FC Basel
Drei Erkenntnisse nach dem FCZ-Match: Die YB-Meisterschaft verzögert sich

Der FCB gewinnt mit 2:0 gegen den FC Zürich und bleibt im zwölften Spiel nacheinander ungeschlagen. Dadurch verzögert sich nicht nur die Meisterentscheidung. Auch die Auswahl für Marcel Koller, wen er in die Startelf beruft, wird schwieriger.

Jakob Weber
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Der Jubel ist gross: Samuele Campo, Eray Cömert, Albian Ajeti und Ricky van Wolfswinkel (v.l.n.r.) nach dem 2:0 Sieg gegen den FC Zürich.
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Am Schluss macht Albian Ajeti (r.) alles klar. In der 89. Minute fällt durch ihn der verdiente Treffer zum 2:0.
Basel dominiert den FCZ, auch hier braucht es gleich drei Zürcher, um den Basler Aldo Kalulu (l.) zu stoppen.
FCZ-Assistenztrainer Rene van Eck (l.) und Trainer Ludovic Magnin (r.): Die beiden verbringen nicht gerade einen angenehmen Abend zusammen.
In der 54. Minute fällt endlich der Führungtreffer zum 1:0, der Torschütze Samuele Campo jubelt mit seinen Mitspielern.
Den Ball gibt er so schnell nicht wieder her: Jonas Omlin gegen Toni Domgjoni.
Luca Zuffi (l.) und Raoul Petretta gegen Toni Domgjoni (M.).
FCZ-Torhüter Yanick Brecher hat viel zu tun, wenn Aldo Kalulu loslegt (r.).
Luca Zuffi (l.) schlägt sich gegen Kevin Rüegg (r.) durch.
Für einmal umgekehrt: Hier müssen die beiden Basler Raoul Petretta (l.) und Torhüter Jonas Omlin (r.) gegen den Zürcher Assan Ceesay (M.) klären.
Captain Marek Suchy (r.) wird vom auffälligen Assan Ceesay (l.) verfolgt.
Der schnelle Zürcher Salim Khelifi (l.) steht unter Dauerbeobachtung, hier greift Petretta (r.) ein.
Der FC Basel befindet sich mitten in einer Druckphase und konnte schon acht Chancen erspielen. Die Zürcher Andreas Maxso, Gregory Sertic und Torhüeter Yanick Brecher (v.l.n.r) versuchen gegen Ricky van Wolfswinkel zu retten, was noch zu retten ist.
Hatte seine Chancen, konnte bis jetzt aber keine verwerten: Der Basler Fabian Frei.
Auch Fabian Frei (r.) kommt zu seiner Chance. Hier lässt er sich nicht von Assan Ceesay (l.) beirren, wagt in der ersten Halbzeit gleich mehrere Schüsse auf das Zürcher Tor.
Ebenfalls neu in der Startelf, ebenfalls bis jetzt überzeugend: Samuele Campo (l.), hier im Duell mit Gregory Sertic (r.).
FC Zürich - FC Basel (03.04.2019)

Der Jubel ist gross: Samuele Campo, Eray Cömert, Albian Ajeti und Ricky van Wolfswinkel (v.l.n.r.) nach dem 2:0 Sieg gegen den FC Zürich.

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1. Samuele Campo hat einen Zauberfuss

Zweiter Startelfeinsatz in diesem Jahr, zweiter Treffer. Wie schon sein direkt verwandelter Freistoss beim 2:2 gegen St. Gallen - damals nach Einwechslung - war auch das 1:0 gegen den FCZ ein absolutes Traumtor. Aus 16 Metern einen 50-Meter-Ball volley über den Torwart zu lupfen, muss Campo erst mal einer nachmachen.

Nach dem Spiel analysiert der Mittelfeldspieler trocken: "Das Tor war für die Mannschaft wichtiger als für mich." Auch nach mehrmaligem Nachhaken zeigt Campo keinerlei Emotionen. Die habe er ja auf dem Platz beim Torjubel schon rausgelassen. Immerhin fügt er noch hinzu: "Ich wusste, dass der FCZ-Goalie gerne relativ weit vor seinem Tor steht. Deshalb habe ich es einfach probiert."

Das Tor im Video zum Nachschauen:

2. Die YB-Meisterschaft verzögert sich:

Durch den Basler Sieg verkürzte Rotblau den Abstand in der Tabelle kurzfristig auf 18 Punkte. Auch bei einem allfälligen YB-Sieg in Luzern könnten sich die Berner am kommenden Wochenende, dem neuntletzten Spieltag, noch nicht zum Meister krönen.

Weil das Spiel in Luzern durch die Schneefälle heute abgesagt und auf kommenden Mittwoch verschoben wurde, rückt der FCB sogar bis Sonntag auf 18 Punkte hinter YB heran. Dann spielen beide parallel. Basel trifft zu Hause auf Lugano, YB muss gegen Thun ran. Der Rekord für die früheste Meisterschaft kann YB dem FCB aber immer noch abknöpfen. 2017 stand Basel nach dem 30. Spieltag als Meister fest, am 28. April. In diesem Jahr ist der 30. Spieltag etwas früher.

3. Koller kann aufstellen, wen er will

FCB-Trainer Marcel Koller hatte nach dem Spiel eine einfache Antwort auf die Frage, warum es dem FCB jetzt so viel besser laufe als noch in der Hinrunde: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in etwa ein halbes Jahr dauert, bis sich das Team nach einem Trainerwechsel gefunden hat."

Den Trainer dürfte vor allem freuen, dass er sich auf die Breite seines Kaders verlassen kann. Egal, wer gerade in die Mannschaft rotiert wird, der FCB bleibt 2019 unbesiegt. Ehemalige Bankdrücker wie Samuele Campo oder Zdravko Kuzmanovic übernehmen plötzlich wichtige Verantwortung und Albian Ajeti antwortet mit Jokertoren statt sich zu beklagen, dass der beste Basler Torschütze plötzlich nicht mehr immer erste Wahl ist.

Auch im Training bleibt die Spannung durch den Konkurrenzkampf hoch. Denn alle wollen sich für einen Einsatz im Cuphalbfinal in drei Wochen in Szene setzen.

Die Noten zum Spiel:

Jonas Omlin: Note 5 Ist lange kaum gefordert. Pariert dann aber nach der Pause mirakulös die erste FCZ-Chance durch Ceesay und bleibt bis zum Schluss unüberwindbar.
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Silvan Widmer: Note 4,5 Kehrt nach Gelbsperre zurück ins Team. Ist viel unterwegs, doch seine Flanken finden keinen Abnehmer. Defensiv hat er dafür alles im Griff.
Eray Cömert: Note 5 Seit er wieder spielt, hat der FCB kein Gegentor mehr kassiert. Ausserdem wird sein perfekt getimter langer Ball unverhofft zu einem Assist.
Marek Suchy: Note 4,5 Trifft den Pfosten und ins Tor, doch weil van Wolfswinkel zuvor geschubst haben soll, gehen beide Szenen nicht in die Statistik ein. Defensiv solide.
Raoul Petretta: Note 4 Hat den schnellen Khelifi bis auf eine Szene in der ersten Hälfte grundsätzlich im Griff. In der Offensive hält sich Petretta allerdings zurück.
Fabian Frei: Note 4,5 Weil er in der Spielauslösung den Flachpass bevorzugt, geht es langsamer nach vorne als mit Kuzmanovic. Dafür kommen die Bälle öfter an.
Luca Zuffi: Note 5 Immer wenn er im letzten Drittel am Ball ist, wird es gefährlich. Es grenzt an ein Wunder, dass er sich nicht als Assistgeber oder Torschütze einträgt.
Noah Okafor: Note 4 Verbessert sich im Vergleich zum Spiel in Luzern. Doch die grosse Torgefahr strahlt auch der Youngster nicht aus. Wird nach einer Stunde ersetzt.
Samuele Campo: Note 5 Sein 1:0 ist ein Augenschmaus. Von ausserhalb des Sechzehners veredelt er den langen Ball von Cömert volley per Lupfer zur Führung.
Aldo Kalulu: Note 3 Er gibt alles, doch ins Basler Angriffsspiel ist der Franzose irgendwie nie richtig integriert. Immer wieder führen Missverständnisse zu Ballverlusten.
Ricky van Wolfswinkel: Note 3 Hätte wie schon beim letzten Gastspiel im Letzgrund einen Hattrick erzielen können. Vergibt aber fahrlässig fünf Hochkaräter und bleibt ohne Tor.
Albian Ajeti: Note 4,5 Kommt zur Pause für Kalulu und spielt anstelle des nach rechts rückenden van Wolfswinkel. Trifft mit seinem einzigen Schuss zum 2:0.
Zdravko Kuzmanovic: Note 4,5 Ersetzt nach 62 Minuten Noah Okafor und übernimmt sofort die Position im defensiven Mittelfeld. Legt den Ball vor dem 2:0 mustergültig für Ajeti auf.
Taulant Xhaka: - Weil Campo nicht mehr weitermachen kann, kommt Xhaka in Minute 81 doch noch zum Einsatz. Doch dieser ist zu kurz für eine angemessene Bewertung.

Jonas Omlin: Note 5 Ist lange kaum gefordert. Pariert dann aber nach der Pause mirakulös die erste FCZ-Chance durch Ceesay und bleibt bis zum Schluss unüberwindbar.

ho

Die Highlights des Spiels im Video: