Es ist ein erster kleiner Transfercoup für die neue Führungscrew des FC Basel um Sportdirektor Marco Streller. Ricky van Wolfswinkel, dieser Mann mit dem spektakulären Namen, wechselt zum FCB. Gestern unterschrieb er einen Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren. Mit van Wolfswinkel holen die Basler keineswegs einen Unbekannten, der alleine durch seinen klangvollen Namen in der Fussballwelt für Aufsehen gesorgt hat.

Vielmehr galt der heute 28-Jährige einst als eines der grössten Sturmtalente, wurde von halb Europa gejagt – unter anderem vom FC Barcelona. In seiner Heimat Holland wurde ihm gar eine fast schon verblüffende Ähnlichkeit mit seinem Landsmann Marco van Basten attestiert. Vor allem in punkto Statur, Positionsspiel, Technik und Tordrang wurde er mit van Basten und damit einem der besten Stürmer seiner Zeit verglichen.

Das war 2010, und der Rechtsfuss setzte vor allem mit seinen drei Toren im Qualifikationsspiel gegen Celtic Glasgow ein Ausrufezeichen. Wenige Monate später hielt ihn nichts mehr beim FC Utrecht, wohin er von seinem Jugendverein Vitesse Arnheim ein Jahr zuvor gewechselt war. Van Wolfswinkel ging zu Sporting Lissabon. Doch so sehr er dort zu überzeugen vermochte, so sehr geriet seine Karriere danach ins Stocken. Sein Leistungsausweis von 29 Toren in 53 Spielen erfüllte ihm den Traum der Premier League: Van Wolfswinkel ging zu Norwich City – es war der Anfang des vorläufigen Endes eines steilen Aufstiegs.

Ricky van Wolfswinkel in Aktion

Ricky van Wolfswinkel in Aktion

Auf der Insel wurde er nicht glücklich, liess sich ausleihen, fand aber weder bei Saint-Étienne noch bei Betis Sevilla sein Glück. Erst die Rückkehr zu seinem Jugendverein im Sommer 2016 schien der richtige Karriereschritt zu sein. Van Wolfswinkel fand zu alter Stärke zurück, erzielte 20 Tore in 32 Meisterschaftsspielen. Und war plötzlich wieder attraktiv auf dem Markt.

Van Wolfswinkel spielte von 2011 bis 2013 bei Sporting Lissabon.

Van Wolfswinkel spielte von 2011 bis 2013 bei Sporting Lissabon.

Zugeschlagen hat nun der FC Basel. Streller sagt zur Neuverpflichtung: «Wir waren auf der Suche nach einem Stürmer, der eine gewisse Erfahrung mit bringt und in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er torgefährlich ist. Ein Stürmertyp mit diesem Anforderungsprofil ist sehr schwierig zu finden, weil solche Spieler für den FCB schnell unbezahlbar werden.» Fünf Millionen sollen sich die Basler laut dem holländischen «Telegraaf» den Ersatz von Marc Janko kosten lassen.

Ein stolzer Preis, der wohl auch Erwartungen schüren wird. Vor allem in der Champions League, in der van Wolfswinkel bislang noch gänzlich unerfahren ist. Beim FCB ist man aber überzeugt, wie Streller sagt: «Man sieht einfach die unglaubliche Qualität, die er mitbringt. Er wurde Zweiter in der holländischen Torschützenliste und hat kürzlich noch mit zwei Toren den Cupfinal entschieden. Ich freue mich wirklich sehr, dass er bei uns unterschrieben hat.»

Heerenveen holt Hoegh

Dass er in wichtigen Spielen die Nerven bewahren kann, hat er aber unlängst bewiesen: Seine zwei Tore zum 2:0-Sieg gegen den AZ Alkmaar sicherten Vitesse den Sieg im holländischen Cupfinal – und damit den ersten Titel überhaupt in der 125-jährigen Vereinsgeschichte. Und auch den ersten für van Wolfswinkel persönlich.

Innenverteidiger Daniel Hoegh verlässt den FCB.

Innenverteidiger Daniel Hoegh verlässt den FCB.

Zwei Titel mehr als die Basler Neuverpflichtung konnte Daniel Hoegh bereits sammeln. Zwei Mal wurde er Meister und einmal Cupsieger mit dem FCB – den er nun aber verlässt. SC Heerenveen heisst der neue Arbeitgeber des 26-jährigen Dänen, der sich in Basel nie so richtig hatte durchsetzen können. Zuletzt war er hinter Marek Suchy, Manuel Akanji und Éder Balanta gar nur noch die Nummer 4 in der Innenverteidigung.

Nach zwei Jahren verlässt er Basel nun also. Seine Verpflichtung darf als Missverständnis bezeichnet werden. In Erinnerung werden von Hoegh nämlich nur zwei Spiele bleiben, in denen er jeweils eine unglaublich schlechte Figur machte: Das Hinspiel in den Champions-League-Playoffs zu Hause gegen Maccabi Tel Aviv, welches 2:2 ausging, sowie das Rückspiel im Achtelfinal der Europa League gegen den FC Sevilla, in dem der FCB 0:3 unterlag. In beiden Spielen wurde ihm die Schuld an zwei Gegentoren zugeschrieben. Ein Image, das er bis zum letzten Tag in rotblau nie wieder loswurde.