Landhockey
Die Hoffnung auf den Sonntagsschuss

Die Frauen des Basler HC verlieren das Penaltyschiessen gegen Black Boys Genf 2:4. Nach vier von fünf Runden belegen die ehemaligen «Baslerdybli» damit den letzten Rang in der Nationalliga A. Verloren ist aber noch nichts.

Georges Küng
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Wie verhext: Dem Basler HC mit Lea Matthisson und Vera Locher (l.) will kein Tor gelingen.

Wie verhext: Dem Basler HC mit Lea Matthisson und Vera Locher (l.) will kein Tor gelingen.

zinke/sportives.ch

Denn mit einem Erfolg am nächsten Sonntag in Bern gegen die Young Boys würden die Baslerinnen die Finalrunde erreichen.

In der höchsten Landhockey-Spielklasse der Frauen spielen sechs Teams. Während Rotweiss Wettingen und der HC Olten eine Meisterschaft für sich spielen (nach vier Runden lautet das Torverhältnis der Aargauerinnen 22:1, jenes der Solothurnerinnen 9:0), kämpfen Black Boys Genève, der Luzerner SC, Young Boys Bern und der Basler HC um Rang 3. Die Qualifikationsphase umfasst nur fünf Matches; vier Klubs spielen um den Titel, die Mannschaften auf den Plätzen 5 und 6 eine Barrage gegen die beiden besten Vereine aus der Nationalliga B.

Keine Untentschieden mehr

Basel liegt derzeit auf dem letzten Platz. Ein Tor ist der Equipe von Trainer Song Moo Lüscher noch nicht gelungen. Doch in der 2. Runde schaffte der BHC in Olten eine Sensation. Die Baslerinnen hielten ein 0:0 und entschieden das Penaltyschiessen mit 4:2 für sich. Dies ergab zwei Zähler. Gegen Genf strebte man einen Erfolg in der regulären Spielzeit an. Und wäre damit de facto für die Finalrunde qualifiziert gewesen. Wurde die erste Halbzeit noch von den «Black Boys» (oder Girls) bestimmt, so war der Basler HC in den zweiten 35 Minuten konstant im Angriff. Aber aus gefühlten acht Ecken (davon eine kurze) schaute nichts Zählbares heraus, so dass es beim 0:0 blieb.

Und weil es im Landhockey seit dieser Saison keine Unentschieden mehr gibt (analog dem Eishockey), entscheiden die Strafstösse über den einen Zusatzpunkt für den Gewinner. Und dieser war am Sonntagnachmittag auf dem Kunstrasenfeld im Stadion Rankhof der Gast aus Genf. Will der Basler HC noch Platz 4 belegen, so müssen die «Dybli», wie sie noch oft genannt werden, in Bern gewinnen.

Aus dem Spiel noch kein Tor erzielt

Zwar haben die Baslerinnen noch kein Tor erzielt, doch in der Verteidigung stehen sie gut (nur neun Gegentreffer, davon sechs beim 0:6 gegen Wettingen) und verfügen in Monika Müller (27) über eine starke Torfrau. Seit 20 Jahren spielt sie Landhockey, weil «es ein toller Sport ist, der Taktik, Technik und Physis benötigt», so die Hochbautechnikerin. Zum Landhockey kam sie, weil schon ihre Mutter bei den damaligen Baslerdybli als Verteidigerin gespielt hat. Torhüterin wurde sie «aus Zufall. Ich habe auch schon als Feldspielerin gespielt, doch im Tor fühle ich mich am wohlsten», so die Baslerin.

Dass sie gegen Genf in der zweiten Halbzeit kaum beschäftigt wurde, war für sie kein Problem. «Ich bin eh ein aktiver Goalie. Auch wenn vor meinem Gehäuse wenig läuft, bin ich voll ins Spiel involviert. Ich kann das Spiel von hinten überblicken und meine Mitspielerinnen dirigieren. Oder Anweisungen geben. So ganz nach dem Motto ‹Stelle – luege – motiviere›», erklärt Müller.

Am nächsten Sonntag will sie nicht nur ihren Kasten reinhalten, sondern hofft, dass einer Feldspielerin der lang ersehnte Sonntagsschuss gelingt. Ein 1:0-Sieg würde reichen, um sicher Rang 4 zu erreichen, da sich Luzern und Genf im Direktduell gegenüberstehen.

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