Sissach
Das Powerplay entschied die erste Playoff-Partie

Zunzgen-Sissach wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann die erste Partie der 1. Liga-Playoffs gegen Basel/KLH 6:2. Die Tore der Stadtbasler im letzten Drittel war nur noch Resultatskosmetik.

Hans Peter Schläfli
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Captain Robert Othmann und Torschütze Kevin Zürcher (von links) freuen sich über das 1:0 von Zunzgen-Sissach.

Captain Robert Othmann und Torschütze Kevin Zürcher (von links) freuen sich über das 1:0 von Zunzgen-Sissach.

hps

Zunzgen-Sissach reiste optimistisch ins grosse Basel. «Wir wollen heute mit einem Sieg unseren 1. Platz festigen», sagte Assistenztrainer Roland Küng vor dem Derby. «Denn als Sieger der Qualifikationsrunde könnten wir in der zweiten Playoff-Runde mit einem Heimspiel beginnen.»

Doch dann gehörten die ersten fünf Minuten ganz den Basler Dragons – der Mannschaft mit den vielen Namen. Sie werden auch Basel Kleinhüningen, KLH oder Regio Team gerufen. Ihre Zusammenarbeit mit den grossen Basler Sharks ist derzeit eher ein Nachteil. So wurde Kim Scheidegger wieder in der NLB eingesetzt. Dafür kehrten Marco Graf und Fabian Burkhalter nach ihren Verletzungen erstmals aufs Eis zurück. Das Ziel der Dragons war klar: Sie wollten auf den 3. Rang zurückkehren, der gerade noch für die Playoffs reicht.

Bann kurz vor Pause gebrochen

Mit der Zeit begann sich Favorit Zunzgen-Sissach besser in Szene zu setzen. Zunächst schaute nur ein Lattenschuss von Severin Brand heraus. In der 17. Minute wäre Roman Moser fast ein Shorthander gelungen, sodass das 1:0 – 30 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels im Powerplay durch Kevin Zürcher erzielt – als verdient bezeichnet werden kann.

Ein knappes Dutzend Zunzgen-Sissach-Fans machte sich auf dem Eisfeld Margarethen sogar die Mühe, ein paar schwarz-grüne Spruchbänder aufzuhängen. «Hopp ZS», riefen sie ohne müde zu werden und feuerten ihre Mannschaft mit Pauke und Tröte an. Das wirkte: Gleich noch zweimal erhöhte Zunzgen-Sissach im Powerplay auf 3:0, um das 4:0 dann mit einem Mann weniger zu erzielen.

Damit war der Match gelaufen. Da bei jedem dieser Tore ein Spieler auf der Strafbank sass, muss man zum Schluss kommen: Basel Kleinhüningen kann weder im Boxplay noch in Überzahl überzeugen. Denn zu behaupten, dass das Powerplay von Zunzgen-Sissach unwiderstehlich sei, wäre doch ein wenig übertrieben. Aber in drei Punkten waren die Baselbieter den Städtern eben doch überlegen: Sie sind im allgemeinen die etwas besseren Schlittschuhläufer, haben den besseren Goalie und sind dazu kaltblütiger im Abschluss.

Das letzte Drittel brachte keine Aufregung mehr. Alle weiteren Tore zum 2:6-Schlussstand waren nur noch eine willkommene Zugabe fürs Publikum.