Super League
Ein Auftakt für das Selbstvertrauen: Der FCB gewinnt das erste Saisonspiel gegen Sion auch dank VAR

Was für ein Saisonstart. Nach der 1:0-Führung und dem postwendenden Ausgleich rettet der FCB auch dank Videobeweis das Unentschieden und gewinnt am Ende in Sion mit 4:1 und nimmt viel mit für Dienstag.

Céline Feller
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Es ist angerichtet: Mit einem 4:1-Sieg über Sion startet der FC Basel in die neue Saison.
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Kurz vor Schluss darf auch der Kapitän noch jubeln: Valentin Stocker und sein Treffer zum 4:1.
Wenn Stocker erst einmal loslegt kann Torhüter Anton Mitryushkin (r.) nur noch zuschauen.
Albian Ajet (r.) bringt Ermir Lenjani (l.) zu Fall - Sion mag heute nichts gelingen.
Eder Balanta (l.) gegen Jean Ruiz (M.). Die beiden liefern sich einen erbitterten Zweikampf.
Nur wenige Minuten nach dem zweiten Gegentreffer fällt das 3:1: Torhüter Anton Mitryushkin (r.) befördert den Ball in sein eigenes Tor.
Sion-Neuzugang Stephane Henchoz ist alles andere als zufrieden mit seiner Mannschaft.
Er steht heute auf der Sonnenseite des Lebens: Ermir Lenjani (r.) hat das Nachsehen gegen den brillierenden Albian Ajeti.
Der FC Basel fackelt nicht lange: Luca Zuffi (M.) erzielt wenige Minuten nach Wiederanpfiff das Tor zum 1:2 gegen Valon Behrami (l.) und Torhüter Anton Mitryushkin (r.).
Vorlagengeber und Torschütze vereint: Luca Zuffi (r.) und Albian Ajeti befinden sich auf dem Höhenflug.
Freude bei Valentin Stocker und Ajeti - Leid bei Valon Behrami (r.), der mit seinem Fehlpass den Grundstein zum zweiten Gegentreffer gelegt hat.
Gerangel im Strafraum der Basler - doch Torhüter Jonas Omlin lässt sich nicht beirren.
Die Statistiken sprechen nicht für die Basler: 3 Schüsse (Sion: 9) und 1 Torschuss (Sion: 3) - da muss noch mehr kommen, immerhin trösten die 62% Ballbesitz.
Zwei Tore und ein VAR: Mit 1:1 gehen die beiden Mannschaften nach einer rasanten ersten Halbzeit in die Pause.
Da VAR doch was: Kurz vor der Pause heisst es Penalty für Sion - doch der VAR greift ein und entscheidet zugunsten der Basler.
Dennoch sind die FCB-Fans nicht so ganz glücklich über die Einführung des Videoschiedsrichters.
Allein unter Feinden - der Torschütze Albian Ajeti wird von seinen Gegenspielern umzingelt.
Voller Freude bejubelt Patrick Luan (M.) seinen Treffer, die beiden Basler Eray Cömert (l.) und Silvan Widmer (r.) sind enttäuscht.
Im vierten Anlauf klappt es: Patrick Luan (2.v.l.) erwischt vor der Basler Abwehr den Ball und erzielt den Ausgleichstreffer zum 1:1.
Der frischgebackene Kapitän wird gefordert: Valentin Stocker (r.) trifft auf Ermir Lenjani (M.).
Bloss nicht verzocken: Noah Okafor (l.) lässt sich von Christian Zock nicht aus der Ruhe bringen.
FC Basel - FC Sion (19.07.2019)
Er überzeugt gleich von Anfang an: Nach zwanzig Minuten erzielt Albian Ajeti (l.) das 1:0 für den FC Basel.
Auch in der Super League geht es hoch zu und her: Sions Königstransfer Valon Behrami im Höhenduell mit Eder Balanta (r.).
Birama Ndoye (r.) kommt zu spät, der flinke Ajeti lässt sich nicht so leicht aufhalten.
Der erste Ernstkampf: Noah Okafor (l.) weiht die Saison mit einem Duell gegen Quentin Maceiras ein.
Alles auf Anfang: Die Basler wärmen sich auf und wappnen sich für den Saisonstart.
Der Palast von Christian Constantin glänzt im Abendlicht: Das Stade de Tourbillon ist bereit für die kommende Saison.
Steht heute vielleicht zum ersten Mal schon im Mittelpunkt: Der VAR feiert seine Premiere in der Super League.
Kann der neue Kapitän Valentin Stocker seinen FC Basel im ersten Spiel der Saison zum Sieg führen?

Es ist angerichtet: Mit einem 4:1-Sieg über Sion startet der FC Basel in die neue Saison.

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Es ist die 44. Minute. Raoul Petretta hat eben den Platz verlassen. Taulant Xhaka ersetzt ihn notgedrungen, weil kein weiterer Linksverteidiger im Kader steht. Die Basler sind noch dabei, sich neu zu ordnen. Sion spielt einen Eckball – und Jonas Omlin schaltet erst Birama Ndoye aus und dann sich selber. Schiedsrichter Sandro Schärer zögert keine Sekunde und entscheidet auf Elfmeter. Sion hätte die Chance, den Spielstand zu drehen. 1:1 steht es, die Basler gehen in der 22. Minute in Führung, verlieren in der Folge den Faden, kassieren den Ausgleich in der 35. Minute.

Aber Sion kommt nicht dazu, das Spiel zu drehen. Weil im Tourbillon Historisches passiert. Schärer formt ein Viereck mit den Händen und rennt zum Spielfeldrand. Zum ersten Mal in der Geschichte des Schweizer Fussballs wird ein Entscheid mittels Video Assistant Referee (VAR) kontrolliert - und sogleich revidiert. Kein Penalty. Basel ist der erste Nutzniesser der neu eingeführten Technologie. Sion zieht den Kürzeren.

Funktionierender VAR-Einstand

«Es war etwas speziell», sagt Stocker zum erstmaligen Einsatz des VAR. «Ich habe gar nicht mitbekommen, dass der Schiedsrichter auf Penalty entschieden hat. Für mich war klar, dass Jonas Omlin den Ball getroffen hat.» Daher sei es «optimal, dass er so hat eingreifen können. Das hat sehr gut funktioniert.» Es ist die entscheidende Szene in einem Spiel, das für den FC Basel nicht einfach ist. Sion steht extrem defensiv, mit einer Fünferkette sowie drei Sechsern davor. Das ins Auge gefasste Pressing ist für den FCB schwer aufzuziehen.

Die Highlights im Video:

Nach dem Führungstor geben die Basler nach, bekommen «den verdienten Ausgleich», wie Stocker zugibt. Könnte Sion kurz vor der Pause das Spiel drehen, wer weiss, ob der FCB statt dem ersten Sieg in einem Saison-Auftaktspiel nicht mit der dritten Pleite in Serie in einem ebensolchen dastehen würde.

Das funktionierende, neue Spielsystem

Nach der Pause kann der FCB nachlegen. Ein Fehlpass des Sittener Königstransfers Valon Behrami landet in den Füssen Luca Zuffis, dieser vollzieht einen Doppelpass mit Albian Ajeti und schliesst ab. 2:1 für Basel. Es folgen das 3:1 nach einem Patzer von Anton Mitryushkins bei dessen Comeback nach über 600 Tagen. In der 81. Minute setzt Stocker noch den Schlusspunkt zum 4:1.

Damit knüpfen die Basler an die Testspiele an, in denen sie mit einer Ausnahme auch immer vier oder mehr Tore erzielten. Erreicht wird dieser Glanz-Auftakt mit einem neuen Spielsystem. Auch dies hatte sich in der Vorbereitung abgezeichnet. Es ist ein 4-1-4-1, in dem sich der FCB präsentiert, mit Eder Balanta vor der Abwehr, Luca Zuffi und Fabian Frei auf der Doppelzehn und Ajeti als einzigem Stürmer. Die neue Ordnung weiss zu gefallen. Die neue Achse ebenfalls.

Ihr entlang entsteht auch das erste Basler Tor, welches Trainer Marcel Koller als «hervorragend herausgespielt» bezeichnet. Von Omlin via Balanta, Zuffi und Stocker landet der Ball bei Ajeti und der schliesst ab. Es scheint, als hätte sich trotz der vielen Rotationen in den Testspielen eine funktionierende Elf gefunden.

Selbstvertrauen für Dienstag

Wie bedeutend dieser gelungene Auftakt für den FCB ist, zeigt ein Blick auf das Programm. Bereits am Dienstag steht das immens wichtige Spiel in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League an. Auswärts, bei Eindhoven. Es wird ein anderes Spiel werden, die Holländer agieren offensiver als Sion. «Dass wir heute gewinnen konnten, war sehr wichtig», sagt Stocker. Ajeti streicht das gewonnene Selbstvertrauen heraus. «Das müssen wir jetzt mitnehmen und damit nach Eindhoven reisen.»

Man kann sich nur vorstellen, wie es um das Selbstvertrauen gestanden hätte, wäre dieser Entscheid in der 44. nicht gewesen.

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