FC Basel
Der FC Basel hat ein Abonnement auf Ägypter

Die Neuverpflichtung des FC Basel, Verteidiger Omar Gaber, ist seit 2012 der vierte Ägypter, der sich beim FC Basel für eine Topliga empfehlen will.

Sebastian Wendel
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Die beiden Ägypter Mohamed Salah und Mohamed Elneny.

Die beiden Ägypter Mohamed Salah und Mohamed Elneny.

Keystone

Zurückschauen bringt nichts, lautet im Fussball ein Lieblingssatz. Im Fall des FC Basel und Ägypten aber gilt diese Weisheit nicht: Denn hätte Rot-Blau mit Mohamed Salah und Mohamed Elneny keine guten Erfahrungen gemacht, würde der neu verpflichtete Rechtsverteidiger wohl nicht Omar Gaber heissen und wie die beiden Mohameds aus dem Land am Nildelta stammen.

Salah und Elneny waren nicht nur aus sportlicher Sicht zwei Transfer-Volltreffer, auch finanziell schenkten sie ein: Mit 20 Millionen (Salah zu Chelsea) und 18,5 Millionen (Elneny zu Arsenal) belegt das Duo die Ränge 1 und 2 der Liste der einträglichsten FCB-Verkäufe.
Irgendwann soll auch Gaber (24) für viel Geld in eine grosse Liga weiterverkauft werden. Das ist das Ziel des Spielers, das ist das Ziel des FCB. Gegenwärtig aber ist da die Vorfreude auf gemeinsame Heldentaten: «Ich habe in Basel eine neue Herausforderung gefunden und werde mein Bestes geben, um mich auszuzeichnen.»

Der FCB als Sprungbrett

Gaber (Aussprache «Geber») ist nach Salah, Elneny und Ahmed Hamoudi seit 2012 der vierte Ägypter, der zum FCB wechselt. «Wir schauen uns dort sicher auch intensiver um als in anderen Ländern, weil wir gute Erfahrungen gemacht haben», sagt Sportdirektor Georg Heitz.
Warum aber gelingt es dem FCB vier Jahre nach dem Coup mit Salah immer noch, die besten Spieler der ägyptischen Premier League in die Schweiz zu holen? Warum werden diese nicht längst von englischen, spanischen oder deutschen Klubs abgeworben? «Primär ist es so, dass der FCB in Ägypten mittlerweile einen hohen Stellenwert hat, das haben wir beim Transfer von Gaber erneut gespürt», so Heitz.

«Die Vereine geben ihre Spieler nicht mir nichts, dir nichts ab, Transfers aus Ägypten gehören zu den komplizierteren. Andererseits freut es die Vereine, wenn sie einen Spieler an den FC Basel abgeben können, nachdem sich Salah und Elneny bei uns gut entwickeln konnten und den Sprung nach England schafften.»
Der zweite Grund für das «Abo» des FCB auf ägyptische Spieler: Die Vereine aus den Topligen haben immer noch gewisse Vorbehalte gegenüber Spielern aus Ägypten. Günstig sind die Spieler nicht zu haben. Den Klubs ist das finanzielle Risiko zu gross, für einen Spieler aus einer fremden Kultur so viel Geld auszugeben. Lieber beobachten sie, wie sich ein Ägypter beim FC Basel schlägt. Und schlagen dann zu, wenn der Spieler überzeugt. So wie bei Salah und Elneny.