Eishockey
EHC Basel-Kleinhüningen zieht erstmals vorzeitig in die Playoffs ein

Mit einem Sieg im Penaltyschiessen gegen Burgdorf beendete Erstligist EHC Basel-Kleinhüningen die Qualifikation. Dank Platz 5 schaffen die Basler erstmals den Einzug in die Masterround und damit die vorzeitige Teilnahme an den Playoffs.

Calvin Stettler
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Der letzte Heimauftritt des EHC Basel-Kleinhüninge
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Kampf im jeden Puck zwischen Burgdorfs Patric Buri (links) und Basels Cyrill Voegelin.
Am Schluss konnte der EHC Basel-Kleinhüningen doch noch zum 4:4 aufholen.
Mit vereienten Kräften konnte der Angriff von Burgdorf unterbunden werden.
Basels Guy Reimann scheitert knapp an Burgdorfs Goalie Michael Kaufmann.
Basels Stefan Henz (Mitte) wird im letzten Moment von den Bernern gebremst.
Basels Nummer 10, Thomas Keller, bejubelt seinen Anschlusstreffer zum 2:3.

Der letzte Heimauftritt des EHC Basel-Kleinhüninge

Uwe Zinke

Nervenaufreibende Aufführungen gibt es im Theater in Basel zwar regelmässig zu bestaunen. In der zwei Kilometer entfernten KEB Margarethen war die Dramaturgie beim letzten Spiel der 1.-Liga-Qualifikation am Dienstag allerdings mehr als nur theaterreif.

Das Stück trug den Titel «Der Weg zur direkten Playoff-Qualifikation». In den Hauptrollen waren der EHC Basel-Kleinhüningen und der EHC Burgdorf.

Um es vorweg zu nehmen, das Drama endete nicht mit dem üblichen Fall des Helden. Die Protagonisten aus Basel standen bereits zur Spielhälfte am Abgrund. 0:3 stand es da. Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten.

Diese berühmte Phrase wurde wieder einmal restlos bestätigt. Der Rückstand vereinfachte die brisante Ausgangslage nicht wirklich. Die fünftplatzierten Baselbieter benötigten im letzten Spiel mindestens einen Punkt für die definitive Teilnahme an den Playoffs.

Moral gezeigt nach Negativserie

Dass die Mannschaft über Moral verfügt ist unbestritten, denn bereits während der Qualifikationsphase erlebten die Basler eine Negativserie von sieben Niederlagen am Stück. Die unerwartet deutliche Antwort darauf waren fünf Vollerfolge hintereinander.

Und genau diese Moral blitzte auch gegen Burgdorf auf. «Wenn man im Eishockey gewinnen will, muss man Herz zeigen», postulierte Basel-Coach Peter Salmik. Er sollte recht behalten.

Das Heimteam zeigte eine fulminante Aufholjagd. Dank einem kämpferischen Auftritt führte der Gastgeber plötzlich. Gleich vier Mal flog ein Frisbee auf die Zuschauerränge. Dies ist eine Tradition. Jeder Basler Torschütze darf seinen Treffer mit einem Frisbee-Wurf zelebrieren.

Das Wechselbad der Gefühle hielt weiter an. Die drittplatzierten Gäste glichen wieder aus. Der Weg bis zur Schlusssirene war hektisch, doch als das erlösende Horn erklang, kannte der Jubel des Heimteams keine Grenzen.

Die Verlängerung bedeutete einen sicheren Punkt und somit die erstmalige direkte Qualifikation für die Playoffs. Und nach 15 Penaltys siegten schliesslich die Hausherren.

Die Rückkehr von Captain Voegelin

«Der erste Teil der Etappe ist erreicht. Wir wollen aber in den Playoffs nicht gleich in der ersten Runde ausscheiden», analysierte Salmik die Lage. Die zuerst anstehende «Masterround» muss das Regio-Team wohl ohne Topskorer Remo Hunziker absolvieren, denn das Talent figurierte zuletzt im NLB-Kader der Sharks.

Dafür gab Captain Cyrill Voegelin beim «wichtigsten Spiel der Saison» nach langer Verletzungspause ein gelungenes Debüt. Obwohl Weihnachten erst in sechs Tagen ist, dürfte sich der grösste Wunsch des Heimteams bereits erfüllt haben. Das Erreichen der Playoffs. Jetzt muss man mit diesem Geschenk nur noch richtig umgehen.