Rollstuhlsport
Das grosse Warten auf die Paralympics-Selektion beginnt

Obwohl ihm sein Bike gestohlen wurde, blickt Tobias Fankhauser auf eine erfolgreiche Saison zurück. Nun kann er nur noch hoffen, für die Paralympics in London selektioniert zu werden.

Luca Muntwyler
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Nach einer guten Saison will Tobias Fankhauser an die Paralympics in London.

Nach einer guten Saison will Tobias Fankhauser an die Paralympics in London.

Zur Verfügung gestellt

Jeder Sportler träumt in diesem Jahr von London – so auch Tobias Fankhauser. Der junge Hölsteiner hat eine vielversprechende Saison hingelegt, muss nun aber abwarten, ob er für die Paralympics selektioniert wird. Der 22-Jährige hat fünf Rennen bestritten und konnte sich durchaus für einen Startplatz in London empfehlen.

Die Saison hat verheissungsvoll begonnen. Im Elsass konnte Fankhauser mit Platz sieben gleich im ersten Rennen vorne mitmischen. Dieser Wettkampf galt als Standortbestimmung, doch durfte der Baselbieter feststellen, dass er über den Winter den Anschluss an die Spitzengruppe herstellen konnte. «Es war auch eine gute Erfahrung, die taktischen Spielchen auf den letzten Kilometern zu erleben», beschreibt er.

Im zweiten Rennen kam bereits der Höhepunkt: der erste Sieg in einem Strassenrennen. Es war allgemein das erste Mal, dass Fankhauser an einem internationalen Rennen auf das Podium steigen durfte. Im gut besetzten Europacup-Rennen in Piacenza konnte er also seine gute Leistung vom Saisonstart bestätigen. «Es war schön, ich habe auch meinen Teil Führungsarbeit geleistet», meint der Hölsteiner. Dieser Erfolg war also alles andere als ein Exploit.

Bike gestohlen in Rom

In Rom fand das erste Weltcup-Rennen statt. Nach einem durchzogenen Zeitfahren konnte Fankhauser seine Ambitionen für London mit dem sechsten Rang im Strassenrennen aufzeigen. Doch geschah dann das Unfassbare: «Wir gingen Essen und liessen das Auto vor dem Hotel stehen. Als wir zurückkamen, sahen wir die eingeschlagenen Scheiben. Mein Bike war weg», erläutert der 22-Jährige. Doch hatte er Glück im Unglück. Da er bei einem Schweizer Bike-Hersteller ist, hat dieser sofort ein provisorisches Bike zur Verfügung gestellt. «Die grösste Umstellung war die Kurbel. Ich hatte vorher eine lange und habe somit mehr mit Kraft als mit Kadenz gearbeitet. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass ich schleiche», beschreibt Fankhauser.

Doch hat dies nur getäuscht. Nach nur einer richtigen Trainingseinheit ging es bereits zum nächsten Rennen. Dort konnte er mit Platz drei in einem Zeitfahren überzeugen. «Es hat mich selber überrascht, das Zeitfahren lag mir bis anhin nicht so», erklärt der 22-Jährige. Im letzten Wettkampf konnte er dann noch einmal zeigen, dass er sich im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gesteigert hat. «Ich wurde von Rennen zu Rennen besser, war immer an der Spitze dabei und war auch imstande, Führungsarbeit zu leisten. Mit den Zeiten bin ich sehr zufrieden, vor allem mit meinem neuen Bike», meint der Hölsteiner.

Nun beginnt das grosse Warten. Erst im August wird bekannt gegeben, wer für die Paralympics in London selektioniert wird. Die Schweizer Konkurrenz ist gross. Doch kann sich der Baselbieter dank seinen guten Leistungen durchaus Hoffnungen machen.

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