FC Basel

Effektivität macht den Unterschied: Basel gewinnt gegen ein gleichwertiges Thun mit 3:1

Lange spielen Leader Basel und Schlusslicht Thun auf Augenhöhe. Doch am Schluss gewinnt der Favorit mit 3:1. Überschattet wird der Sieg von einem tragischen Todesfall in der Muttenzerkurve.

Dass es viel wichtigere Dinge als Fussball gibt, wird am Samstagabend im Joggeli mal wieder deutlich. Eine Stunde vor Anpfiff kommt es in der Muttenzerkurve zu einem medizinischen Notfall. Ein Mitglied des FCB-Fanclubs «Alte Säcke» verstirbt in der Folge trotz Reanimierungsversuchen im Stadion. Beide Mannschaften bekommen den Vorfall mit und beschliessen kurzfristig eine Schweigeminute für den verstorbenen Fan abzuhalten. Auch die Muttenzerkurve erweist ihrem langjährigen Mitglied mit Gesängen und einem Banner die letzte Ehre. Wie FCB und FC Thun drückt auch die bz den Angehörigen ihr herzlichstes Beileid aus.

Das Gedenk-Banner in der Muttenzerkurve

Das Gedenk-Banner in der Muttenzerkurve


Gespielt wird trotzdem. Dass Thun als Tabellenletzter in Joggeli kommt, gab es zuletzt 2015. Damals gewann der FCB durch einen Doppelpack von Marc Janko und ein Tor von Shkelzen Gashi mit 3:1. Basel blieb Erster, Thun blieb Letzter. Der Spielverlauf der Partie von Samstag ist ähnlich wie vor vier Jahren. Basel startet nach der Länderspielpause furios, verpasst es aber in den ersten zehn Minuten eine der drei Grosschancen von Kevin Bua, Fabian Frei und Eray Cömert in etwas Zählbares zu verwandeln. «Wir hätten schon da führen müssen», bilanziert Marcel Koller nach dem Spiel. Doch weil Thun-Goalie Faivre dreimal hält, hält er sein Team im Spiel.

Thun agiert überhaupt nicht wie ein Tabellenletzter. Der Berner Oberländer spielen mutig mit und kommen in der ersten Stunde wie der FCB auf fünf Grosschancen. Es scheint, als sorge einzig und allein die Chancenverwertung dafür, dass Basel Leader und Thun Letzter ist. «Wir sind Erster in der Ineffektivitätstabelle», sagt Thun Trainer Marc Schneider nach dem Spiel und die Zahlen geben ihm recht. Thun spielt die drittmeisten Chancen der Liga heraus, hat aber die wenigsten Tore geschossen. Mit einer Chancenverwertung von 14 Prozent ist Schneiders Team abgeschlagen Schlusslicht.

Auch am Samstag macht Thun nur eine von sechs Torchancen. Basel dagegen sündigt nur in Halbzeit 1. Nach dem Seitenwechsel macht der FCB aus vier Chancen drei Tore. Erst trifft Kevin Bua per direktem Freistoss zum 1:0. Kurz nach dem Ausgleich der Thuner in der 67. Minute durch Simone Rapp, geht der FCB nach einem Standard wieder in Führung. Das 2:1 erzielt ebenfalls Rapp, der einen Widmer-Kopfball ins eigene Netz drischt. Arthur Cabral wäre hinter ihm aber auch zur Stelle gewesen. Der eingewechselte Afimico Pululu vergibt dann als einziger eine FCB-Torchance in Halbzeit 2. Doch weil Luca Zuffi beim Abpraller genau richtig steht, spielt das keine Rolle. «Afi hat sich den Ball super vom Innenverteidiger erkämpft, eigentlich auch gut abgeschlossen. Der Goalie konnte parieren, aber ich stand dann richtig», sagt Zuffi.

Ein gutes Omen für beide Teams

Auch vor vier Jahren ging Basel in Führung, Thun glich aus und am Ende gewann Basel mit 3:1. Der FCB wurde am Ende der Saison Meister, Thun immerhin noch Sechster. Beide Mannschaften dürften hoffen, dass sich diese Geschichte wiederholt.

Durch das 4:1 der Berner Young Boys gegen den Tabellenvorletzten Xamax Neuchâtel hat sich der Abstand weder für den FCB noch für Thun vergrössert. «Ich hoffe, dass wir bis zum Schluss da oben bleiben», sagt Taulant Xhaka. Wenn der FCB die Effektivität aus der 2. Halbzeit in den kommenden Spielen – der Thun-Match war das erste von 7 Spielen in 21 Tagen – über 90 Minuten an den Tag legt, könnte das gelingen. In der vergangenen Saison hatte der FCB eine Chancenausbeute von 32 Prozent, YB wurde mit 42 Prozent Meister. In dieser Saison liegt der FCB bei 41 Prozent und damit hauchdünn vor YB mit 40 Prozent. In der einzig wichtigen Tabelle macht das im Moment einen Punkt aus.

Die Noten zum Spiel:

Die Highlights im Video:

Highlights FCB - Thun

  

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