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Das Stocker-Urteil ist da: Warum dauert das mit dem Rekurs bei der SFL so lange?

Muss vorerst zuschauen: Valentin Stocker

Muss vorerst zuschauen: Valentin Stocker

Die Liga hat den Rekurs gegen FCB-Captain Valentin Stocker nach 49 Tagen endlich bearbeitet und ein wenig überraschendes Urteil gefällt. Nicht zum ersten Mal braucht die Liga dafür erstaunlich lange.

Das Testspiel gegen GC hat soeben begonnen, als eine lang ersehnte Botschaft eintrifft. Die Schweizer Fussballliga (SFL) hat ein finales Urteil in der Causa Valentin Stocker gefällt. Die Vier-Spiele-Sperre wird auf drei Spiele reduziert. Da der FCB-Captain bereits ein Spiel abgesessen hat, fehlt er nur noch zweimal: gegen YB und gegen St. Gallen. So weit, so unüberraschend. Es war durchaus zu erwarten, dass die Sperre durch den Rekurs um ein Spiel reduziert wird. Aber warum dauerte es so lange, bis eine Entscheidung fiel?

Am 23. November war Stocker beim 0:2 in Genf gegen Servette nach dem Abpfiff mit Rot vom Platz geflogen. Er hatte den französischen Austauschschiedsrichter Karim Abed geschubst und ihm sarkastisch zu dessen guter Leistung gratuliert. Am 25. November wurde Stocker vom SFL-Disziplinarrichter wegen der «grob anstössigen, beleidigenden und schmähenden Gebärde» für vier Spiele gesperrt. Gegen das Urteil legte der FCB fristgerecht Einspruch ein. Doch dieser wurde am 5. Dezember von der SFL abgewiesen. Der Präsident der Disziplinarkommission bestätigte den erstinstanzlichen Entscheid.

Daraufhin legte der FCB Rekurs ein. Das ist nach dem Einspruch die zweite Möglichkeit, um Sperren zu reduzieren. Ein Rekurs hat anders als ein Einspruch aufschiebende Wirkung, weshalb Stocker beim 4:0 gegen Sion am 8. Dezember wieder spielen durfte.

Auch bei Nuzzolo dauerte es ewig

Mit der Bearbeitung des Rekurses liess sich die Liga sehr viel Zeit. Warum das so ist, wollte die SFL auf Anfrage dieser Zeitung nicht beantworten. Bereits im Sommer 2019 dauerte es zwei Monate, bis der Rekurs von Xamax Neuchâtel gegen die Sperre von Raphael Nuzzolo aus dem Barrage-Hinspiel gutgeheissen wurde. Jetzt litt der FCB unter der Bürokratie der Liga.

Das Rekursgericht tagt in Dreierbesetzung. Präsident ist Ernst Stähelin. Auf der Homepage der SFL sind 15 weitere Personen genannt. Ein personeller Engpass dürfte also kaum als Ausrede gelten, warum es solange gedauert hat. Zumal das Ergebnis vorhersehbar war. Am 21. Januar, also 59 Tage nach dem Platzverweis und 46 Tage nach dem Eingang des Rekurses kommt die SFL zum Schluss, dass der Rekurs teilweise gutgeheissen und die Sperre reduziert wird. Der FCB hätte theoretisch die Chance, auch dieses Urteil anzufechten und vors Tribunal Arbitral du Sport (TAS) zu ziehen. Doch darauf verzichtet Rotblau. Denn es gilt sich durchaus wichtigeren Dingen zu widmen. Zum Beispiel dem Spitzenspiel am kommenden Sonntag zum Rückrundenauftakt gegen YB. Ohne Valentin Stocker.

Basels bessere U21 verliert den Test gegen GC

Das Testspiel gegen GC ging übrigens mit 1:2 verloren. Wobei auf Seiten des FCB lediglich ein paar Spieler aus dem Dunstkreis der 1. Mannschaft zum Einsatz kamen. Eric Ramires hat seine Entzündung am Zeh und auch die Grippe auskuriert. Der Brasilianer schoss den FCB in Halbzeit 1 mit seinem ersten Tor für Rotblau in Führung. Nach 45 Minuten war allerdings Schluss für den Leihspieler vom EC Bahia. Auch Djordje Nikolic, Julian Vonmoos, Tician Tushi, Yannick Marchand, Elis Isufi und die beiden jüngst mit einem Provivertrag ausgestatteten Orges Bunjaku und Mihailo Stevanovic kamen zum Einsatz. Das Team wurde von FCB-U21-Trainer Arjan Peco trainiert. Marcel Koller sah sich das Spiel auf der sonnigen Tribüne im Nachwuchscampus an.

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