Eishockey Analyse
Der Trend im Basler Eishockey ist an allen Fronten positiv

Der EHC Basel/KLH verpasst wie erwartet und trotz einem klaren Sieg in Adelboden die direkte Playoff-Qualifikation. Der Blick ist vorwärts gerichtet, über die Masterround hinaus.

Daniel Monnin
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Die Basler haben als geschlossene Mannschaft angefangen zu verteidigen und sich so gute Chancen auf einen Playoff-Platz erkämpft.

Die Basler haben als geschlossene Mannschaft angefangen zu verteidigen und sich so gute Chancen auf einen Playoff-Platz erkämpft.

Francoise Lambrigger

Man kann es drehen und wenden wie man will: Eigentlich hätte sich der EHC Basel/KLH von seinem Potential her auf direktem Weg für die Playoffs qualifizieren müssen. Oder wie es Präsident Hans-Peter Gerber mit seinen typisch „bernischen“ Worten sagt: „Wir haben unser primäres Ziel nicht erreicht, das isch e Sch....dräck.“ Die Basler haben gegen jedes der fünf Spitzenteams mindestens einen Punkt geholt, gegen Zuchwil sogar deren 5 und sie haben auswärts Brandis geschlagen. Aber Basel hat gegen die „Kleinen“, die Mitbewerber um die restlichen Playoff-Plätze gesündigt – zweimal gegen Unterseen verloren, gegen Wiki zuhause verloren. „Ja, wir haben Punkte „verlaueret“, die fehlen uns,“ gibt Gerber zu.

Vor allem defensiv besser

Aber Gerber ist ein positiv denkender Mensch und Eishockeykenner genug, um zu wissen, dass dies eigentlich nur die halbe Wahrheit ist. Die andere Hälfte der Wahrheit liegt einerseits in der positiven Entwicklung der letzten Wochen, andererseits in der Tatsache, dass die Basler eine äusserst junge, entwicklungsfähige Mannschaft mit (grossem) Potential stellen. Das Team von Peter Salmik ist in den letzten Wochen quasi über Nacht reifer und abgeklärter geworden. Vor allem in der Defensive: Man spielt unaufgeregter, disziplinierter, schnörkelloser, die individuellen Fehler, die die Mannschaft lange Zeit wie ein Schatten begleitet haben, sind in der Gesamtsumme kleiner geworden. Das liegt nicht nur an den Verteidigern, sondern auch am Defensivverhalten der Stürmer, die mit ihrem Einsatz – sowohl im eigenen Drittel als auch und vor allem beim Backchecking – die Organisation zusätzlich stabilisieren. Und weil auch Torhüter Damian Osterwalder ein Leistungssprung gelungen ist, ist Basel um einiges weniger verwundbar als noch vor Monatsfrist. Gerber führt dies auf zwei für ihn wichtige Punkte zurück: „Die Mannschaft setzt endlich das um, was der Trainer verlangt.“Zudem hat der EHC Basel/KLH neu einen tschechischen Torhütertrainer verpflichtet, der sich nicht nur um Osterwalder und Hohlbaum , sondern um alle Goalies des Clubs bis hinunter zu den Kleinsten kümmert. Gerber ist überzeugt, dass sich diese Investion lohnen wird, „erste Ergebnisse sieht man ja bereits.“

Die Chance, die Playoffs noch durch die Hintertüre zu erreichen, verflog am späten Samstagnachmittag im Nu. Basel holte sich zwar – von den in vier Bussen mitgereisten 200 Fans lautstark unterstützt – in Adelboden den erwarteten und klaren Sieg, praktisch zeitgleich revanchierte sich Lyss zuhause gegen den ex-Leader Brandis für die Niederlage in Basel und sicherte sich noch vor dem letzten Spiel die Qualifikation für die obere Masterround. Etwas später am Abend blieb Argovia zwar ohne Punkte, hatte sich – bei Punktgleichheit – das bessere Ende jedoch bereits vorher in den beiden Direktbegegnungen gegen Basel für sich gesichert.

Nun hat man viel zu verlieren

Basel hat mit den drei Siegen in Folge gegen Adelboden, Lyss und Zuchwil den Grundstein für eine erfolgreiche „untere Masterround“ gelegt. Im Januar wird es mit halbierten Punkten darum gehen, die restlichen drei Playoff-Teilnehmer zu eruieren. Gegner werden das sichtlich erstarkte Wiki-Münsingen, Burgdorf, Unterseen-Interlaken, Adelboden und Belp sein. Basel ist – zusammen mit Wiki – klarer Favorit in dieser zehn Spiele umfassenden Runde. Alles andere als eine sichere Playoff-Qualifikation „auf Umwegen“ wäre – nach der Leistungssteigerung der letzten Wochen – eine Riesenenttäuschung.

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