Fussball
Ein bitteres Cup-Déjà-vu für die Old Boys

Die Basler unterliegen dem FC Schaffhausen im Schweizer Cup in letzter Sekunde. Die 1:2-Niederlage wurde erst nach einem höchst umstrittenen Elfmeter für die Gäste in der 92. Minute Tatsache.

Jeremy Weill
Drucken
Teilen
Lange hielten die Old Boys (hinten Loic Limanaj) die Oberklassigen aus Schaffhausen (hier Igor Tadic) erfolgreich in Schach.

Lange hielten die Old Boys (hinten Loic Limanaj) die Oberklassigen aus Schaffhausen (hier Igor Tadic) erfolgreich in Schach.

Martin Toengi

0:1 nach Verlängerung gegen den FCB, 1:2 gegen Lugano und nun wieder ein 1:2 gegen Schaffhausen. Zwischen den Old Boys und dem Schweizer Cup hat sich in den letzten drei Austragungen keine Liebesbeziehung entwickelt. Nachdem die Basler letztes Jahr rund vier Minuten vor Schluss den entscheidenden Treffer kassiert hatten, war die gestrige Niederlage sogar erst wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff besiegelt: Ein Schupfer im Strafraum von OB-Innenverteidiger Loic Limanaj an Faruk Gül wurde vom Schiedsrichter als Foul geahndet, Igor Tadic verwandelte den Elfmeter souverän.

Ein taktischer Fehler?

Tadic, der letztjährige Torschützenkönig der Challenge League, räumte selber ein: «Das wird nicht immer gepfiffen.» OB-Coach Samir Tabakovic war ähnlicher Meinung: «Ein normaler Zweikampf, aber wenn der Schiedsrichter pfeift, kann man nichts machen.» Trotzdem war der 47-Jährige mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Die Old Boys spielten gut mit und hatten insbesondere zwischen der 30. und 60. Minute mehr Ballbesitz. Dabei spielte die Führung kurz vor der Pause eine wichtige Rolle. Luis Gutierrez verwertete eine scharfe Flanke Leuthards per Kopf – und zwar in einer Phase, in welcher die Ostschweizer stärker spielten.

Dass es schliesslich doch nicht reichte, lag laut Tabakovic einerseits an der Erfahrung, aber auch an der besseren Kondition der Schaffhauser. Trotzdem hat Tabakovic mit der Auswechslung von Rocamora und Rietmann eventuell zu früh die Offensive vernachlässigt. Das 1:1 der Gäste folgte prompt nach dieser Umstellung: Luzern-Leihgabe Cristian Ianu konnte aus nächster Nähe per Kopf einnicken.

OB-Goalie Sandro Keller – der immer wieder mit Unsicherheiten auffiel – hätte den Flankenball womöglich unterbinden können. Und dann kam ebendiese 92. Minute mit der Entscheidung durch Tadic. Wie letztes Jahr gegen Lugano konnten die Unterklassigen aus der Promotion League auch gestern gut mithalten, ging ebenfalls in Führung und schieden trotzdem aus dem Schweizer Cup aus – ein bitteres Cup-Déjà-vu also.

Akdemir ohne Motivation

Die grösste Überraschung des Tages hatte sich jedoch vor der Partie ereignet. Diren Akdemir, zuletzt Captain und seit fünf Jahren bei den Old Boys, gab seinen Rücktritt bekannt. «Es fehlt mir die hundertprozentige Motivation, Fussball zu spielen, deswegen macht es keinen Sinn mehr.» Der Entscheid sei persönlicher Natur und vom Akdemir allein getroffen worden. Trotz dem momentan ordentlich aufgestellten Kader ist dies ein bitterer Schlag für den Quartierklub, war Akdemir doch stets ein sicherer Wert in der OB-Innenverteidigung.

Aktuelle Nachrichten