Beachvolleyball
Favoriten-Duo vom Winde verweht

Nicht die topgesetzten Muriel Grässli und Ramona Kayser, sondern die Aussenseiterinnen Marlen Brunner und Taryn Sciarini gewannen an der 15. Beachtour bei den Frauen auf dem Basler Barfüsserplatz. Beachvolleyball

Georges Küng
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Überraschungssiegerinnen: Brunner (links) und Sciarini. Martin Toengi

Überraschungssiegerinnen: Brunner (links) und Sciarini. Martin Toengi

Seit 1997 gastiert die Beachtour in Basel auf dem «Barfi». Weil heuer am letzten Wochenende die U23-Europameisterschaften der Frauen und Männer in Porto stattfanden, war das Teilnehmerfeld in der Breite nicht so gut besetzt wie in den letzten Jahren. Bei den Männern wurden Sascha Heyer und Sébastien Chevallier ihrer Favoritenrolle gerecht und bezwangen ihre Finalwidersacher Samuel Straumann/Roninho (Brasilien) sicher in zwei Sätzen mit 21:12 und 21:14. Mit «Sämi» Straumann stand ein Basler im Final. Der frühere Nationalliga-A-Spieler des VBC Gelterkinden sprang kurzfristig für den abwesenden Partner von Roninho ein, nachdem Straumann in seinem Startspiel am Samstag ausgeschieden war. Die diskussionslose Finalniederlage wurde immerhin mit einem Preisgeld von 2200 Franken versüsst. «Mit dem Tausender habe ich meine diesjährigen Volley-Saisonspesen gedeckt», lachte Straumann. «Die wechselnden Bedingungen, vor allem aber der unberechenbare Wind, erschwerten die Annahme sehr», so Straumann, welcher in der Halle noch in der 2. Mannschaft des Erstligisten VBC Laufen spielt.

Bei den Frauen hätten Brunner/Sciarini (die 20-jährige Tessinerin ersetzte Brunners an der U23-EM weilende Stammpartnerin Tanja Goricanec) im Final eigentlich eine Statistenrolle einnehmen sollen. Doch die 20-jährige Klotenerin Brunner und die in Biel wohnhafte Schweizerin mit kanadischem Pass stellten sich auf die schweren und regennassen Bedingungen besser ein. Den ersten Satz gewannen die Aussenseiterinnen mit 21:14, bevor im zweiten Set (der Regen hatte aufgehört) Grässli/Kayser, die unbestrittene Landesnummer 2 hinter Simone Kuhn/Nadine Zumkehr (die zurzeit an der EM in Norwegen weilen), ihrer Reputation gerecht wurden und den Durchgang locker mit 21:9 für sich entschieden.

Wer aber geglaubt hätte, dass damit «der Mist geführt sei», wie ein Tourbeobachter salopp meinte, sah sich getäuscht. Brunner/Sciarini begingen viel weniger Eigenfehler, gruben entschlossener Bälle aus und zeigten Nervenstärke. Mit 15:13 gingen Satz und Turniersieg an das Aussenseiter-Duo.