FC Basel
Die Erkenntnisse von FCB-Trainer Urs Fischer aus der Lehrstunde gegen Arsenal

Der FC Basel verlor unter der Woche sein zweites Gruppenspiel in der Champions League bei Arsenal London ziemlich eindeutig mit 0:2. Vorallem Trainer Urs Fischer musste nach der Niederlage Kritik einstecken. Heute in Thun bekommen die Basler die Chance, sich in der Super League weiter abzusetzen und eine Reaktion auf das Arsenal-Spiel zu zeigen.

Sebastian Wendel
Drucken
Urs Fischer und der FC Basel hatten bei der 0:2-Niederlage in London zu leiden.

Urs Fischer und der FC Basel hatten bei der 0:2-Niederlage in London zu leiden.

Keystone

Es ist ein überraschend gut gelaunter und auskunftsfreudiger Urs Fischer, der am Freitag zu den Journalisten spricht. Überraschend, weil Fischer schon anders drauf war nach Spielen, in denen der FCB schlecht abschnitt und Fischer danach mediale Kritik widerfuhr. «Man verändert sich. Ich schaue nicht mehr so drauf, was geschrieben wird. Und wenn: Soll ich darüber böse sein?»

Was natürlich nicht heisst, dass Fischer die Reaktionen nach dem 0:2 gegen Arsenal London ignoriert hat. Drei Dinge werden ihm vorgeworfen: falsche Taktik, fehlender Mut und Schönfärberei.

Über die ersten zwei Punkte kann man sich streiten: Immerhin hat Fischer gegen Arsenal in taktischer Hinsicht etwas versucht – zuvor wurde ihm ja die mangelnde Kreativität vorgeworfen. Ein neues System gegen eine der derzeit offensivstärksten Mannschaften der Welt – das ist eher mutig, vielleicht auch blauäugig, aber sicher ist es nicht ängstlich.

Ob die tief stehende Fünferabwehr gegen eine spielstarke und temporeiche Mannschaft wie Arsenal die richtige Wahl war, ist Ansichtssache. Fischer sagt zwei Tage danach: «Ich würde es wieder so machen. Wie es herauskommt, liegt auch daran, wie die Spieler es umsetzen.» Verständlich.

Wenn es jedoch um die Analyse der Spielanteile geht, schwebt Fischer in seiner eigenen Welt. Wie er dazu kommt, die ersten 30 Minuten als «nicht schlecht» zu bezeichnen, ist abenteuerlich. Es ist die Phase, in der beide Gegentore fallen und weitere fallen könnten, würde Goalie Vaclik nicht mehrere Male brillant reagieren. Arsenals Granit Xhaka dazu: «Wir waren überrascht, wie tief Basel gestanden ist.» FCB-Verteidiger Marek Suchy: «Es stand zwar nur 0:2, gefühlt war es ein 0:5.» Fischer aber sagt: «Wir machen zwei Fehler, darum steht es nach 30 Minuten 0:2. Ansonsten kann ich damit leben.» Unverständlich.

Sicher hat dem FCB in London auch die internationale Erfahrung gefehlt. Figuren wie früher Samuel, Safari oder Streller, die gestählt sind von etlichen Europacup-Schlachten. «Ich bin überzeugt, wir haben viel lernen können. Im nächsten Spiel gegen Paris St. Germain werden wir gewisse Fehler nicht mehr machen.» Zunächst einmal kommt heute der FC Thun in den St. Jakob-Park. Super League. Die Welt, in der sich der FCB und Urs Fischer in dieser Saison bislang am wohlsten fühlen.

Walcott trifft für Arsenal gleich doppelt gegen den FCB.
11 Bilder
Vaclik muss auch bei Walcotts zweitem Torschuss zusehen, wie der Ball im Netz zappelt.
Arsenal - Basel
Urs trifft Arsène: eine freundliche Angelegenheit
Hier hat soeben Theo Walcott zur Führung getroffen.
Granit Xhaka zieht im Mittelfeld die Fäden: überragend
Fransson kommt gegen Hellerin zu spät.
Was wie ein Torschuss aussieht, ist lediglich ein Befreiungsschlag von Traoré.
Urs Fischer hat nicht gut Lachen. Liegt es an seiner Fünferkette?
Diese elf Mannen machen dem FCB das Leben schwer.
Arsène Wenger kann zufrieden sein.

Walcott trifft für Arsenal gleich doppelt gegen den FCB.

Keystone

Aktuelle Nachrichten