Denn viel Geduld war nicht vonnöten beim Basler Gastspiel in Lausanne. Viel mehr präsentierte der FC Basel bei diesem auch in dieser Höhe absolut verdienten 4:1-Sieg gegen die Waadtländer, in welch guter Verfassung er momentan ist – und dass die Ideen Wickys mehr und mehr verinnerlicht sind.

Ganz anders als noch im September, als derselbe Gegner dem FCB eine seiner schmerzhaftesten Niederlagen in dieser Saison hatte zufügen können. Doch wer das Spiel an diesem Samstag auf der Pontaise verfolgt hat, dem war unverständlich, wie die Basler gegen dieses Team vor drei Monaten im Heimspiel hatten verlieren können. Zu überlegen war der FCB, zu überfordert Lausanne.

Nur sieben Minuten

Um die Kräfteverhältnisse in diesem Rückspiel zu demonstrieren, brauchte der Meister nur sieben Minuten. Nach einem Doppelpass mit Michael Lang legte Renato Steffen den Ball perfekt für Mohamed Elyounoussi auf, der sehenswert zum 1:0 verwandelte.

Dass die Basler erst in der 39. Minute das 2:0 bejubeln konnten, lag einzig an der in der Folge mangelhaften Chancenauswertung Elyounoussis. So brauchte es Albian Ajeti, der Jérémy Manière locker abschütteln und auf 2:0 erhöhen konnte.

Sinnbildliches Duell

Das Duell Ajeti gegen Manière war sinnbildlich für dieses Spiel. Der FCB war dominant, hoch konzentriert und agierte mit Spielwitz. Unterstreichen konnte der FCB diese Demonstration mit zwei weiteren Toren, mit denen er endgültig den Sack zumachen konnte.

Michael Lang, mit seinem siebten Tor in den letzten fünf Spielen, und Renato Steffen erhöhten auf 4:0. Dass Lausanne zu einen Ehrentreffer kam, war nur der Tatsache geschulet, dass die Basler nach dem vierten Treffer etwas zurückgeschaltet hatten.

Und es änderte nichts am Fazit, dass Lausanne nicht den Hauch einer Chance hatte und froh sein konnte, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Gesundheit? Gefährdet!

Seit neun Ligaspielen und dem 1:2 in St. Gallen ist der FCB ungeschlagen. «Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der ganzen Einstellung der Mannschaft, die von der ersten Minute an fokussiert war und sehr gut ins Spiel gekommen ist», meinte Wicky im Nachgang und betonte die Abgeklärtheit seines Teams.

Auch Steffen, der zum ersten Mal in dieser Saison aus dem Spiel heraus hatte treffen können, sah eine starke Leistung. «Wir sind sehr gut zwischen die Räume gelaufen, haben den Ball gut gespielt und waren vor dem Tor eiskalt.»

Eiskalt

Eiskalt– ein gutes Stichwort. Denn nicht nur die Basler präsentierten sich in dieser Manier, sondern auch das Wetter. Das Thermometer zeigte Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt an. Gepaart mit einem eisigen Wind und dem Schneefall des Vortags war auch der Zustand des Rasens entsprechend.

«Das Terrain war nicht einfach», erklärte Steffen und sprach die teilweise gefrorenen Stellen an. «Wir sind es uns nicht gewohnt, bei solchen Temperaturen zu spielen.» Noch deutlicher aber wurde sein Trainer. Trotz der Freude über die Höhe des Sieges war Wicky nach dem Spiel alles andere als glücklich.

«Die Gesundheit der Spieler geht vor», begann er, «und ich weiss nicht, ob die heute gewährleistet war. Der Platz war schon vor Anpfiff gefroren. Im Fünfer war er wie Beton. Die Bedingungen waren grenzwertig für mich.»

Zu hohes Risiko

Klare Worte von Wicky, dem eine Verschiebung lieber gewesen wäre. Zu hoch war in seinen Augen das Risiko, dass einer seiner Spieler eine Blessur hätte davontragen können. Vor allem auch, weil er mit Ausnahme des Sturmzentrums wohl jene Elf aufgestellt hatte, die es morgen auch gegen Benfica richten soll.

Denn setzte er in der Liga zuletzt auf eine Viererkette, entschied er sich dieses Mal für eine Dreierkette und damit für jenes System, das sich in der Champions League bewährt hat. Das Resultat gab ihm recht, die Hauptprobe ist geglückt. Jetzt gilt es, auch im lauwarmen Lissabon eiskalt zu bleiben.