- bis viermal so viel aus wie der Rest.

Die Schere zwischen Arm und Reich wird im durchkommerzialisierten Fussball immer grösser. Ein Teufelskreis, der jetzt durch neue, spannungsbringende Modi gebrochen werden soll. Doch RB Salzburg wurde in Österreich auch mit zwölf Punkten Vorsprung Meister, obwohl die gesammelten Punkte zu Saisonhälfte halbiert wurden. Auch jetzt ist Salzburg nach acht Runden mit 22 Punkten und einem Torverhältnis von 36:8 längst wieder enteilt. Dagegen ist der Blick auf die aktuelle Tabelle der Super League doch Balsam auf die Fanseele.

Drei Teams sind nach sieben Runden nur durch einen Punkt getrennt. Das gab es zu diesem Zeitpunkt seit der Einführung der Super League noch nie. Im Spitzenspiel zwischen YB und FCB trafen zwei Teams auf Augenhöhe aufeinander. Vorfreude herrschte. Die Intensität war enorm. Zweikämpfe wurden geführt, als wäre es bereits die Finalissima. Ein Genuss. Endlich geht es wieder um etwas. Die Spannung ist zurück. Auch FCB-Mittelfeldspieler Fabian Frei findet es «absolut positiv», dass mit Sion ein dritter Klub oben mitmischt: «Ich finde es schön, wenn man nicht immer 20 Punkte Abstand zum nächsten hat. Das ist ein gutes Zeichen für die Liga.»

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