Rollhockey
Die Basler verpennen den Start erneut, siegen aber trotzdem

Wie beim Saisonauftakt in Wimmis gelang Basel gegen Biasca der Auftakt nicht wunschgemäss. Nach einer Viertelstunde führten die Tessiner mit 2:0. Am Ende siegte Basel mit 3:2 nach Verlängerung.

Georges Küng
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Impressionen vom Rollhockeymatch Basel - Biasca
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Basels Jan Gelte (links) gegen Marco Motaran
Auftanken beim Time-out
Basels Captain Andreas Paczia (v.) markiert das erste Basler Tor

Impressionen vom Rollhockeymatch Basel - Biasca

Roland Schmid

Die Biaschesi hatten in der Anfangsphase eine unglaubliche Effizienz bewiesen, während der Gastgeber zwar mehr in Ballbesitz war und gefühlte dreimal mehr aufs Tor schoss. Doch die Basler Angriffe wirkten oft stereotyp. Dennoch: Das Team von Spielertrainer Tobias Mohr ist nicht mehr ein Haufen von Einzelkönnern, sondern ein Kollektiv. Sicher, die Rot-Blauen sahen sich gezwungen - wie die Gäste - mit sechs Feldspielern zu spielen, doch Coach Roger Ehrler hatte genügend Wechsel-Alternativen, um vor allem in den zweiten 25 Minuten die Kadenz hochzuhalten.

Es war Andreas Paczia vergönnt, in der 30. Minute das Anschlusstor - nach einer feinen Einzelleistung - zu erzielen. Das erste Nationalliga-A-Tor auf Basler Boden in diesem Jahrtausend. Trotz aller Bemühungen wollte der Ausgleich vorerst nicht gelingen. Und mit ihren Konterangriffen stand Biasca dem dritten Treffer ebenfalls sehr nahe. Doch im Tor des RHC Basel hielt Roberto Encinas bravourös. Der Spanier aus Oviedo ist ein sicherer Rückhalt und verlieh seinen Vorderleuten Sicherheit.

Zwei Tore von Velte

Das erste Meisterschafts-Heimspiel drohte dennoch zu einer Verlustpartie zu werden. Die Zeit lief dem RHC Basel davon. Und als man sich, trotz Überlegenheit, mit dem 1:2 abgefunden hatte, erzielte Jan Velte, die Ikone des deutschen Rollhockeys, den Ausgleich. 24 Sekunden vor Abpfiff hatte sich Basel in die Verlängerung gerettet. Und diese fünfminütige Overtime dauerte auch nur gerade 36 Sekunden.

Es war erneut der 37-jährige Velte, der kaltblütig das 3:2 erzielte. Damit hatte der Deutsche, der eigentlich in Pension gehen wollte, bewiesen, dass «man wohl ein Leben lang ein Knipser bleibt», wie ihn seine jüngeren Teamkollegen, mit Respekt und Bewunderung, nach Abpfiff lobten. Velte blieb bescheiden: «Hätten wir vorgängig unsere Möglichkeiten verwertet, wäre es gar nie zu einer Verlängerung gekommen.»

«Noch viel Potenzial»

Will man den RHC Basel trotz dem Sieg kritisieren, so muss das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag besser werden. Darüber hinaus fehlt neben Velte ein zweiter Goalgetter wie es einst Jordi Camps oder Sébastien Landrin waren. Doch diese Zeiten sind Vergangenheit - die Philosophie des RHC Basel ist es, über ein ausgeglichenes Kader zu verfügen. Spielertrainer Tobias Mohr und Coach Roger Ehrler sind überzeugt, dass «wir noch viel Potenzial haben. Die Saison ist noch jung und wir werden weiter hart arbeiten.»

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