Super League

Der FCB hat gegenüber YB einen gewichtigen Nachteil

Ernüchterung: Samuele Campo konnte seinem FCB nach der Einwechslung auch nicht weiterhelfen.

Ernüchterung: Samuele Campo konnte seinem FCB nach der Einwechslung auch nicht weiterhelfen.

Der FC Basel kann seine Absenzen weniger gut kaschieren, als YB das im Herbst gelungen ist. Entscheidet die Kader-Breite die Meisterschaft?

Auf der YB-Bank nehmen am Sonntag Guillaum Hoarau, Miralem Sulajmani und Marvin Spielmann Platz. Auf der Gästebank sitzen Julian Vonmoos, Orges Bunjaku und Tician Tushi. Auf der einen Seite erfahrene Leaderfiguren, auf der anderen Seite hoffnungsvolle Nachwuchstalente. Auch auf dem Rasen hat der FCB im Stade de Suisse gegen Leader YB während 90 Minuten keinen Stich. Mit zunehmender Spieldauer wird die Chancenlosigkeit grösser. Etwas polemischer formuliert: Mit jeder Einwechslung wird das auch nicht gerade in Bestform auflaufende YB noch einen Tick dominanter.

Die 0:2-Niederlage zeigt eindrücklich, dass YB in der Breite in dieser Saison besser besetzt ist als der FCB. Das muss auch Marcel Koller eingesehen haben. Der FCB-Trainer will diese These allerdings nicht bestätigen und nimmt seine Spieler mit einer Prise Sarkasmus öffentlich in Schutz: «Wir haben 28 Spieler im Kader, YB wahrscheinlich auch. Von dem her sind wir, was die Breite angeht, gleichauf.» Koller hat an der Pressekonferenz nach dem Spiel offenbar keine Lust, die Frage, ob die Breite des Kaders YBs Trumpf und ein Nachteil für den FCB im Meisterrennen sein könnte, offen und ehrlich zu beantworten.

Deutlich souveräner äussert sich sein YB-Pendant Gerardo Seoane. Er sagt: «Jede Mannschaft hat mal Abwesende. Im Moment kommen sie bei uns zurück und in Basel fehlen sie. Aber das ist nur eine Momentaufnahme.»

Eine Momentaufnahme ist sicherlich auch die Chancenlosigkeit des FCB. Doch auf lange Sicht sind die 28 Rotblauen von der Qualität her halt doch nicht ganz so gut wie die 28 Gelbschwarzen. Die wenigen FCB-Spieler, die sich nach dem Spiel den Journalisten stellen, sehen zwar ein, dass sie heute chancenlos waren. Dass das an der Kader-Breite liegen könnte, soweit ist die Einsicht dann doch noch nicht. «Das Stadion, die Zuschauer und die Wucht von YB haben es uns schwer gemacht», antwortet Jonas Omlin ausweichend. Bei YB sind sich die Spieler des Vorteils durchaus bewusst. Stellvertretend sagt Mittelfeldspieler Michel Aebischer. «Wir haben ein sehr gutes Kader und Super-Qualität auf der Bank. Unsere Einwechselspieler bringen uns Energie.»

Koller spart sich sogar die dritte Einwechslung

Energie hätte der FCB am Sonntag dringend benötigt. Doch weder Samuele Campo noch Julian Vonmoos konnten nach ihren Einwechslungen etwas gegen den YB-Druck unternehmen. Die dritte Auswechslung sparte sich Koller. Ein Indiz, dass auch er weiss, dass seine Mannschaft durch eine dritte Einwechslung nicht besser geworden wäre.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1