FC Basel
Der Rückkehrer – Ex-Assistenztrainer Ignacio «Nacho» Torreño ist wieder beim FC Basel

Dreieinhalb Jahre nach seinem ersten Engagement ist Ignacio «Nacho» Torreño zurück beim FCB. «Wieder hier zu sein, fühlt sich phänomenal an.»

Céline Feller
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Ignacio «Nacho» Torreño ist per Januar 2019 zum FCB zurückgekehrt.

Ignacio «Nacho» Torreño ist per Januar 2019 zum FCB zurückgekehrt.

Urs Lindt/freshfocus

Tianjin, Nordost-China, im vergangenen Jahr. Immer wieder denkt Ignacio «Nacho» Torreño an den FC Basel. An die Professionalität in diesem Verein, für den er von Sommer 2014 bis Sommer 2015 gearbeitet hat. Daran, wie dort immer alles funktioniert hat «wie bei einer Schweizer Uhr eben». Gerade dann, wenn bei seinem aktuellen Arbeitgeber Tianjin Quanjian wieder Chaos herrscht. Wenn er das Gefühl hat, dass der Dolmetscher nicht wirklich weitergeben kann, was er und seine Kollegen im Trainerstaff des chinesischen Erstligisten eigentlich vermitteln wollen. Aber nicht nur dann. Denn Basel – sowohl Klub als auch die Stadt – hat bei Nacho Torreño einen grossen Stellenwert eingenommen. «Natürlich weil wir sportlich viel erreicht haben. Wir sind Meister geworden und haben es in den Achtelfinal der Champions League geschafft.»

Aber viel wichtiger ist die tiefe Bindung, die Torreño neben dem Platz mit Basel aufbauen konnte. 2015 kam hier sein Sohn zur Welt. Und Torreño selber kämpfte in seiner Zeit in Basel gegen Krebs – und siegte. «Dieses Jahr war eine emotionale Achterbahnfahrt für mich. Die Ärzte, die mich betreuten, haben mir mein Leben gerettet. Alleine deshalb habe ich Basel immer im Herzen behalten.» Torreño war damals Assistent von Paulo Sousa. Im Staff des Portugiesen verbrachte er neun Jahre, immer wechselte er mit ihm zusammen den Verein. Als im Dezember der FC Basel anruft, um Torreño zurück nach Basel zu holen, muss er eine schwere Entscheidung treffen. Sagt er seinem Ex-Klub zu, muss er sich von Sousa trennen. Torreño überlegt lange. Auch, weil er nach dem Ende des Engagements in China Ende letzten Jahres mal wieder Zeit für sich und seine Familie haben wollte, die Ruhe zu Hause in Barcelona geniessen wollte. Aber weil ihm Basel auf verschieden Arten so viel bedeutet, entscheidet er sich für den Schritt in die Unabhängigkeit von Sousa und «ein neues persönliches und professionelles Projekt», wie er es nennt.

«Waren sehr glücklich in Basel»

Am 3. Januar wird er als neuer Leiter der Athletikabteilung und der Leistungsdiagnostik beim FCB vorgestellt. Über die Trennung von Sousa mag Torreño nicht reden. «Es ist noch zu frisch. Es wird der Moment kommen, in dem wird darüber reden können. Aber jetzt noch nicht», bittet er um Verständnis. Er will lieber über Basel reden.

Seit dem 7. Januar ist der 43-Jährige zurück. «Und ich muss Ihnen sagen, wieder hier zu sein, fühlt sich phänomenal an. Die Zuneigung und die Unterstützung der Leute, die ich bei meiner Rückkehr gespürt habe, war riesig.» Abgerissen ist der Kontakt nach Basel nie, wie er sagt. Mit Fabian Frei und Marco Streller pflegte er immer Kontakt.

Vor eineinhalb Jahren, kurz vor der Unterschrift in China, war Torreño mit seiner Frau und seinem Sohn zu Besuch in Basel. Er hat Ricky van Wolfswinkel in dessen Reha geholfen, das Krankenhaus besucht, in dem er geheilt wurde, und alte Freunde wiedergetroffen. «In Basel waren wir wirklich sehr glücklich», sagt er. Hier habe er das Leben trotz der persönlichen Schwierigkeiten genossen. «Das ist wichtig für mich, denn ich bin jemand, der das Leben zu hundert Prozent geniessen will.» Diese Gefühle beim Gedanken an Basel hätten eine grosse Rolle gespielt, als er sich vor rund drei Wochen entschied, das Angebot des FCB anzunehmen. Für Torreño ist es mehr als eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. «Für mich und meine Familie ist es, als würden wir nach Hause zurückkehren.»

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