Fussball
Eine Chance für die zweite Garde des FCB

Heute Abend spielt der FC Basel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Für Akteure, die bisher nur dezidiert eingesetzt wurden, ist das die Gelegenheit, zu beweisen, dass sie bei Rotblau sowohl für nationale wie auch internationale Einsätze bereit sind.

Georges Küng
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Steht Stephan Andrist vor einem Wechsel zum FC Aarau.

Steht Stephan Andrist vor einem Wechsel zum FC Aarau.

Kenneth Nars

Sommer; Ajeti, Schär, Dragovic, Park; Salah, Grether, Diaz, Stocker; Jevtic, Zoua. Nein, mit dieser Elf will Basel-Trainer Heiko Vogel heute nicht gegen den Zweitbundesligisten aus der Pfalz, anlässlich des 111-jährigen Klubjubiläums des FC Solothurn, antreten. Denn diese elf Spieler sind ausser Landes und bestreiten mit ihren Auswahlen Europameisterschafts-Qualifikations- respektive Länderspiele auf drei Kontinenten.

Seit dem Mittwoch trainiert der FC Basel wieder. Die Spieler erhielten nach dem resultatmässig unbefriedigenden Zürich-Match zwei Freitage. Wer glaubt, dass wegen der Absenz einer ganzen Elf ein Larifari-Betrieb herrscht, täuscht sich gewaltig. Die Einheiten sind ebenso intensiv wie bei Vollbestand der Equipe. Und in den zwei letzten Tagen entdeckte man einige U21-Akteure, die es erlaubten, das nahezu zwei komplette Teams auf dem Trainingsfeld standen.

Echter Prüfstein

Für den Basler Trainerstab war klar, dass sie die zweiwöchige Meisterschaftspause mit einem Test gegen einen renommierten Widersacher überbrücken würden. Es ist nicht das erste Mal in den letzten Jahren, dass der FCB in Solothurn gastiert. Und mit den roten Teufeln vom Betzenberg, dem 1. FC Kaiserslautern, wartet heute 18.30 Uhr ein Gegner, welcher für den dezimierten Schweizer Meister zu einem Prüfstein wird. In der Ambassadorenstadt rechnet man mit einem gut gefüllten Stadion – die Tribüne ist praktisch ausverkauft. Auch die VIP-Plätze, welche 111 Franken kosten und das Klubalter symbolisieren.

Es gibt Spieler, die – wie Philipp Degen – aus einer Verletzung kommen. Und so unter Wettkampfbedingungen Spielpraxis sammeln können. Für Akteure, die bisher nur dezidiert bis marginal (wir denken da an Stephan Andrist oder Kay Voser) eingesetzt wurden, bietet sich heute Nachmittag die Gelegenheit, gegen einen kampfstarken Gegner zu beweisen, dass sie bei Rotblau sowohl für nationale wie auch internationale Einsätze bereit sind.

Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit, Spielern wie Marco Aratore, Pascal Schürpf oder Kwang Ryong Pak eine Einsatzmöglichkeit zu geben. Das Trio spielt bekanntlich in den Überlegungen von Trainer Vogel keine Rolle. Doch Schürpf hat einen Vertrag bis 2014, der Kontrakt des Nordkoreaners läuft sogar bis 2016.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass jeder Fussballer lieber spielt als trainiert. Das ist auch beim FCB nicht anders. Natürlich würde dies niemand herausposaunen, aber «jedes Spiel kommt der Praxis näher», so die Degen-Zwillinge. Und obwohl es «nur» ein Testspiel ist, werden es die Oberbaselbieter ernst nehmen. Denn nach der Cuppartie in Amriswil folgen innert sechs Tagen die beiden Spitzenkämpfe in Bern gegen YB und zu Hause gegen Sion sowie der Europa-League-Auftakt in Lissabon gegen Sporting. Und dann werden einige der elf Abwesenden auf einen Platz in der Anfangsformation «bestehen».