Skeleton
Die Basis am Start, der Exploit in der Bahn

Der Laufner Lukas Kummer hat mit dem 10. EM-Rang Selbstvertrauen getankt. Die Heim-WM in St. Moritz kommt ihm da gerade recht. Realistisch erscheint ihm ein Platz in den Top 15.

Patrik Schneider
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Klar, Wunderdinge kann man von Lukas Kummer heute und morgen nicht erwarten. Die erwartet auch er selbst nicht. «Vor kurzem musste ich noch zufrieden sein, wenn ich es unter die ersten 20 schaffte», relativiert der 27-Jährige. Jetzt, nach Platz 10 an der EM in Igls, sind zwar die Ansprüche etwas gestiegen – «wenn man spürt, dass nach vorne etwas möglich ist, will man natürlich wieder dorthin» –, gleich abheben wird Kummer deswegen aber nicht. Realistisch erscheint ihm ein Platz in den Top 15. «Ich fühle mich topfit, und am Start kann ich ganz vorne mithalten. Wenn ich das nun auch noch ins Ziel bringe ... wir werden sehen.»

Noch nicht alle Karten aufgedeckt

Die Trainings im einzigen Natureiskanal der Welt stellten ihn grossmehrheitlich zufrieden. Vor allem am Dienstag, als er die sechstbeste Zeit in die Bahn legte. Im Abschlusstraining liess er die Ränge 18 und 21 folgen. Kummer weiss, worans gelegen hat. Und freilich hat auch er noch nicht alle Karten aufgedeckt, ist noch nicht mit top-präpariertem Material gefahren. Wobei: «So richtig pokern kann eigentlich nur, wer um die ersten zehn Plätze fährt.»

Unterstützung der Dominatoren

Zum Beispiel die beiden lettischen Brüder Martins und Tomass Dukurs, die wie Kummer Teil des Sika-RaceTeams sind. «Sie helfen mir und unterstützen mich, wos nur geht.» Bis Saisonhälfte fuhr der Laufner auch mit demselben Material wie die Dominatoren der Skeletonszene, mittlerweile hat er wieder umgestellt. «Ihre Schlitten haben sie für sich selbst entwickelt, die Abstimmungen sind sehr individuell. Es sind Weltklassesportler, die sehr feinfühlig fahren können. So weit bin ich noch nicht.» Der aktuelle Schlitten ist deutlich kürzer und passt für seine Körpergrösse von 1,65 m auch deutlich besser.

Von beiden Seiten profitieren

Aus praktikablen Gründen war Kummer während der Saison nicht mehr mit dem Sika-Team des dreifachen Weltmeisters Gregor Stähli unterwegs, sondern mit der Schweiz. Profitieren kann er trotzdem von beiden Seiten – vom Schweizer Trainer Michael Grünberger und von Sika-Coach Matthias Biedermann. «Die Trainer reden an der Bahn miteinander. Und das ist für mich nur positiv.»

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